Seite - 263 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Bild der Seite - 263 -
Text der Seite - 263 -
Habsburg — Friedrich 263 Hamburg — Friedrich
Genoffen im Kampfe gegen Friedrich
angegeben hatte, entgegen, die nun
in solche Erbitterung gegen Heinrich
geriethen, daß es zwischen ihm und dem
Edelmanns Prandesser zum Zwei«
kämpfe kam, in welchem der Letztere erlag.
Darüber geriethen die Anderen in solche
Bestürzung, daß sie Heinrich durch
Gift des Lebens beraubten. Friedrich
zog nun die Güter Heinrich's, der
ohne Leibeserben gestorben war, ein
(1414). Inzwischen waren auch Fried-
rich's Brüder Leopold und Wilhelm
gestorben, und Ernst und Friedrich
theilten nun die Länder unter sich.
Ernst erhielt Steiermark, Kärnthen,
Kram; Friedrich Tirol Elsaß und
die Markgrafschaft Burgau in Schwaben.
Auch nahmFriedrich im Jahre 1493,
als der letzte Graf der Laufenburger Linie,
Johann Grafuon Habsburg, gestorben
war, die Grafschaft Laufenburg in Besch.
Am 28. Mai 1411 erneuerte Friedrich
mit den eidgenössischen Orten, weil der
iin Jahre 13V4 geschlossene Friede zu
Ende ging, denselben auf 3l) Jahre.
Als im folgenden Jahre, 1412. der
zwischen Friedrich und dem Herzoge
von Bayern, Stephan, geschlossene
Waffenstillstand endete, begannen die
Fehden auf beiden Seiten. Jedoch schon
1413 wurde durch Vermittelung des
Bischofes von Augsburg und anderer
Edlen wieder Friede gemacht. So lange
Friedrich's Schwiegervater, Ruprecht
von der Pfalz, deutscher Kaiser war,
hatte Friedrich guten Stand; anders
erging es ihm, als Sigmund Kaiser
wurde, gegen den er schon früher, als
er nur römischer König war, heimlichen
Groll hegte, wie Sigmund auch ihn
anfeindete, insbesondere seit der Zeit,
als sich Friedrich bei dem Zuge des
Johann XXIII. durch Tirol zum Concile nach Constanz von diesem
am 13. October 1414 zu Meran gegen
die jährliche Summe von 6000 Gold-
gülden zum Generalcapitan der katholi-
schen Kirche hatte ernennen lassen. Auf
eine Forderung Sigmund's, sich in
Constanz einzusinden. um die Lehen zu
nehmen, weigerte sich Friedrich
dessen, weil die Herzoge von Oesterreich
vermöge ihrer alten Privilegien nicht
schuldig waren, ihre Lehen wo anders
als im eigenen Lande zu empfangen.
Dennoch begab sich Friedrich später
nach Constanz und leistete am 4. Februar
1413 die verlangte Huldigung. Der
Umstand, daß Friedrich sich des von
Sigmund und dem größeren Theile der
zu Constanz versammelten Kirchenväter
verfolgten Papstes Johann XXIII.
annahm, verwickelte ihn auch in Un-
annehmlichkeiten, welche ihn aber nicht
hinderten, dem Papste zu seiner am
20. März 1413 unternommenen Flucht
förderlich zu sein. In Folge dessen wurde
Friedrich vor Sigmund und die
versammelten Reichöfürsten in Constanz
vorgeladen und, als er der Auffor»
derung keine Folge leistete, in die Reichs-
acht erklärt und von der Kirchenversamm-
lung in den Bann gelegt. Nun wimmelte
es an Feinden, welche sich Sigmund
gegen Friedrich zur Verfügung stell»
ren, auf allen Seiten; auch Friedrich's
Freunde waren darunter, die schwabischen
Reichsstädte, viele Grafen, Herren und
Edelleute, der Burggraf Friedrich von
Nürnberg; selbst die Eidgenossen, ungeach-
tet des 80jährigen Friedens, den sie mit
Friedrich geschlossen, von Sigmund
aufgefordert, fehlten nicht, alle standen
wider Friedrich auf. Nur wenige
Freunde, darunter Herzog Lndwig der
Bärtige von Ingolstadt, waren Fried-
rich treu geblieben, und Ludwig
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon