Seite - 389 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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seinen Sitz aufschlagend und allda seine
Praxis ausübend. Als Fachschriftsteller
gab G. folgende Werke heraus: «
1.840,
ieae^ aci
1839, Fi-. 8°.). Gruby zählt zu den
Schülern des berühmten Berres (s. d.
I. Bd. S. 333) und wandelte rüstig auf
dem von seinem Meister betretenen Pfade
fort. In Paris zählt er zu den tüchtigsten
und gesuchtesten Aerzten, und ist er es,'
der den Dichter Heine behandelt hat.
Wiener Blätter. Herausg. von Dr. Letteris.
1850. Beiblatt Nr. 3 u. 4.- „Der Arzt Gruby
in Paris."
Grueber, Bernhard (Architekt, geb.
zuD 0 nauwörthin Baiern 1806). Ent-
stammt einer altadeligen Tyrolerfamilie;
seine erste wissenschaftliche Bildung genoß
er am Gymnasium zu München. In be-
sonderer Neigung zur Kunst besuchte er
bie dortige Akademie der Künste und ent-
schloß sich anfänglich für die Historien-
malerei, später aber wählte er die Bau-
kunst zu seinem Lebensberufe. Schon
1824 auf einer Nheiureise entzückten ihn
die Schönheiten der mittelalterlichen Ar-
chitektur. 1830 betrat er, durchOhlmül-
ler eingeleitet, die praktische Laufbahn
und nahm damals am Bau der St. Ma-
ria Hilfskirche in der Vorstadt Au zu
München thätigen Antheil. Dann leitete
-er die Vorarbeiten zur Restauration des
Regensburger Domes. 1833 wurde er
Lehrer an der königl. polhtechn. Schule
zu Regensburg. 1834 uud 1837 unter-
nahm er behufs seiner architektonischen
Studien, die er in einem größeren treff-
lichen Werke niederlegte, Reisen nach
Italien. Der Auftrag des Fürsten Hugo
Salm, in seinem Palaste zu Prag einen 389
Prachtsaal zu erbauen, führte ihn 1842
in die Hauptstadt Böhmens, wo seine
Arbeit solche Anerkennung fand, daß er
1844 den Ruf als Professor der Bau-
kunst an der Prager Akademie erhielt,
dem er auch folgte. Seit dieser Zeit er-
öffnete sich seiner künstlerischen Wirksam-
keit in Böhmen, namentlich in Kirchen-
bauten, ein weites Feld. Mit Uebergehung
der vielen kleinen von G. ausgeführten
Bauten nennen wir: „NasHanutschulgeoäude
zn Getschen" (1846); — „Nie FriebMirche
mit der Verger'sch?n Familiengruft in St. Illhann";
— „Na5 ireiherrlich non Aelirenthal'sche Palms
in Prag" (1847 und 48); — „Nie Marien-
Kirche zu Gurnan" (1850), im gothischen
Style; — „Nas Zchlozs Rlatna und die Fami-
liengrutt der Nitter nun Vrinitz in PMzchau"
(1853—55); — „Nie Knotroiüe des Aath-
Hauses in Plag" (1856 und 57) und „Nas
Schluss Gross-Skal". ganz aus Quadern
erbaut. Nach seinen Plänen wurden er-
baut: „Nas fürstlich Zchmarzenuerg'schr Schloss
Varlick" ; — „Nie fürstlich Nnhan'sche Residenz
Sichrllm" und „Nie Pfeiler der Kettenbrücke zu
Gelschen". Zu den Arbeiten der letzten
Jahre zählen die „Restauration des Names
zu Ruttenberg" und der „Zuckelbau des Aabetzkq-
Monumentes", dieser letztere eine gewaltige
Granitarbeit. Eine nicht minder große
und erfolgreiche Thätigkeit entwickelte G.
als Schriftsteller seines Faches und er
gab heraus: „Vergleichende Sammlungen tür
christliche Baukunst". 2 Theile (Augsburg
1839—41, Zanna und Comp., 99 Taf.
in Folio); — „Nie mittelalterliche Baukunst",
2 Thle. (Ebenda 1840 u. 41 , '/, Fol.);
I. Theil: Die Ornamentenlehre in chro-
nologischer Auswahl der vorzüglichsten
Verzierungsformen vom 9. Jahrhundert
bis in die Blütezeit des deutschen Bau-
siyls, mit 49 Tafeln. I I . Theil: Die
Construetionslehre. Enthaltend die alten
Meisterregeln, die Pfeiler und Säulen-
stellungen , die Grundrisse und die Ver-
hältnisse; — „NllNllNpanllramllUUllNuz bis Vien.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon