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Habsbnrg — Juan 332 Habsburg — Juan
denn Phi l ipp schon im Jahre 1368 —
als Don Juan erst 23 Jahre zählte —
zum Befehlshaber eines Geschwaders
Galeeren, das zur Beschützung der Küsten
gegen die afrikanischen Seeräuber ent-
sendet wurde. Im folgenden Jahre, als
der Krieg mit den Mauren in Granada,
die bekehrt werden sollten, ausbrach
und unter den Anführern des königlichen
Heeres keine Einigung zu erzielen war,
wurde Don Juan nach Granada ent-
sendet, wo er am 6. April 1369 ankam.
Anfänglich hatte Don Juan bloß die
innern Angelegenheiten der Provinz zu
leiten; erst später, als in einzelnen Be-
satzungen Meutereien ausbrachen und
der Zustand der Dinge immer bedenklicher
wurde, erhielten er und der Herzog von
Sessa Befehl, zu den Waffen zu greifen.
Don Juan nahm min Castilleja und
erschien am 10. Jänner 1370 vor Galera.
Der heftige Widerstand der Stadt erbit»
terten ihn dermaßen, daß er ihren Unter-
gang gelobte. Am 10. Februar wurde
sie erstürmt, alle Einwohner, bis auf
4300 Frauen und Kinder, welche geschont
wurden, niedergemacht, die Stadt der
Erde gleich gemacht und der wüste Platz
mit Sah bestreut. Nach und nach ergaben
sich nach geringem Widerstände vielc
Städte, insbesondere, als es gelungen
war, den Moriskenhäuptling Ferdi-
nand Abaqui in's Interesse zu ziehen,
unterdessen Einfiußdie Unterwerfung der
übrigen Häuptlinge und ihres Ober-
hauptes Aben-Aboo gelang. Als aber
Letzterer die bei der Unterwerfung fest-
gestellten Bedingungen nicht einhielt,
Abaqui in diesen Wirren sogar das
Leben verlor und sich endlich Aben»
Aboo wieder von Allem, was er früher
eingegangen, lossagte, brach der Krieg
mit erneuertem Ungestüm aus, wurde
aber von Don Juan bereits in wenig. Monden siegreich zu Ende geführt; denn
noch am 11. November 1370 hielt er
in Granada seinen festlichen Einzug.
Eine neue, noch ehrenvollere Laufbahn
eröffnete sich ihm, als die Fortschritte
der türkischen Waffen außer Italien
und Sicilien auch Spanien bedrohten.
Venedig. Roms PiusV. und Phi l ipp
schlössen gegen die Türken am 20. Mai
1571 einen Bund; an die Spitze der
vereinten Flotten wurde Don Juan
gestellt und Messina's Haftn zum Sam-
melplatz bestimmt. Die Stärke der ver-
einigten christlichen Flotte wird zwischen
212 bis 272 Fahrzeugen angegeben; am
16. September lief die Flotte aus, erst
am 7. October stieß sie bei den Curzo»
laren auf der Meereshöhe auf den Feind,
dessen Starke mit 300 Segeln angegeben
wird. Der verzweiflungsvolle Kampf
hatte des Morgens begonnen und des
Abends siegreich für die Christen geendet.
Der Capudanpascha Al i fiel, seine beiden
Söhne wurden gefangen, 130 feindliche
Fahrzeuge erobert, ein großer Theil
der übrigen in den Grund gebohrt und
verbrannt. Die Ungläubigen verloren
33.000 Mann an Todten und Gefan-
genen und überdieß 13.000 Christen-
sclaven. Die Christen verloren 15 Galee-
ren und zwischen 8 bis 10.000 Mann.
Dieß ist der Ausgang der denkwürdigen
Schlacht von Levanto. und der Held
dieses Tages war Don I u a n d' Austri a.
Die Uneinigkeit der Bundesgenossen ver«
schuldete es, daß dieser Sieg nicht dazu
benützt wurde, die Macht der Türken, wenn
nicht ganz zu brechen, so doch für einige
Zeit unschädlich zu machen. Die Christen-
heit aber war voll des Lobes über Don
Juan und sogar die Worte des Evan«
geliums: ?uit Iiomo inigsus a Deo
cui N0M6N 61-g.t «loannoL) wurden von
allen Seiten auf ihn angewendet. Die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon