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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 319 -
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Seite - 319 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Habsburg — Joseph 319 Sabsburg — Joseph Maria Theresia'S an den Grafen Nei p- perg); — I I I . Bdchn. S. 174: „Die ersten Spuren des Iacobinismus unter Joseph; die Zauberflöte als Allegorie der Revolution"; — IV. Bdchn. S. 264 u. f..- „Die Gutachten Lascy's, Kaunitz's und Loudon's oou Kaiser Joseph"; S. 42S: „Das Pasquill an der lutherischen Kirche in Wien"; — V. Bdchn. S. 48: „Die Broschürenfluth während der Iosephinischen Preßfreiheit. ^Aussprache darüber zweier glaubwürdiger Gewährsmänner.- Blumauer und Pezzl. Nach Blumauer erschienen vom 1. April 1782 bis September 1783, also binnen 18 Monaten, in Wien allein — die Nachdrücke fremder Werke nicht gerechnet — 1172 Schrif- ten. Der größte Theil derselben war werth- los; nur Einiges war lesenswerth und ein ganz kleiner Theil kann als Quelle für die Culturhistoriker dienen. Pezzl gibt intere« sante Aufschlüsse über das Urtheil, welches deutsche Journale über diese Brochürenfluth fällten); S. 86-. „Die Wiener und die Wienerinen unter Joseph's Negierung' laus Pezzl's Beschreibung Wiens); S. 110: „Joseph's Plan zu einer Schauspieler- Pflanzschule" (^opwiörb) ^ie ausführliche Geschichte des ganzen Iosephinischen Planes, mit der von Ioh. Heinr. Friedrich Mül ler im Auftrage des Kaisers verfaßten Denk- schrift. Siehe übrigens auch unter: IX. Anekdotisches aus Joseph's Leben, d) In Werken und Zeitschriften Zerstreutes. S. 315); S. 122: „Das Abentheuer mit Heinrich's Buch: Gesetze der k. k. Armee". — „Joseph's Sommerwohnung im Augarten". Die von Freih. v. Eyb 1848 radirte Abbil- dung derselben befindet sich in Gräffer's „Iosephinische Curiosa" als Titelblatt zum II I . Bündchen, und der Tert dazu, ebenda, S. 197. XI. Urtheile üver Kaiser Joseph. Höchst interes. sant ist die Charakteristik des Kaisers, welche der englische Gesandte in Wien in einem an seinen Hof erstatteten Berichte entwirft. Es heißt darin u. A..- „Stellt sich der Kaiser auf seinen eigenen Boden, folgt er den Eingebun- gen ftincs eigenen Geistes und Herzens, so wird er in den Augen der Vernunft und Wahrheit viel größer sein, als der König von Preußen; läßt er sich zur Nachahmung herab, muß er unvermeidlich der Geringere werden. Der allgemeine Glaube an des Kaisers Ge< schicklichkeit steigt mit jedem Tage. . . . Er zeigt rasches Urtheil und Scharfsinn und dmi- zufolge Klarheit und Leichtigkeit des Aus« druckes, ohne viel von den Kenntnissen zu besitzen, welche man durch Fleiß und abstraktes Forschen erwirkt. Er hat (was unendlich vor- zuziehen ist) einen gesunden, gewandten und praktischen Verstand. Er besitzt die Kraft und zugleich Beweglichkeit des Geistes, welche sich mit einem Male auf einen Gegenstand richtet, ihn in voller Ausdehnung angreift, und dann ein entschiedenes (sowie im Allgemeinen ein richtiges und wohlbegründetes) Urtheil fällt. Ihn scheint keine Gefahr von den Felsen zu bedrohen, an denen so Viele scheiterten. Er hat kein überwiegendes Laster, keine Leiden» schaft, der er nicht Herr wäre; er ist durch Geschmack und Grundsatz ein Feind alles Staates, Pompes und aller Pracht, während er die wahrste und natürlichste Einfachheit der Sitten zeigt. Oft geht er aus, nur von einem einzigen Diener begleitet, spricht gern mit Leuten aus allen Ständen, weiß Jeden, mit dem er redet, in angenehme und bequeme Stimmung zu versetzen, liebt leichten freund« lichen Umgang so sehr, als er feierliche Kreise haßt — zeigt überall in Sprache, Bewegung und Benehmen die außerordentlichste Leut- seligkeit. Zu gleicher Zeit besitzt er aber solche Würde, daß seldst in den vertrautesten Augen- blicken Niemand' die Achtung vergessen kann, welche ihm zukommt, fast möchte ich sagen, die man noch mehr dem Manne schuldig ist, als der Krone, die er trägt." Nachdem nun der Gesandte über die kleinen Mißhelligkeiten zwischen Joseph und Maria Theresia gesprochen hat, die aus der Verschiedenheit der beiderseitigen Grundsahe entsprangen, aber immer durch die gegenseitige Liebe und Achtung wieder ausgeglichen wurden, fährt er fort: „Der Kaiser hegt strenge und feste Grundsätze über Gerechtigkeit und Billigkeit. Kein Herr- scher kann ein größerer Feind der Unter- drückung sein. Es ist jedoch eine gewisse Steif- heit und Härte in ihm, welche erst die Reife des Alters und der Erfahrung mildern kann, und welche ihn jetzt zu schnell und zu oft zu dem Schlüsse verleitet.- Dießistrecht, also soll und muß es sein! Er achtet nicht genug auf die allgemeinen Vorurtheile und Schwächen der Menschen, räumt ihnen zu wenig ein und bedenkt zu wenig, mit welcher außerordentlichen Vorsicht allgemeine Neue« rungen, selbst wenn sie weise sind, eingeführt werden müssen. Er fühlt nicht genug, daß der geringste Schein der Unterdrückung ein wahres Nebel ist: ein Uebel sowohl für die, welche
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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