Seite - 288 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
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Habsburg — Johanna 288 Habsburg — Johanna
Philipp, dem Sohne Maximilian'sI.,
nicht nur die spanischen Länder an das
Haus Oesterreich gebracht, sondern auch
den Mannsstamm des Hauses Habs-
bürg durch dritthalbhundert Jahre erhielt
(1740), worauf dann durch Maria
Theresiens Heirath mit Franz I.
Stephan das Haus Habsburg-Loth'
ringen anhebt.
Fugger, Spiegel der Ehren des Erzhcuiscs
Oesterreich (Nürnberg l668, kl. Fol.) S. 294.
321, 331.
* . *
12 0- Johanna von Castilien, Gema-
lin Phil ipp's, Erzherzogs von Oester-
reich (geb. 6. Nov. 1479, gest. 12. April
1333). Drittes Kind Ferdinand's
des Katholischen von Aragonien und
Isabella's von Castilien, vermalt an
Phil ipp, Erzherzog von Oesterreich,
am 21. October 1496. Nach dem Tode
ihres Neffen Michael, einzigen Sohnes
ihrer ältesten Schwester, Königin Isa-
bella von Portugal, welcher 1300
erfolgte. fand man es für gerathen,
zur feierlichen Anerkennung ihrer Rechte
auf Spanien, welche Michael ihr über»
lassen hatte, sie mit ihrem Geniale nack
Spanien zu berufen. Sie kamen nun
am 22. September 1302 in Saragossa
an, aber das steife spanische Hofleben
sagte Phil ipp nicht zu, und schon am
19. December 1392 verließ er wider
Willen Ferdinand's und Isabellens
Spanien,seineGemalin Johanna in ge>
segneten Umständen zurücklassend. Jo-
hanna, schon früher, wie die Geschicht-
schreiber berichten, überspannten Geistes,
wurde nach ihrer Entbindung völlig gei-
steskrank, und in ihrer ungestümen Sehn-
sucht nach dem fernen Gatten gewann die
Krankheit einen heftigen Charakter. Sie
wurde nun, um sich zu erholen, zuerst nach
Segovia, dann nach Medina dal Campo I und unter Aufsicht des Bischofs von
Cordova gebracht. Alle Mittel zu ihrer
Heilung fruchteten wenig; um ihrer Sehn-
sucht nach Phil ipp nachzugeben, brachte
man sie zu ihm zurück und am 1. März
1304 reiste sie von Medina dal Campo
nach Laredo und von da nach Flandern.
Ihre Mutter Isabella starb noch im
nämlichen Jahre, am 26. November 1304,
und bestellte, da Johanna ihres Seelen-
zustandes wegen die Negierung nicht
führen konnte und deren ältester Sohn
Kar l noch unmündig war, ihren Gemal
Ferdinand den Katholischen, als des
Letzteren Vormund und Regenten Casti-
liens; Phi l ipp, Iohannens Gemal,
war also durch diese Anordnung von
der Regierung ausgeschlossen. Phil ipp
jedoch kehrte sich nicht an diese Verfü-
gung, sondern verlangte als natürlicher
Vormund seiner Gemalin und seines
Sohnes zum Reichöverweser Castiliens
bestellt zu werden. Die von beiden Seiten,
von Ferdinand dem Katholischen
und Phi l ipp von Oesterreich erhobenen
Ansprüche führten zu ernsten Verwicke-
lungen, welche Phi l ipp einfach dadurch
zu lösen vermeinte, wenn er sich mit
seiner Gemalin an Ort und Stelle
begab. Am 10. Jänner 1306 reiste dem-
nach Phi l ipp mitIohannen ab, aber
ein Sturm verschlug das Schiff an die
englische Küste und der Erzherzog mit
seiner Gattin wurde von dem eng'
lischen Könige Heinrich VII. gastlich
empfangen und zu Windsor festlich
gehalten. Erst nach dreimonatlichem
Aufenthalte verließen P h i l i p p und
Johanna England und erreichten am
28. April 1306 den Hafen Corunna.
Am 9. Juli huldigten zu Valadolid die
Stände den beiden Gatten und ihrem
Sohne Karl. War früher in einem
zu Salamanca, 23. November 1301,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon