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er sinnig Lombarda nannte. Als das
Werk herauskam, machte es großes Aus
sehen. Schriften dafür und dagegen er-
schienen Hetze unten G.'s Werke). Der
Dichter wurde — wie bei uns einst
Gr i l lp arz er, als man sein „Weh' dem
der lügt" nicht verstand, und die dem
Dichter schuldige Rücksicht vergaß — ver-
stimmt und brach 8 Jahre hindurch uicht
sein Schweigen, erst 1834 ließ er den
„H^T-co ^«conti« erscheinen, in welchem
Werke sich der Einfluß seines Freundes,
des Dichters der ^kromsssi spozi" be-
merkbar macht. Drei Jahre später 1837
beschloß G. seine poetische Laufbahn mit
dem Gedichte: „ l7i?-icc> e I^a"-, dem letz-
ten Werke, welches er veröffentlichte. I n
diesem Jahre erhielt er auch eine Notav
stelle in Mailand, bei welcher Gelegen-
heit der Appellations-Präsident Anton
Mazzetti den von einer Partei gemach
ten Versuch, den Verfasser der „ I^ne^s
zu verdrängen, auf Grund der damaligen
Freisprechung mit ihrem Zusätze ver-
eitelte. G. lebte nun ganz seinem Ge«
schäfle. 1838 vermalte er sich mit Jo-
hanna A l f ie r i , welchen Bund nach 15
Jahren sein Tod löste. Die liebliche,
ungetrübte Häuslichkeit seines geschäft-
lichen Lebens trübten nur noch die Stürme
des Jahres 1848, in welchem er vorüber-
gehend zum Director der lombardischen
Gymnasien ernannt wurde. Die letzte
Zeit seines Lebens war er leidend und
unter wechselnden Zuständen, die bald
eine Besserung hoffen ließen, bald sich
verschlimmerten, starb er, 62 Jahre alt,
um drei Uhr Nachmittags am 10. Dec.
1853. G. hatte mehrfache Auszeichnun-
gen und Beweise der Achtung seiner Mit-
bürger erfahren. Er war Mitglied der
Mailänder Notariatskammer, Kanzler
und SyndicusdesCollegiumsäkUa (5nä-
Stalls Secretär mehrerer volkswirth-
schafllichen Vereine, correspondirendes
Mitglied des Is^tuto lomdu.i'äo und vieler anderen ausländischen gelehrten
Gesellschaften. Als G.'s Tod in Italien
bekannt geworden, schrieb sein Freund
Massimo d'A zeglio in der „ftkxxettH,
piemoiit686" i13. Dec. 1853) u. A.:
„Alle, die G.'s Schriften gelesen haben,
müssen, wenn sie ein edles Herz und nicht
gemeinen Verstand besitzen, fühlen, daß.
mit seinem Tode nicht blos für Italien,
sondern für die ganze gebildete Welt.
eines seiner reinsten Lichter erloschen sei."
Aus seiner glücklichen Ehe stammen zwer
Söhne. Ein drittes Kind hatte er scbon
1842 verloren, und aus diesem Anlasse:
schrieb er eines seiner schönsten und ergrei-
fendsten Gedichte.
l. Grossi's Werle. «Strambatt äs Hlsne-
skiu V'orsgHttH in 0002.8102, äs 1».
lanrOg. iu isAF 6s1 sur I?sppiQ Vi-
31ei2 eeo.« 3bLtwo (Kailauä 1813, ?n>
Uni); — »1,3,^ ^ßssitiva. Nuvsiig. in
äi^istta inilknesb ooiia. trkänsio»
2v lider». it2.ii2.Q2. äsiio «tssso«-
(Hlaiwuä 1817, kniwi). Grossi schrieb die-
ses pathetische Gedicht vornehmlich um zu
sehen, wie sich der Dialect auf ernste Stoffe
anwenden lasse. Es fand allgemein Beifall und
erschien in mehreren Austagen. Die Schönheit
und Kraft der Dichtung bewogen den Spanier
Ioan Cortada, es in's Spanische und zwar
in den catalonischen Dialect zu übersetzen^
unter dem Titel: ^2 , A072, I'usßitiva,, 10-
IQH28 ssorit en diaisotk niii2.QSS ? en ooto-
vag rsal« per I'olua,« üras« ? traäudib en
I03 iQkteix inerro ^ en Äikieotb o2,tai2.u
a 1836); — „^er oi m^tri-
(NlliiHnä 1819); — «I.^ ? ri 2 2 iä 0"
16°.), eine poetische Vision im Mailänder Dia-
lect, veranlaßt durch das fürchterliche Ende
des Finanzminifters Pr ina , der ein Opfer
der Vottswuth geworden (24. April 1824).
Das Gedicht, welches anonym erschien und
für dessen Autor Por ta gehalten ward, bis
Grossi sich selbst angab, wurde heimlich
verbreitet und erlebte mehrere Auflagen. Eine
nicht gelungene Uebersetzung von Vincenz
Cesati befindet sich in dessen ^Oouiinsilti
S riüsssioui snile ooncii^ioni äsiia I,om.-
dkräia b Vßnexia" (Veroeiii 1854), eine
zweite von G. Cabolini ist noch nicht ge-
druckt; — „1^ .2. ?iO33i2. ä'oro 2 1a. k'ng»
Fitiva.« (UHii2,nä 1822^ ^ärrario, 12°., zu-
letzt Aaillmä 1847). Den Stoff zu dieser
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon