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Habskurg — Friedrich 269 Habsburg — Friedrich
1486) begangen worden. Jedoch all
diese Maßregeln erwiesen
sich gegen einen
so mächtigen und übermüthigen Feind
wie Mathias Corvinus war, nich
genügend. Corviuus rückte bi's vor
Wien, und bedrängte Wiener Neustad
so hart, daß Friedrich unter den
unvorteilhaftesten Bedingungen Friede:
schließen mußte. Noch trübten Nnruher
in Flandern die letzten Lebensjahre des
Friedfertigsten aller Habsburger, der geger
seinen Willen seine lange Negierungsepocht
hindurch immerwährend in heftige Kämpfe
verwickelt war. Friedri ch's
Sohn Mar
wurde von den Verrätherischen Einwohnern
von Brügge (3. Mai 1488) gefangen
genommen, worauf Friedrich sich selbst
an die Spitze eines Heerzuges stellte, der
das Gebiet von Gent, Brügges Bundes
genossin, verwüstete. Erst der Tod seines
hartnackigen Gegners, des Mathias
Corvinus (9. April 1490), der überdieß
in einem Momente eintrat, als zwischen
Friedrich und ihm eine Zusammenkunft
in Ofen verabredet war, gab ihm den
lange ersehnten Frieden. War Friedrich
im Osten seines Reiches wenig glücklich,
so erfreute er sich hingegen im Westen
beständiger und glänzender Erfolge.
Durch die Vermalung seines Sohnes
Maximilian mit Maria, der einzigen
Tochter Karl's des Kühnen von
Burgund, erhielt das Haus Habsburg
eine beträchtliche Vergrößerung, denn
Karl's des Kühnen Besch umfaßte
nicht weniger als das Herzogthum und
die Grafschaft Burgund, Arrois, Flandern,
Mecheln, Antwerpen, dann Namur,
Brabant, Limburg, Holland, Seeland,
Hennegau, Friesland, Luxemburg, Gel»
dern und Zütphen. Als Kar l bei
Nancy (!,. Jänner 5477) den Tod in
der Schlacht fand, gab Maria vor allen
Bewerbern Friedrich's Sohne, dem ritterlichen Maximilian, die Hand. und
die ganze burgundische Erbschaft blieb,
trotz aller Angriffe Ludwig's XI. und
Karl's XIV. von Frankreich, unzerstückelt
beim Hause Habsburg, und Maximilian
war es vorbehalten, den Wahlspruch des
Vaters: ^. N. I. 0. U. in seinen glän»
zendsten Deutungen zu verwirklichen.
Seit 1490 lebte Friedrich in Linz,
entfernt von allen Regierungsgeschäften,
der Alchymie, Astrologie und der Garten»
cultur, die er besonders liebte. Im hohen
Alter mußte ihm ein Fuß abgenommen
werden. Nadchem er 33 Jahre die deutsche
Kaiserwürde bekleidet und in einer der
denkwürdigsten Zeitepochen regiert hatte,
starb er im Alter von 78 Jahren.
Bei manchen Historikern erscheint Kaiser Fried-
rich in der Reihe der Erzherzoge Oesterreichs
als Friedrich der VI . und Friedrich mit
der leeren Tasche als Friedrich der V. Diese
Zählung entspringt aus dem 11mstände, daß von
ihnen alle Herzoge Oesterreichs mit dem Namen
Friedrich, sowohl die aus dem Hause Bäbe n-
berg, als aus dem Hause Habsburg zusam-
men genommen werden, und so folgen denn:
Friedrich I. der Katholische (geb. 1174, gest.
16. April 1198); —Friedrich I I . der Streit-
' bare (geb. 13. Juni 1211, gest. 15. Juni 1246);
— nun wird auch der Sohn Gertrud enö von
Oesterreich aus deren Ehe mit Hermann von
V ad en, Fri ed ri ch
uon Baden, als F ried-
rich I I I . von Oesterreich aufgeführt. Denn
sein Vater H c r m ann hatte durch seine Gemalm
Anna Ansprüche auf Oesterreich und da nach
Hermann's Tode 1230 kein Herzog in Oester-
reich und Steiermark war, wurde Friedrich,
der damals noch Kind war, als Herzog uon
Oesterreich angesehen und von den damaligen
Schriftstellern auch kurzweg Oux ^uätriaü ge-
nannt. Dieser Friedrich begleitete Conradin
auf seinem Zuge nach Neapel und fand mit
diesem am 26. October l268 ein gleich schreck-
liches Ende durch den Henkertod. Daim wird
Friedrich der Schöne, unter den Habsburger«
der I., als F r icdr i ch IV. , Friedrich mit
der leeren Tasche als Friedrich V. und
Kaiser Friedrich IV. als Friedrich VI.
gezählt; wobei natürlich die beiden in jungen
Jahren gestorbenen Habsburger Friedrich,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon