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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 337 -
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Seite - 337 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Zabsburg — Juan 337 Habsburg — Juan nun den Oberbefehl über das Heer an der portugiesischen Grenze. Anfänglich war ihm in diesem Kriege das Glück wenig hold, später wendete es sich zu seinen Gunsten, bis auf der Seite der Portugiesen der Graf von Schomberg dem vordringenden Prinzen sich entgegen stellte und ihm am 8. Juni 4663 bei Estramoz eine Schlacht lieferte, welche Portugals Schicksal vollkommen ent- schied. Don Juan kehrte nun nach Madrid zurück, wo seine Niederlage dem Hasse der Königin Maria Anna Gelegenheit bot, ihn beim Könige in Mißgunst zu setzen. Als Phi l ipp am 47. September 1663 starb, wurde Don Juan von der Reichsverwaltung aus« geschlossen. Früher schon war er des Heerbefehles beraubt und nach Consuegra verbannt worden. Am Hofe der Königin war ihr Beichtvater, Cardinal Eberhard Nitard — richtiger Neidhardt — in allen Dingen maßgebend. Die Staats- geschäfte lagen in seiner Hand und sein Haß gegen Don Juan zog diesem die heftigsten Verfolgungen zu. Da aber der Prinz einen sehr großen Anhang im Volke, und Neidhardt heftige Geg. ner hatte, so wurde endlich letzterer, um vom Hofe entfernt zu werden, vom Staatsrathe als außerordentlicher Bot- schafter nach Deutschland bestimmt. Da die Königin Neidhardt's Entfernung nicht zugeben wollte, wuchs die Unruhe, das Volk griff zu den Waffen und endlich mußte Neidhardt den Hof verlassen, worauf er sich in der Eigenschaft eines Gesandten nach Rom begab. Don I u an's Partei nahm immer mehr zu, auch that er Alles, um das Vertrauen des Volkes zu gewinnen. Die Königin, die Ent« thronung ihres Sohnes besorgend, räumte ihm in einem Decrete (vom 4. Juni 1669) die Theilnahme an der Staatsverwaltung u. Wurzbach, biogr. Lexikon. V!'. ein. Noch waren aber die Wirren und Parteiungen am königlichen Hofe nicht beigelegt, und selbst dann nicht,- als Mar ia Anna's Sohn, Kar l I I . , sich in seinem 13. Jahre plötzlich für voll» jährig erklärte und am 9. November 4673 die Zügel der Regierung ergriff. Die Verweisung Don Juan's mit mehreren seiner Freunde war die nächste Folge, aber dieß schwächte weder des Prinzen Ansehen noch seine Partei, und Karl sah sich genöthiget, um den Bürgerkrieg zu verhindern, Don Juan am 29. Decem- ber 1676 zurückzurufen. Dieser nahm nun am Hofe seines Stiefbruders die Stelle eines ersten Ministers ein; auf diesem Posten schaffte er mehrere Miß« brauche ab, schloß im September 1678 zu Nymwegen den Frieden ab, dessen die erschöpfte Nation dringend benöthigte, betrieb die Vermalung Kar l 's mit Mar ia Louise, Tochter des Mon- sieur und der Nichte Ludwig's XIV., ohne sie jedoch zu erleben, da ihn ein Fieber — und nicht wie man meinte Gift — nach 23tägigem Krankenlager im . Jahre seines Lebens dahinraffte, in einem Zeitpuncte, da der Ginfluß der Königin Mutter wieder mächtig, durch neue Parteiungen am Hofe gesiarkr und Don Juan's Sturz beschlossen worden war. Diese Wirren am Hofe hatten ihn - selbst zu Maßregeln genöthiget, welche eine starke Partei gegen ihn aufbrachten, und ihn verhinderten, durchgreifend zur Herstellung der Ordnung, zur Hebung des Landes und Abschaffung der Miß- bräuche zu wirken, dazu ihn seine seltenen Talente befähigten und das ihm bei seiner Energie unter anders gearteten Ver. hältnifsen wahrscheinlich gelungen wäre. Sein unbändiger Stolz war mit den genannten Ursachen im Vereine ein nicht geringes Hinderniß, seine besten Absichten 22
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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