Seite - 388 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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Ansichten über den Ursprung des glago-
litischen Alphabetes, hält es gothischen
Ursprungs und erörtert die Aussprache
und sonstigen Eigenthümlichkeiten dessel«
ben. Dieses Werk fand zu seiner Zeit
eine ehrenvolle Aufnahme in der gelehrten
Welt. Noch wird zweier anderen Arbei-
ten dieses Gelehrten gedacht, u. z. einer
a?-entina" und des
^ ob und wann sie aber im Drucke
erschienen, lft mir nicht bekannt. Als Ar-
chäolog sammelte er mit Sorgfalt Alter-
thümer, mit denen er das Nugsuin Nani
in Venedig bereicherte. Leider entriß ihn
ein früher Tod — im Alter von 40 Jah-
ren — seinem Vaterlande.
7>an<iolo (6N«>l.), 1^» e2.<!nta äella rspuddliea
äi VvueiiH eü 5 8uoi ultirai ein<iu».2t'2,niii.
Ltuäi «toriei. .(VsQeäis 1367, IsKratovioli,
8«.) Hppenäioe 8. 298 lgibt irrthümlich sein
Todesjahr 1773 für sein Geburtsjahr an). —
Sttubtok cli cmä vsoe^ia ssnnso^ ^b.), v i -
^ionHrio bioß^üco äeßli uoiniu! illustri
äeila v22N2,2i2. (Vienua 1856,1.eeknei', nuä
22,I>2,, VllttHr» s ^.bellek, 8".) 5. 174. —
pakmtinslli <6i«F.), LidliOFrHÜa äeil^ val-
122212. o äei UoQt6U6^i-o (^3ril.m 1856,
I.. <32 ,^ 8°.) 3. 31, Xr. 148; 8. 90, Rr. 543;
8. 147, Xr. 91ö; 3. 158, ^ i - . 396; 8. 171,
Xi-. 1063; 3. 252, Nr. 1596. — Außer obi-
gem Clemens ift noch zweier Schriftsteller
Grubissich u. z. eines Joseph u. Augustin
zu gedenken. Der erstere, Joseph, ist bekannt
durch seine Polemik gegen den Archäolog Franz
Cavrara <s. b. I I . Bd. S. 291), der an ihn
über die Ausgrabungen von Salona ein Send»
schreiben richtete (datirt vom 15. Iän. 1850,
spalato kiperata, ?a1.), darauf erwiederte
G. mit seiner Schrift: ,8u1i2 toposraüa e
«o2vi äi 82,102a äeli' ^.db. Urauoesco vrs.
C2.rr2,r2." (s. 1. e. a. 12 8. 8°.), worin er
Alles, was er gegen Carrara's Werk: „61i
202v5 äi 82I02H« geschrieben, zurücknimmt.
— Der zweite, Augustin, (aus Macarsca
gebürng) gab eine als vortrefflich bezeichnete
italienische Nebersetzung der„8alini äi Vg.viä6«
(1846) heraus. Außerdem schrieb er Mehreres
in Journalen, so z. B. eine geharnischte Kritik
gegen Fr. Cusani's «1.2. valrQH-ia, 1s isois
^ouis e 1». o^eeia," in der Zeitschrift «val-
m22iī (1846, Nr. 51); - die Monographie
^1 2Ior1il,cctii" in den vom Triester Lloyd
herausgegebenen »I^ttui-e äi kanliLli».« (1851 I. Bd. 1. u. 2. Heft und nachgedruckt in der
„v»Im»252" 1851, Nr. 175); — «Di aicuno
ev5« relative » spHlato« in der „vallUHüill"
(1346, Nr. 16 u. 17), worin G. einige im
«Hlouitors tiro!e5e« (21. Juni 1845) gegen.
bieEinwohner Svalato's rücksichtlich ihres Ver-
fahrens mit Alterthümern gemachten Vorwürfe
Widerlegt; — und «Qenni bio^rIHoi äi ^nna
Hlllrovioli" in der „vKin^iau (1846, Nr. 15),
worin G. das Leben dieser Dame beschreibt,
die aus Cattaro gebürtig, als Malerin, Dich-
terin und Verfasserin einiger ascetischen Werke
in Venedig bekannt war. Noch erschien von
ihm: «Dells loäi äi kaolo Cismontv 2Iio8-
siek, Vesoovo äi 892^^0 eo." (VeueäiL
1841,2lsi-1o) — und die illyrische Uebersetzung
der Schrift von Fr. Carrara: „Dells, vit»
0 äegii soi-itti äi ftiov. OattaliQietl«, welche
sich im I I . Bde. des „Agramer hift. Archivs"
(1852, S. 71 u. f.) befindet.
Gruby, David (Arzt und Mikro-
skopiker, geb. in Großwardein um
das Jahr 1814). Sohn unbemittelter
Eltern, hörte er nach beendeten Gymna-
sialschulen die philosophischen Studien in
Pesth und studirte die Medicin in Wien.
Schon als medicinischer Studiosus zog
er die Aufmerksamkeit der Professoren
auf sich, und insbesondere war es die
Anatomie, worauf er das emsigste Stu-
dium verwendete. Da zu jener Zeit, als
G. seine Studien beendete, in Oesterreich
ein Jude nichtOperationszögliug werden
durfte, so ist die durch Dr. Wattmann
dem Juden Gruby erwirkte Gestaltung
als einer jener außerordentlichen Fälle
anzuführen, der für die Bedeutenheit
und Anerkennung seiner seltenen geisti-
gen Begabung ein glänzendes Zeugniß
gibt. Doch wollte dies den durch mittel-
alterliche Vorurtheile befleckten Univer-
sitätsgesetzen gegenüber nichts fruchten.
Alle seine Bemühungen, eine feste Lebens-
stellung zu erringen, scheiterten an den-
selben, und als unter solchen Umständen
seine Stellung im bürgerl. Lcben in Frage
gestellt erschien, verließ G. Oesterreich
und übersiedelte nach Frankreich, in der
Capitale dieses Staates der Intelligenz
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon