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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 364 -
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364 läge. Korrespondenz aus München vom 16. Februar über Tyroler Künstler. Grohmann, Johann Joseph (Staats und Conferenzrath, geb. zu Schon- linde, Leitmeritzer Kreises in Böhmen, 1. Ang. 1753, gest. zu Wien 5. April 1811). Seine musikalischen Anlagen ver- schafften ihm die Stellung eines Sänger- knaben bei den regulirten Chorherrn zu Sagan in Preußisch - Schlesien. Im Je- suiten - Collegium daselbst besuchte er die Humanitätsclaffen und hörte in Prag die Theologie, entschlossen, in den Orden der regulirten Chorherrn des heil. Augustin zu treten. Aber schon nach 2 Jahren ver- tauschte er das theologische Studium mit dem Staatsdienste, dem Polit. Fache sich widmend. Seit 1773 bei der böhm. Lan- desftelle dienend, zog er durch seine gedie- genen Arbeiten in kurzer Zeit die Auf- merksamkeit der Höheren auf sich; einer semer Borgesetzten bewirkte seine Ueber- setzung zur Hofkanzlei in Wien und Kai- ser Joseph II. ernannte ihn 1782 zum Staatsraths - Concipisten. 1787 wurde er wirkl. Hofsecrelär beim Staatsrathe und 1789 Gubernialrath in Böhmen. Auf diesem Posten entwickelte G. bei den ständischen Verhandlungen, in gleicher Weise die Rechte der Krone, wie die Ver- fassung des Landes wahrend, eine solche Energie, daß ihn Kaiser Leopold 1791 zum Hofrathe bei der böhm.-österr. Hof- kanzlei ernannte. 1796 wurde G. Kanz- leidirector des Staatrathes, 1800 wirkl. Staatsrath, im verhä'ngnißvollen Kriegs- jahre 1809 erhielt er das Directorium über das ganze Staats- und Conferenz- Departement in inländischen Geschäften, und noch in feinem letzten Lebensjahre die Kanzlerwürde des neu gestifteten öftr. Leopold-Ordens. G.'s Wirksamkeit bildet eine Kette von Handlungen, durch welche, er mit seinem reichen gediegenen Wissen in die wichtigsten Staatsangelegenheit ten fördernd eingriff, verfassungsmäßige Rechte und Freiheiten schützte und auf- recht hielt, gesetzwidrige Vorgänge obrig- keitlicher Beamten unschädlich machte, kurz für das Wohl des Staates und sei- ner Bürger thätig war. Im Alter von 58 Jahren, zu früh für das allgemeine Wohl, fetzte der Tod seinem segensvollen Wirken ein Ende. Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst. II. Jahrg. (Wien 1811, Strauß, 4".) S. 2Z9: „Nekrolog." — Oestr. National- Encyklopädie (von G raff er u. Czilann), (Wien 183S) II. Bd. S. 425. Grois, Alois (Schauspieler, geb. zu Szarvar in Ungarn 1811). Widmete sich anfänglich dem Lehrfache, nebenbei mit Musik sich beschäftigend. 1826 trat er in Maria-Lanzendorf als Schulgehilfe ein, dann hörte er in Wien den höheren Curs der Pädagogik und wirkte gleich- zeitig als Kirchensänger. Als ihn der Director des kaiserl. Hofoperntheaters Duport hörte, trug cr ihm ein Enga- gement bei der genannten Bühne an. Auf seine weitere Ausbildung im Ge- sänge bedacht, machte G. in kurzer Zeit so günstige Fortschritte, daß ihm 1828 der Antrag wurde, als erster Bassist am Theater in Lemberg aufzutreten, wo er als Sara ftro debütirte. Nun sang er in Ofen, Hermannstadt, Graz; in letzte- rer Stadt beschloß er aber seine Wirk- samkeit bei der Oper, widmete sich dem komischen Fache und wurde bald sehr be- liebt. 1836 nahm er ein Engagement bei Director Carl an, aus welchem er nach Carls Tode in jenes des Directors Nestroy überging. Gegenwärtig spielt er noch immer am Carltheater. Auch un- ternahm er Gastspiele in Berlin, Dres- den, Hamburg, Frankfurt a/M., Mann- heim, Prag und andern Bühnen. Als Carl lebte, war G. mit diesem, Nestroy und Scholz der vierte im Bunde; nach dessen Tode wurde er der dritte, und blieb es mit Nestroy und Treumann, als Scholz starb. G.'s Komik ist eigen-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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