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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 283 -
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Seite - 283 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Dabskurg — Johann 283 Habsburg — Johann Festen einen Trinkspruch ausbrachte, der in verschiedenen Formen berichtet, in allen jedoch als ein Toast auf die Ein» heit Deutschlands gedeutet ward. Auch hatte der Umstand, daß er im Sep> tember 1846 in Gratz bei der Versamm- lung der deutschen Land» und Forst- wirthe den Vorsitz übernahm, seinen Namen in Deutschland in frischer Er- innerung erhalten. Ungeachtet nun, daß in Frankfurt bei der Majorität schon damals der Plan feststand, die Führer- schaft Deutschlands Preußen, als einer protestantischen, d. i. als einer Macht des Geistes, die nun einmal nicht wegzu demonstriren ist, zuzuwenden, ungeachtet dessen fiel die Wahl auf dm Erzherzog, dessen Volksthümlichkeit und die Tradi- tionen des seit sechs Jahrhunderten fast ununterbrochen von Habsburgern ein- genommenen deutschen Kaiserthrones diese Wahl erklären und rechtfertigen. Der Erzherzog verstand es auch, den mächtigen preußischen Einflüssen das compacte öster- reichische Bewußtsein entgegenzusetzen. Des ihm spater aufgedrungenen Ministe- riums Gagern, dem es gänzlich an Sympathien fehlte, wurde er bald ledig, und das letzte Ministerium bestand leider aus Männern, die nicht gewachsen waren der großen, durch schnelles Vergessen der jüngsten Ereignisse und — weil man ver» nünftige Nutzanwendung daraus zu ziehen verschmähte — doppelt erschwerten Auf» gäbe. Jedoch der Erzherzog behauptete seine Stellung und wahrte Oesterreichs In» teressen bis zum Momente der Auflösung deS deutschen Reichsparlaments. Er war am 29. Juni 1848 zum Reichsverweser erwählt worden, trat am 12. Juli sein Amt in Frankfurt an, und legte erst, nachdem am 30. September l849 in Wien zwischen Oesterreich und Preußen der Abschluß eines Vertrages (das In» terim) über die Einsetzung einer Bundes» commission — preußischer Seits Rado> w i h und Bötticher, österreichischer Seits Kübeck und Schönhals — zu Stande gekommen war, am 20. December die Reichsverweserschaft in die Hände dieser Commission nieder, aus welcher sich allge« mach derdeutscheBundestag in seiner alten und traurigenForm bestens entwickelte. Am 26. April 1830 lud Oesterreich das Plenum des Bundestages zum Zusammentritte ein. Der Erzherzog zog sich nun wieder in's Privatleben zurück und widmete sich wie früher der Förderung gemeinnütziger Unternehmungen in Steiermark. Eine Uebersicht seiner segensreichen Wirksamkeit in diesem Kronlande möge nun diese Lebensskizze beschließen. Mit Uebergehung der politischen Motive, welche den Erz« herzog seinen Aufenthalt in Steiermark nehmen ließen, war es vornehmlich der biedere, dem der Tiroler ähnliche Volks» charakter der.Steirer, welcher den Erz» herzog fesselte und ihn den Auftnthalt unter diesen wackoren Bewohnern der Berge jedem anderen vorziehen hieß. Für das Land selbst war diese Wahl eine Quelle von Wohlthaten, welche sein Andenken durch Jahrhunderte erhalten werden, wie das des Herzogs Ernst ssiehe d. Nr. 78 j^ in jedes Steirers Munde bis zur Gegenwart lebt. Mit der Hebung der geistigen Cultur begann der Erzherzog seine Maßnahmen. Im Jahre 1811 begründete er das nach ihm benannte Ioanneum svergl. darüber: Oesterreichs Pantheon (Wien 1830. Adolph, 8°.) Bd. I I . S. 1-23^, wo gleich Anfangs Mineralogie, Botanik, Astronomie und Mechanik vorgetragen wurden. Durch Beiträge der Stände und des Landes erhielt das Institut bald eine ansehnliche Bibliothek, ein diplo- matisches Archiv, eine mineralogische,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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