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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 339 -
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Seite - 339 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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FabsburZ — Aarl 339 Fabsburg — Karl letztwilligen Anordnungen Ferdinand's des Katholischen (gest. 23. Jänner 43l6) machten Karl zum Erben des größten Reiches, welches seit Karl dem Großen jemals ein Fürst besessen. Als Karl 6 Jahre alt war, verlor er durch den Tod seinen Vater Philipp den Schönen (gest. 23. September 1306), nachdem 3 Monate früher dieser und seine Gemalin Johanna (s. d. Nr. 120) als König und Königin von Castilien, und ihr Sohn Karl als Prinz von Asturien ausgerufen worden waren. Die erste Erziehung des Erzherzogs leiteten zwei Fürstinen, Tante Margaretha von Oesterreich und Margaretha von Jork, dritte Gemalin und Witwe Karl's des Kühnen von Burgund, zwei Frauen von seltenen Geistesgaben, von denen zwar die letztere schon starb, als Karl nur erst 3 Jahre alt war, erstere aber des Erzherzogs Erziehung bis zu ihrer Vollendung überwachen konnte. Als nach Philipp's Tode die Flammänder den Kaiser Maximilian zur Regentschaft beriefen, übergab dieser seinen Enkel dem Herrn Wilhelm Croy de Chievres, unter dessen Oberaufsicht Hadr ian Florent von Utrecht (gest. 1323), nach- mals Papst Hadrian VI., Karl Cernio von Antwerpen und der Castilianer Antonio Vacca die Ausbildung des Prinzen besorgten. Vor seinem 16. Jahre sprach Karl sechs Sprachen: italienisch, spanisch, englisch, flammändisch, französisch und deutsch, und zwar wie er selbst sagte: „französisch, um mit sich selbst zu reden; deutsch, damit er Kaiser werden könne". In den übrigen Wissenschaften machte er gleichfalls treffliche Fortschritte, und in den ritterlichen Uebungen schon im Alter von 10 Jahren hervorragend, war er seinem Großvater Maximilian voll- kommen ahnlich. Als Ferdinand der Katholische gestorben war, nahm Karl auf den Nath der Flammänder, die seinen Hofstaat bildeten, den Königstitel als Karl I. an, ehe ihm derselbe von den Cortes war übertragen worden. Nach den Grundgesetzen des Landes gehörte aber dieser Titel nur der Königin Johanna und war dieß bisher in keiner Art wider- rufen worden. Die Spanier betrachteten nun diesen Vorgang als eine Verletzung ihrer Rechte und jener der Königin Mutter; aber der Einfluß des Cardinals Xime> nes, dem Ferdinand während Karl's Minderjährigkeit die Regentschaft über- tragen hatte, führte es durch, daß Karl's Rechte auf die Krone feierlich anerkannt wurden (13. April 1516). Die ersten Jahre seiner glorreichen Regierung waren stürmisch. Ein Aufstand der Landleute gegen den Adel wurde von Timen es unterdrückt, der diese Gelegenheit benutzte, den übermüthigen Adel zu beugen. 1317 begab sich Karl selbst nach Spanien, landete am 13. September bei Villa- viciosa in Asturien und hielt im folgenden Jahre seinen Einzug in Valladolid, wo» hin er die castilischen Cortes berufen hatte. Die Anhänglichkeit dieser Letzteren für Isabella's Tochter.war aber sogroß, daß sie ihn nur im Vereine mit seiner Mutter zum Könige ausriefen und ihr Name in allen Staatsacten vor dem seinigen stehen mußte; in Aragonien hatte Karl noch heftigeren Widerstand zu besiegen. Unter diesen Ereignissen erfolgte der Tod des Kaisers Maximilian (12. Jänner 1319). Obgleich auch Franz I. von Frankreich um die deutsche Kaistrwürde sich bewarb, wurde dochKarl von dm Churfürsten zum Kaiser gewählt (28. Juni 1319). Diese Wahl mißfiel den Spaniern, welche weder ihr Geld noch ihr Blut in auswärtigen Kriegen opfern wollten; nur mit vielen Mühen 22 ^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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