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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 340 -
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— Karl Z40 Habsburg — Karl gelang es dem Könige, die nöthigen Summen zu seiner Reise nach Deutsch« land zu erhalten. Nachdem er seinem Er- zieher H adri an von Utrecht während seiner Abwesenheit von Spanien die Regentschaft übertragen hatte, schiffte er sich am 22. Mai 1320 ein, um über.Belgien sich nach Deutschland zu verfügen. Kar l fühlte es nur zu wohl, daß die andern Fürsten Europa's mit Eifersucht und Besorgniß die Vereinigung so vieler Kronen auf Einem Haupte sehen werden und war bestrebt, sich Verbündete zu ver» schaffen. So verband er sich, indem er Cardinal Wolsey gewann, und FranzI . von Frankreich von der Allianz mit Eng» land trennte, zunächst mitHeinrich VIII, von England, mit welchem Kar l schon im vorigen Jahre im October, erst zu Dover, dann auf dem wegen der Pracht dieser Begegnung oainp äs ärap ä'or genannten Felde zwischen Guisnes und Anders und zu Gravelingen eine Zusam« menkunft hatte. Nun setzte Kar l seine Reise fort, ließ sich am 23. October 1320 zu Aachen krönen und berief auf den Anfang des nächsten Jahres einen Reichs- tag nach Worms, deffen Aufgabe sein sollte, die Mittel zu berathen, welche der durch Luther's Lehre gekräftigten neuen Richtung des Geistes am erfolgreichsten Widerstand leisten könnten. Der Kaiser erschien in Person auf diesem Reichstage, auf welchem nur die Reichsacht gegen den Reformator erlassen, und die erste Theilung der österreichischen Besitzungen zwischen den Brüdern Kar l und Fer» dinand festgestellt wurde. Die Verträge darüber datiren vom 28. April 1321 aus Worms, vom 30. Jänner, 1. und 18. Mai 1322 aus Brüssel. Seit dieser Theilung schied sich das Haus Habsburg in zwei Linien, in die österreichische und spanische, von denen erstere die letztere nur um 40 Jahre überlebte, da die spanische mit Kar l I I . am i. November 1700, die österreichische aber im Mannssiamme mit Kar l VI . (siehe d. Folg.) am 26. Octo- ber 1740 erlosch. Die Verhältnisse in Deutschland mahnten den Kaiser, sich noch nach einem zweiten Verbündeten umzu« sehen, und Don Manuel , sein Gesandter in Rom. unterhandelte mit Papst Leo X. Indessen mehrten sich im Westen die Ver- wicklungen. Von Franz I. gestachelt, siel in des vertriebenen Königs Johann d'Albret Namen Andreas von Foir in Spanien ein, überschwemmte mit seiner Heeresmacht Navara, nahm Pampelona, bei dessen Vertheidigung der biscayische Edelmann Don Ignazio Loyola ver« wundet wurde, welcher dann während seiner Heilung den Gedanken faßte, den Jesuitenorden zu stiften. Die Gefangen- schaft Foix' bei Lagrogno (30. Juni 1321) vereitelte die Absichten Frank- reichs, welches mit diesem Handstreich nur Menschenleben geopfert und nichts gewonnen hatte. I n den Niederlanden machte Robert von der Mark, gleich» falls von Franz überredet, in Luxemburg einen Einfall. Da aber Kaiser Kar l die Pläne des französischen Königs, der ihm einen Gegner um den andern warb, durchschaute, befahl er seinem General, dem Grafen von Nassau, in Frankreich einzufallen. Die Vermittlung Englands endete den Kampf; Heinrich VII I . ver- anstaltete eine Zusammenkunft zu Calais (3. August 1321), auf welcher Wolsey, Heinrich's VIII . Minister, der wie die übrigen englischen Minister große Sum« men von Seite des Kaisers bezog, die Verhandlungen leirete. Jedoch dieser Congreß ging erfolglos auseinander, und in Brügge, wo Wolsey mit dem Kaiser zusammentraf, wurde die Allianz Englands mit Kar l V. gegen FranzI .
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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