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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 284 -
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Habsburg — Johann 284 Habsburg — Johann zoologische und technische Sammlung, ein chemisches Laboratorium, ein Münz« und Untiken-Cabinet und einen botani« schen Garten. Preisfragen über heimische, alte und mittlere Geschichte und Geo- graphie förderten den wissenschaftlichen Sinn und brachten Licht in diese wenig bekannten Theile der Kenntniß des Lan- des. 1819 wurde unter Vorsitz des Erz- herzogs ein Leseverein gegründet, welcher nicht weniger als 150 Zeitschriften hält und bis zur Gegenwart besteht. 1821 entstand unter seiner Aegide die „steter- märkische Zeitschrift" in zwanglosen Heften und wurde bis 1848 fortgesetzt. ZuAnfang 1840 constituirte sich im innigen Ver» bände mit dem Ioanneum der historische Verein für Innerösterreich, der sich 1349 in drei selbstständige Vereine theilte, wo- von jeder seine Vereinsschriften veröffent- lichte (Gratz, Klagenfurt, Laibach). Die Professuren am Ioanneum waren auf zehn Stellen angewachsen und noch wurde 1843 die steirisch«ständische Realschule, jetzt Oberrealschule, unter den Auspicien des Erzherzogs m's Leben gerufen. Die seit 1811 begründete landwirtschaftliche Lehrkanzel hatte wenig Nutzen für das praktische Leben; der Prinz griff nun energischer ein und gründete 1819 die LandwirthschaftsgesellschaftinSteiermark, theilte sie in 20 Filialen ein nnd berief gleich Anfangs zur Theilnahme 20W Mitglieder. Die Landescultur nahm nun den erfreulichsten Fortgang und aus dem Schooße dieser Gesellschaft gingen neue Vereine, der Gartenbau», Seidenbau-, Forst- und Industrie-Verein hervor; 1822 wurde noch der ständische Veisuchshof begründet, dem später die zweckmäßigen Ackerbauschulen folgten. Seine bereits erwähnte Reise nach England hatte nach- haltige Folgen für die Steiermark. Er nahm überall Muster der Erzeugnisse, Pläne, Zeichnungen und Modelle, welche er bei seinem Eintreffen in Gratz (13. Mai 1316) in den Räumen des Ioanneums zur Einsicht und Benützung niederlegte. Um aber den Weg zum Bessern anzubah- nen, ging er .immer selbst mit dem Bei- spiele voran. 1822 kaufte er zu Vordern- berg ein Radgewerk, 1837 ein zweites; er beredete nun die dortigen Radmeister zum Gintritte in eine Communität, um den Bergbau systematisch zu betreiben, besorgte die Errichtung einer montanisti- schen Lehranstalt, kaufte später das Blech- Walzwerk zu Krems in Mittelsteiermark und ging nun in Fabrikation der Eisen-, Stahl- und Blecherzeugung überall mit eigenem Beispiele voran. Begünstiget durch die Anwendung der Dampfkraft, entstanden neben den schon vorhandenen allmälig neue Fabriken, die Gewerbe- thätigkeit wuchs in erfreulicher Weise; was früher aus dem Auslande bezogen werden mußte, gedieh im eigenen Lande eben so gut und billiger, und als im Jahre 1837 .unter den Auspicien des Erzherzogs der Industrie - Verein in's Leben trat, begannen die Industrieausstellungen zu Gratz, Klagenfurt, Laibach, Linz und zeigten, was der heimische Gewerbefleiß vermag, wenn er dazu angeregt wird. Nicht weniger ersprießlich war des Erz- Herzogs Thätigkeit in humanistischer Rich- tung; so förderte er die Errichtung der Gratzer Sparcafse und der wechselseitigen innerösterreichischen Brandschaden ° Ver- sicherungsgesellschaft, cuvirkte, daß die Südbahn, welche durch Ungarn gezogen werden sollte, ihre Strecke durch Steier» mark erhielt, wodurch der nachrheiligen Isolirung dieses Landes vorgebeugt ward. Als 1843 bn der Versammlung der deut- schen Naturforscher die Degeneration des Impfstoffes als Ursache so vieler Todes- fälle in der Kinderwelt zur Sprache kam,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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