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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 264 -
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Seite - 264 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Salzburg — Friedrich 264 Hübsburg — Friedrich unternahm es, die schlimme Sache sei nes Freundes auszugleichen. Friedrich erschien nun auf L u d w i g ' s Rath wieder in Constanz und stellte sich am ö.Mai 1413 vor S igmund, erbat sich von diesem in öffentlicher Versammlung Gnade und erhielt sie, mußte aber am 7. Mai eine Urkunde unterzeichnen, zu Folge welcher er sämmtliche Lande und Leute im Elsaß, Breisgau, Schwaben und Tirol in des römischen Kaisers Hände legen, den Papst Johann nach Constanz einzuliefern versprechen und so lange selbst als Geißel verbleiben mußte, bis sich Johann eingefunden haben würde. Aber die Geister des Haders heraufbeschworen, waren nickt wieder so schnell zu bannen. Die Eidgenossen, von Sigmund zu den Feindseligkeiten gegen Friedrich aufgefordert, leisteten wohl dieser Aufforderung, aber nicht der neuen, damit innezuhalten, Folge. Elsaß, Broisgau, Schwaben ließen sich von Sigmund in Besitz nehmen, aber nicht Tirol, wo Friedrich's Bruder, Herzog Ernst, mächtigen Widerstand Sigmund entgegenstellte. Ernst's Ver« halten mißverstehend ss. Nr. 78^, gerieth nun Friedrich auch mit seinem Bruder in heftige Fehde, in welcher Tirol in zwei Parteien sich spaltete. Auch jetzt gelang es wieder Ludwig dem Bärtigen Frieden herzustellen, der am h. Michaelis- tage 1416 geschloffen wurde. UebrigenS waren Sigmund's Ranke gegen Fried- rich noch lange nicht zu Ende. Obgleich sich letzterer zu jedem Vergleiche, ja zu der schweren Buße herbeiließ, die ihm Papst Johann's XXIII . Nachfolger. Mar t in V., auserlegte und obgleich er bedeutende Summen Geldes zahlte, so ersann Sigmund immer neue Umtriebe, und die Verluste Friedrich's waren zuletzt so groß, daß er nichts mehr besaß, aus welcher Zeit der Spottname: „Friedel mit der leeren Tasche", stammt. Fried- rich's zweite Frau, Anna von Braun« schweig, forderte von Sigmund ihre Morgengaben, und als ihr dieser den Bescheid gab, sie von ihrem Gatten zu verlangen, befand sie sich in der traurigen Lage, erwidern zu müssen: „Unser Herr hat doch selber nichts, Euere Gnade ist zur Zeit mein Herr", und nun erst gab ihr S igmund Ensheim. St. Diebolt, Wasmünster, Dottenricht im Ober-Elsaß heraus. Eine gänzliche Aussöhnung zwi« schen Friedrich und Sigmund kam erst am 17. Februar 1423 auf dem Schlosse Hornstein in der Oedenburger Gespan« schaft zu Stande. I n Folge derselben erhielt Friedrich alle seine Güter zurück und durfte auch jene, welche Sig- mund des Reiches wegen verpfändet hatte, wieder einlösen. Die Verlegenhei- ten, ja die Noth, in welche Friedrich durch Sigmund's Habsucht war versetzt worden, hatten ihn genöthiget, selbst zu außerordentlichen Mitteln die Zuflucht zu nehmen; so führte er in den ihm gebliebenen Besitzungen neue Zölle und mehrere besondere Abgaben ein; nahm den beiden Baronen Ulrich und Heinrich von Starkenberg an der Etsch eilf in Tirol gelegene Schlösser weg; sagte den Venetianern Fehde an, versperrte ihnen Wege und Straßen, um ihnen die Einfuhr und Ausfuhr der Waare unmöglich zu machen, insbesondere schnitt er ihnen die Zufuhr von Hammelfleisch und Bauholz — zwei in Venedig stark gesuchte Artikel — ab; erst mit einem bedeutenden Lösegelde konnten die Vene« tianer sich von diesem Ungemache be< freien. Diese Umstände sind es, welche veranlaßten, daß Friedrich von den. Geschichtsschreibern der Habsucht beschul- diget wird. Wohl würde Friedrich,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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