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des Königs, in Äb5icht ant die NtZtimmung
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derlichenZllterZ «einer Tnterthlluen" (Wien 1771,
8°.), anläßlich des Gesetzes, vermöge wel-
chem Niemand znr Ablegung eines Or>
densgelübdes in den kaiserl. Staaten vor
beendeten 24 Jahren zugelassen werden
durfte, welches Gesetz zu jener Zeit viel
Aufsehen machte und großen Widerspruch
erfuhr. G. hatte zwei Kinder. Einen
Sohn, der schon 1804 starb und eine
Tochter, welche als Karoline Pichler in
den Annalen der österr. Literatur eine
ehrenvolle Stelle einnimmt.
Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissen-
schaften, philos.-hiftor. Classe. 18Z9. — Wiener
Zeitung 1859, Abendblatt Nr. 188—190:
„Hofrath von Greiner." — Oestr. National-
Encyklopädie (von Graffer n. Czikann),
(Wien 1835) II. Bd. S. 418. — ^DeLuca)
Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien
1776, Ghelen, 8°.) I. Bdes. 1. St. S. 158.
— Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter
> (Wien, gr. 3°.) 1844, S. 1034: „An der Tafel
Herrn von Greiners" von Franz Gräffer.
— Graff er (Fz.), Kleine Wiener Memoiren
(Wien 1845, Beck, 8°.) III. Bd. S. 207. —
Porträt. Unterschrift: ?ran2 Saiss von 6rei.
2Si-, äes )16U. N. N. Nittei» Ulrer X. X. H.. N.
uuä
Greiner, Ignaz (Priester der Ge-
sellschaft Jesu, geb. zuLiuzZ.Dec. 1698,
gest. zu Graz 7. Aug. 1755). Trat im
Alter von 18 Iahreu in den Orden der
Gesellschaft Jesu, legte 1720 das Gelübde
ab und lehrte dann die Rhetorik in Wien,
war Kanzelredner zn Preßburg, Passau,
Steher und Krems, Präses im Profeß-
haus zu Neusohl und hielt sich'
zuletzt im
Collegiathause in Graz auf, wo er im Al-
ter von 57 Jahren starb. Er gab folgende
Schriften heraus:
si 6er
Msn 1729 , 8".); im
ersten Theile behandelt er die alten Bi-
bliotheken, die Alerandrinische, die Atti-
lische, Atheniensische u. f. w., im zweiten beschreibt er die Wiener Hofbibliothek;
I'ont. t)pt. Uaa?." (Wisn 1730,
8°.).
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urK 1856,
I.ex. 8«.) 8. 106. uuä Hlau2
Greiner, Moriz (Hofkalligraph,
geb. zu GYöngyesim Heveser Comitate
Ungarns im 1.1810). Studirte in Pesth
und kam im 1.1823 nach Ofen zn einem
Goldarbeiter in die Lehre; da jedoch sein
Talent zur Schönschreibekunst das vor-
herrschende war, verwendete er während
vier Jahren seiner Lehrzeit den größten
Theil der Nächte, um
sich in diesem Fache-
möglichst auszubilden. Nach beendeter
Lehrzeit begab er sich nach Wien, besuchte
mehrere Goldarbeiterwerkstätten, fand
jedoch keine Arbeit. Er benutzte diese un-
freiwillige Muße, um
sich
in der Akade-
mie der bildenden Künste als Graveur
und Ornamentalzeichner auszubilden.
Unter der Leitung des Directors Klieber
leistete er Tüchtiges und errang 1829 den
Preis, während er durch Lectionen, die
er im Schönschreiben ertheilte, seine Sub-
sistenz fristete. Seine kalligraphischen
Arbeiten fanden bald Anerkennung. Hof-
baurath von No bile unterbreitete einige
derselben Sr. Durchlaucht dem Fürsten
Clemens von Metternich, welcher den
jungen Künstler rufen ließ und ihm meh-
rere Aufträge gab. Die aus diesem An-
laß vollendeten Kunstblätter schmücken
noch jetzt die Säle der fürstlichen Herr-
schaft Königswart in Böhmen. Gleich-
zeitig erhielt er den Auftrag, den Erz-
herzogen die Schönschreibkunst zu lehren
und auch mehrere Familien des höchsten
Adels wollten von G. in der Kalligraphie
unterrichtet sein. 1840 entwarf G. zirm
ersten Male Mufterschriften für die k. k.
östr. National-Bank. Im 1.1843 reiste
er nach Paris, wo König Louis Philipp
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon