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Habs!) urg — Karl 347 Habsburg — Karl
Karl der V. war ein großer Fürst. Als er
starb,,zählte er 38 Jahre und etwas über
6 Monate; seine Regierung, nur in den
letzten Lebensjahren von einigen ungün-
stigen Erfolgen begleitet, war glorreich.
Voll Würde in seiner Erscheinung, fein in
seinen Sitten, ließ er feine Entschlüsse lang-
sam reifen, um sie dann rasch auszufüh-
ren. Sein Geist bot ihm alle Hilfsmittel,
um den vielen und mächtigen Verwickelun»
gen seiner Zeit die Stirne zu bieten. In
allen, auch den widrigsten Verhältnissen
bewahrte er seinen Gleichmuth; je größer
das Mißgeschick war, das ihn heimsuchte,
um so größere Fassung stellte er ihm ent-
gegen. Ein großer Kenner der Menschen,
verstand er es, sie zu seinen Zwecken zu
benutzen. Achten mußte man ihn im ersten
Anblicke, dann bewundern, aber es war
nöthig ihn genau zu kennen, um ihn zu
lieben. Einer seiner Biographen unter«
scheidet treffend in seinem Leben drei
Epochen, die seiner werdenden, wach«
senden und sinkenden Größe; die
erste geht von seiner Kindheit bis auf
seines Mentors', Croy de Chievres,
Tod (27. Mai 1321); die zweite bis
auf die Trennung des schmalkaldischen
Bundes (!337); die dritte endet erst
mit seinem Tode. Aber diese letzte ist
noch reich an solchen Thaten, daß sie
mancher andere Fürst, den die Schmei-
chelei den Größten nennt, nicht aufweisen
kann. Er hatte mit drei mächtigen Geg-
nern zu kämpfen, mit dem ruhelosen
Franzl. von Frankreich, mit Soliman
und mit Luther. Mit den zwei ersten
war er fertig geworden, den Kampf mit
dem Letztern hinterließ er den künftigen
Jahrhunderten. Nnter den Männern, die
ihm zunächst standen, sind außer den
schon genannten noch anzuführen der
Graf von Gattinara, ein Piemontese,
ein Mann von seltenem und gediegenem Charakter, dann Cardinal Granvella,
der
sich vom Sohne eines Eisenschmiedes
zum Cardinale und Staatsmanne empor«
geschwungen, und Wilhelm Graf von
Nassau, Prinz von Oranien, der unter
dem Dolche des Meuchlers Gerard
'(10. Juli 1384) im Augenblicke fiel, als
ihm Holland, Seeland und Friesland als
Herrn huldigten. Außer den schon im
Eingänge erwähnten Kindern besaß
Karl noch zwei natürliche: Don Juan
d'Auftria s^. d. Nr. 128) und Marga-
retha, Letztere 1322 von dem fiandri»
schen Fräulein V omgeest geboren. M a r-
garetha, eine Amazone von hoher Klug»
heit und Kraft, war zweimal vermalt,
zuerst (1333) au den 1337 ermordeten
Alexander Medicis, Herzog von Flo«
renz, zum andern Male (1338) an Otta.
vio Farnese, Herzog von Parma und
Piacenza, der im nämlichen Jahre, wie
sie, starb (1336).
l. Sclbstställdige Werke. .4?^«^^.«^'««^^^,
NI030 clo Okai-165 Hnwt (I'ki-iä 17?» , 8".).
FSLtiii lLFis OavoU V. i!NI)Lra,tc>i'l2 01'atio
I?1,istc>1a, inoäita, äo inorto (Üavoli V. (Hain-
durx. 1719, 4°.) ftber Karl 's Tod siehe
auch weiter unten: ^la?/«,^. — 2)ak/ttll26)l
couteniiiorlUn, zi^' un reU^ieux äs 1'oräro
8".) ftber Karl 's Abgeschiedenheit im Kloster
St. Just stehe auch weiter unten: 7/i)i<?^-
62 dclio im 1)61'«.toll 03,1'Qio V. ll. ^l^uriclo
8a.xoul!lo oioetoro lllato (^r^ent. 1710,
4".). — Hslii/iö?' ^l/i'c/iaü^, (^oininentariuä
i'oU V. coin^lLctouä
^o/,iü«)>i, lülaz^o clo üü 1737, 4^.). —
V. (?2.ris 1768,
V.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon