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Habsburg — Friedrich 238 Hadsdurg — Friedrich
kön. hannoo. Haus« und Ritter-Ordens vom
heil. Georg; GroĂźkreuz des kais. brasil. Ordens
' vom südlichen Kreuze, des kön. M . St. Fer«
dinand» und Verdimst-Ordens und des kön.
hannou. Guelphen-Ordens; Ritter des groĂźherz,
baden'schen Ordens vom Zähringer Löwen, und
des groĂźherz. Hess. 3udww,'Ordens; k, k. Feld-
marschall'Lieutenant; Inhaber des Infanterie-
Regiments Nr. 52; Chef des 3. kais. russ. Grena-
dier-Regiments uon Samogit. — Porträte, i)
Nach DĂĽrk lithogr. von Eybl (Wien, Patrrno.
Fol.) Brustbild; — 2) lithogr. von Krie hu-
ber (Wien. Nemnann, Fol.); — 3) von Dem«
selben (Wien, Spina, Fol.); — 4) Lithogr.
(Wien. Förster's artist. Anstalt, gr. 4<>.).
100. Friedrich l. der Schöne, als
deutscher Kaiser Friedrich III. (geb.
1291. nach Anderen schon 1286. gest.
13. Jänner 1330). Zweitgeborner Sohn
des Kaisers Albrecht I. ^ Nr. 7^ und
Elisabethens von Kärnthen s^.
Nr.87). Gemalm: Elisabeth, eigentlich
Isabella vonAragonien ss.Nr.39^,
ihm 1313 vermalt. Rinder: Friedrich,
in der Kindheit gestorben; — Anna,
welche Einige Gemalin Ludwig des
Römers, eines Sohnes des Kaisers
Ludwig von Bayern, Andere des
Königs von Polen Ladislaus Lokie-
tek's sein lassen; SpieĂź aber hat nach-
gewiesen, daĂź sie mit Heinrich von
Niederbayern vermalt gewesen ss.Nr.2i^;
— Elisabeth, nach Einigen verlobt
mit Johann, König von Böhmen,
aber im Brautstande 1334 gestorben,
wahlsprĂĽche. Um den Untertheil eines
Standbildes des Herkules — so daß nur
die zwei FĂĽĂźe mit den Schenkeln sichtbar
sind — die Devise: ^äkuo stat. Redens-
arten, die er im Munde fĂĽhrte, waren:
tzuoä puäsat pil.1g.ui, 0I2.M no laoito;
— Norty dsata nikii boatius, — und
vita. 6xiw3. hervorragend e Lebens Momente.
Schon nach seines Bruders Rudolph's
Tode wurde dem Herzoge Friedrich ge- gen alles Recht wechselseitiger Erbverträge
die böhmische Krone entzogen. Mit seinem
Vater Albrecht zog er bis vor Prag.
gab über — im Winter 1307 — die
Belagerung Prags, wo die böhmischen
Stände hartnackigen Widerstand leisteten,
auf. Als nach seines Vaters Tode (1308)
die deutsche Kaiserkrone in Erledigung
kam, traten die Nänke des Papstes
Clemens'V. und die schlauen Umtriebe
des Erzbischofs Peter von Mainz (P.
Aichspalter), sowie deS Erzbischofs
Balduin von Trier den Bewerbungen
Friedrich's hindernd entgegen, und es
wurde (27. November 1308) Heinrich
von Luxemburg zum deutschen Kaiser
(als solcher Heinrich VII.) gewählt.
Als Heinrich (24. August 1313) starb,
stand Friedrich als neuer Bewerber
der deutschen Kaiserkrone wieder d.a, und
vereint mit seinem Bruder Leopold
der luxemburgischen Partei gegenĂĽber.
Schon damals bot Deutschland das
jämmerliche Bild der Uneinigkeit. Ueber
die ChurwĂĽrde und Wahlstimme herrschte
unter mehreren Churhäusern großer Zwie«
spalt. Im Hause Sachsen standen
sich die
zwei Linien Sachsen»Lauenburg und
SachseN'Wittenberg schroff gegenĂĽber;
ebenso Brandenburg-Landsberg und die
Mark Brandenburg. Die anderen FĂĽrsten
waren in zwei Lager getheilt, die einen,
wie Cöln, der Pfalzgraf bei Rhein,
standen zu Friedrich, die anderen, wie
Mainz, Trier, stand^l zu den Luxembur'
gern. und die letzteren trugen Ludwig
von Bayern die deutsche Kaiserkrone an.
während die ersteren
sich fĂĽr Friedrich
entschieden hatten. Jede Partei wählte
und krönte, die Oesterreicher zu Sachsen»
hausen bei Frankfurt am 19. October
1314; die Luxemburger in den Frank-
furter Vorstädten jenseits des Mains auf
dem gewöhnlichen Wahlfelde. Friedrich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon