Seite - 329 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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nig Ludwig Philipp und die Herzogin
von Orleans; — em religiöses Blatt
für Se. Majestät den Kaiser Nicolaus
von Nußland (1842), wofür der Künst-
ler unter anderem mit einem kostbaren
Brillantringe ausgezeichnet wurde; —
„Gin kalligraphisches Kunstblatt" (1855), jetzt
im Louvre zu Paris; — ein großartig
ausgeführtes Kunstblatt, welches im Jahre
1851 in der Londoner Weltausstellung
war, dermalen im Besitze des Herrn
Dekker in Holland, welcher dasselbe
für fl. 2000 C. M. angekauft hat. Zahl-
los ist die Menge der von G. geschrie-
benen und gestochenen Musterschriften,
Albumblätter und anderer kalligraphi-
schen Arbeiten kleinerer und größerer
Art. In wie fern G. an der Composition
und an den Ideen seiner Kunstblätter,
welche oft eine geniale Sinnigkeit ver-
rathen, größeren oder geringeren Antheil
hat, sind wir zu sagen außer Stand;
aber daß die Ausführung derselben, die
Technik, und sei sie von den größten
Schwierigkeiten durchkreuzt, tadellos und
musterhaft ist, darüber herrscht nur Eine
Stimme.
Allgem. Theaterzeitung, herausg. von Adolph
Bäuerle (Wien, kl. Fol.) 1839 (XXXII. Ihg.)
Nr. 234: „Ueber die kalligraphischen Äunst-
leiftungen des M. Greiner in Wien" von
Aug. Grube. — Frank! (L.A.Dr.), Sonn-
tagsblätter (Wien, gr. 8".) II. Jahrg. (1843)
S. 463. — Nen-Wien, herausg. von Moriz
Verman. 1858, Nr. 12.
Greinn, Karoline von, siehe: Pich-
ler, Karoline.
Oreitner, Franz Michael (Maler,
geb. zu Tarrenz in Tyrol 1737, gest.
zu Salz bürg 1789). Lernte ursprünglich
das Tischlerhandwerk seines Vaters und
übte es ans. Mit einem Male trieb es
ihn,
sich in der Malerei zu versuchen und
ohne Meister bildete er sich
selbst in der
Kunst aus, in der er eben keine bedeu-
tenden Arbeiten lieferte, aber immerhin Bemerkenswerthes leistete. In seinem
Berufe starb er durch den Sturz von der
Leiter, während er eben in der Edmunds-
burg am Mönchsberge zu Salzburg mit
einer Arbeit beschäftigt war. Bon seinen
Bildern sind bekannt: Ein „Gristns am
Nreuze" in der Augustiuerkirche zu Mülle
an der Wand; — ebendasselbe in der
dortigen Todtencapelle und zwei Seiten-
bilder auf Blech.
Pillwein (Benedikt), Biographische Schilde-
rungen oder Lexikon salzburgischer, theils
verstorbener, theils lebender Künstler (Salz-
burg 1821, Mahr, 8°.) S. 67. — Nagler
(G. K.vr.), Neues allgem. Künstler-Lexikon
(München 1837, Fleischmann, 8°.) V. Bd.
S. 359.
Grenier, LudwigI. (Architekt, geb.
zu Amiens in Frankreich 1733, gest. zu
Salzburg 11. April 1811). Erhielt
seine Ausbildung in der bürgerlichen,
militärischen und Wasserbaukunst an der
Akademie zu Paris, diente 10 Jahre als
Civilbaumeister in Prag und folgte 1774
einem Rufe des Erzbischofs Hierony-
mus in Salzburg als Wafserbau-In-
spector und Ingenieur-Hauptmann.,
In dieser Stelle wirkte er 36 Jahre hin-
durch — bis an seinen Tod — nnd führte
namhafte Wasserbauten aus; u. z. das
große Faschinenwerk bei St. Joseph un-
weit Salzburg, und da war er der Erste,
welcher den Faschinenbau am Wasser im
Salzburg'schen einführte; die große Wehr
in Kaferham an der Saale, das große
Vorwerk an der Alm in Schellenberg
und am Passe, genannt der hängende
Stein, und viele andere Bauten an der
Salzach von Hallein bis Laufen, wie an
der Saale und am Almfluße. G. legte
auch die Straße über das Firmianmoos
an, leitete den Umbau in der Winter-
residenz zu Salzburg, in Mirabell, Hell-
brunn, Klesheim und den Bau der neuen
Residenz, wovon jedoch sein Plan nicht
ganz ausgeführt wurde. In der Festung
Hohensalzburg errichtete er auch die zweck-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon