Seite - 375 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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8wäii8toiioi(Vbneäi81856, ^»r^tovioli, 8".)
.^xpeuäiQS 8. 167. — 6ns5Sto l<?. b.), Storia.
äeUa. ?os5iH in Itaiin. (U^ii^nä 1857, 8i1-
vest«, 1^1. 8°.) III. Lä. 3. 284.
Grossinger, Johann Baptist (Prie-
ster der Gesellschaft Jesu, geb. zuKo-
morn 27. Sept. 1728, gest. ebenda
1803). Besuchte anfänglich die Schulen
zu Raab, trat, 17 Jahre alt, in den Or-
den der Gesellschaft Jesu, und versah
nach vollendeten Studien das Lehramt
am Ordensconvict zu Tyrnau, an der
theresianischen Ritter-Akademie zu Wien
und am Adelsconvict zu Kaschau. Spä-
ter bekleidete er den Posten eines Feld-
paters bei der in Italien stehenden H al-
l er'schen Legion. Auf seinen Wanderun-
gen durch einen großen Theil der Pro-
vinzen Oesterreichs sammelte er fleißig
Naturobjecte, mit denen er vorzugsweise
das Kafchauer Museum bereicherte. Zu-
letzt lebte er als Weltpriester in Komorn,
wo er im Alter von 75 Jahren starb.
Als Schriftsteller war er im Gebiete der
Naturwifsenschaft thätig; es erschien von
ihm: „A^HsT'tatio cie ts^as motibvF »'sAni
« (kag.d 1783, 8°.);
5 Läe. (klOgsdui-x u. Llornorn 1793
—1797). Der 1. Band umfaßt die vier-
füßigen Thiere, der 2. die Vogel, der 3.
die Fische, der 4. die Insecten, der 5. das
Pflanzenreich. Von letzterem erschien uur
der erste Theil, welcher die Bäume be-
handelt; der 6—9. Band sind in Hand-
schrift verblieben. Seine zahlreichen Ge-
legenheits - Gedichte in latein. Sprache
zählt Stöger im unten angegebenen
Werke auf.
Erscheint bald als Grossing, Großinger
oder wie oben Grossinger. —
1856, Usob
8. 108. — (Vucla 1835, 4".) 8. 81. — Oeftr.
National - Encyklopädie (von Graff er und
Czikann) (Wien 183S) II . Bd. S. 106. —
Außer dem obigen Johann Baptist G.
erscheinen in I . G. Meusels „Gelehrtem
Teutschland" und im Kayser'schen „Bücher--
Lexikon" noch zwei Schriftsteller bald Gros-
sing, bald Gros sing er genannt, der eine
Franz Nudolph, der andere Joseph; beide
wie es scheint Neffen des Johann Baptist.
Die Verwirrung über diese bei Graf fer,
Meusel u. Kayser ist nicht zu lösen. Uebri-
gens sind auch dem Einen wieder Werte des
Andern zugeschrieben und umgelehrt; auch
sind diese zwei gleich dem Johann Baptist
in Komorn geboren. Franz Rudolph (bei
Gr äffer Joseph) wurde anfänglich auch
Jesuit und trat nach Aufhebung 5 .'s Ordens
in Staatsdienste. Ungewöhnliche Fähigkeiten
förderten sein Fortkommen und cr wurde im
Cabinete des Kaisers Joseph II . angestellt;
„triftigeGründe", wie Gräffer in den „Do-
senstücken" schreibt, hatten seine Entlassung
und Pensionirung „wirklich in Gnaden" zur
Folge. Diese fand 1782 Statt. Hierauf pri-
vatisirte er zu Obernad bei Frankfurt a/M.,
dann zu Leipzig, 1785 zu Halle, seit August
1786 zu Berlin. Später lebte er zu Graz,
wo er am 12. October 1830 im hohen Alter
starb. I.Bergl. über ihn: Graf fer (Franz)
Wiener Dosenstücke (Wien 1846, 8°.) I.Bo
S. 36: „Die Briefe Joseph II ." — Heber
die Lebensschiäsalc des zweiten, Iofevd ift
nichts bekannt. Beide waren überaus fruchtbare
Schriftsteller. Die Werke von Neiden gehören
zum großen Theile zu der merkwürdigeren
aus der Periode der Iosephinischen Censur-
freiheit und sind für die Geschichte der dama-
ligen Zeit und Cultur von Belang. Als Bei-
trag zur üi.b1i03rHvbi2. NUItriaca. folgen hier
alle mit Bemerkungen, welche die abweichen--
den Angaben über die des einen oder anderen
andeuten. Die dem Franz Rudolph zuge-
schriebenen sind in chronologischer
Folge (die
anonym herausgegebenen sind mit einem *
bezeichnet): „Freimüthiger Briefwechsel zwi-
schen einem Reichsbürger und Laudmanne über
Deutschlands jetzige Angelegenheiten in An-
sehung der bawschen Erbfolge" (1778, 4°.);
von dieser Flugschrift erschienen in einem Jahre
19 Auflagen. — „Der Souverain oder die
ersten Haupt- und Grundsätze einer monar-
chischen Regierung" (Wien 1730); — „Allge-
meines Toleranz- und Religionssyftem für alle
Staaten und Völker der Welt" (Leipz. 1783,
8°.). — „Damenjournal", 2 Iahrge. (Halle
1784 u. 85). — „Die Kirche und der Staat,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon