Seite - 290 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
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Habskurg — Johanna 290 Habsburg — Johanna
des Bildes von Slingeneyer macht der
Kritiker folgende Bemerkung: „Die tolle Jo-
hann a ist meisterhaft gemalt, ihr Blick und eine
Pfauenfeder im Haare sagen die ganze unaus-
sprechliche Verwirrung ihrer Geisteskräfte". Der
Kritiker bringt hier ganz unrichtig die Pfauen-
feder in eine Beziehung mit dem Irrsinne der
Fürstin. Die Pfauenfeder ist aber nichts als
cin charakteristisches Zeichen der Habsburger
Fürsten, welches sie und eben nur sie am Helme.
Hut oder Barett zu tragen pflegten. Slinge«
neyer wählte also die Pfaumftder durchaus
nicht als symbolische Bezeichnung des Irrsinnes
der Fürstin, sondern um die Gestalt für das
Auge des geschichtskundigen Beschauers sogleich
als Haböburgerin kenntlich zu machen. — Poe-
tisch behandelt hat diesen Stoss L. Koßarski
im „Berliner Figaro". Redigirt von L. W.
Krause 1839, Nr. 50.
* « *
4 2 1. Johanna von Oesterreich, Gema-
lin Johann's, Kronprinzen von Por-
tugal (geb. 24. Juni 1333, gest. 8. Sep-
tember 1o?3, wornach das Todesjahr im
Artikel Elisabeth von Portugal
Mr. 69^, wo 1373 angegeben, zu
berichtigen ist). Zweite Tochter des Kai-
sers Karl V. und Isabell a's von Por-
tugal ss. Nr. 69). Verlor, 4 Jahre alt,
die Mutter, sah ihren Vater, der meist
abwesend und in Deutschland war, selten,
und wurde mit ihren zwei anderen Ge-
schwistern, Philipp, nachmals als König
von Spanien der Zweite, und Maria,
in Spanien erzogen. Dem Wunsche ihres
Vaters gemäß, wurde sie dem damaligen
Kronprinzen von Portugal, Johann,
1332 vermalt. Schon am 2. Jänner
1334 wurde sie Witwe und gebar erst
zwei Wochen nach ihres Gatten Tode
(am 20. Jänner) den nachmaligen König
Sebastian. Als ihr Bruder Philipp
im Begriffe stand, sich mit Maria von
England zu vermalen, bestellte sie ihr
Vater zur Regentin von Spanien; sie
verließ sonach Portugal (16. April 1334)
für immer, ihr Kind bei den Schwieger«
eltem zurücklassend. Bis zum 29. August 1339 führte sie
die Regentschaft und legte
dieselbe, als Philipp zurückkehrte, in
dessen Hände nieder. Während ihrer
Regentschaft sollte die Stadt Bugia,
welche 1533 von Mauren genommen
worden, wieder erobert werden, aber sie
lehnte alle Anträge der spanischen Stände,
die darauf abzielten, ab, und verschob
diese Angelegenheit bis zur Rückkehr ihres
Bruders; hingegen befreite sie das 1336
hart bedrängte Oran. Sie lebte am Hofe
ihres Bruders, des Königs Philipp. Als
1.363 die Zusammenkunft ihrer Schwä-
gerin Elisabeth (Philipp's II. Ge-
malin) mit Karl IX., König von Frank-
reich, und seiner Mutter
stattfand,
kam auch
sie in Vorschlag, letzteren Monarchen zu
heirathen, da ein engerer Anschluß der
Kronen Spaniens undFrankreichs bezweckt
wurde; jedoch kam es nicht dazu, denn
Karl IX. heirathete Elisabeth, die
Tochter des Kaisers Maximilian II.
s^. Nr.7l^, und Johanna blieb Witwe.
Sie starb, 38 Jahre alt, im Escurial
und wurde in dem von ihr 1339 gegrün-
deten prächtigen Kloster Santa Clara zu
Madrid bestattet.
Hübner (Ioh.), Geneal. Tabellen (Leipzig 171!»)
Bd. I, Tab. 42 sgibt gleich vielen anderen Histo-
rikern das Jahr 1578 als Johanna'S Todes'
jähr an. wahrscheinlich in Verwechslung mit der
folgendenIoh ann a, diel578 starb^. — Ersch
und Grub er, Allgem. Encyklopädie der Wissen-
schaften und Künste (Leipzig, 4".) I I . Section,
21. Bd. S. Zis.
* « .
l22. Johanna von Oesterreich, Gema-
lin des Großherzogs Franz Medicis
von Toscana (geb. 24. Jänner 1547,
gest. 11. April 1378). Tochter des Kaisers
Ferdinand I. und Anna's ^s.Nr.24),
einer Schwester Ludwig 's, letzten
Königs in Ungarn und Böhmen.. Ihre
Vermälung mit Franz von Medicis,
einem nachgebornen Sohne des Herzogs
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon