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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 361 -
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Habsburg — Karl. 361 Hadsburg — Karl Spaniens Ansehen nach Außen hatte herstellen geholfen, ausgeschloffen blieb Die Königin Witwe berief nun ihren Rath und Beichtvater, den Pater Neid- hardt, oder wie er gewöhnlich genamr wird, Nithard, der bereits Reichsgroß' inquisitor war. Der geistliche Herr konnte wenig ausrichten. Don Juan, von den Truppen geliebt und von der öffentlichen Meinung begünstigt, marschirte geradezu auf Madrid und die Königin Witwe war genöthigt, ihren Beichtvater zu entfernen. Sie übergab ihm dafür die Statthalter- schaft über Aragonien. Als Karl älter geworden, wollte er das Joch der Regend schaft von sich abschütteln, erklärte sich mit 13 Jahren selbst für großjährig, berief Don Juan in seinen Rath und schickte die Mutter in ein Kloster. Der junge Prinz ließ nun Don I u an regieren, aber bald entriß ihm der Tod diese Stütze (1679), nachdem Don Juan früher noch durch Ränke um deS Königs Ver trauen gekommen war. Karl's Mutter kehrte nun an den Hof zurück und während sie regierte, beschäftigte sich der Sohn mit Nichtigkeiten. Mit der Regie« rung stand es schlimm und Frankreich benutzte Spaniens Schwäche, welches sich im Frieden von Nymwegen (1678) mit dem Verluste der Franche Comtö und mehrerer Städte in den Niederlanden zufrieden geben mußte. Uebrigens erhielt Karl durch diesen Vertrag die Hand der Prinzessin Maria Louise von Orleans, Ludwig's XIV. Nichte. Die Königin behauptete einigen Einfluß auf Karl, der übrigens den Franzosen abgeneigt war, obgleich seine Schwester Maria Theresia des Königs Lud- wig XIV. Gemalin war. Diese Ehe dauerte nur IG Iahr^, denn Karl verlor' diese seine erste Gattin, die er zärtlich liebte, bereits 1679. Nach dem Tode der Königin büßte Frankreich allgemach seinen Einfluß in Spanien ein, den es bis dahin sich zu verschaffen gewußt, und Karl neigte sich auf Oesterreichs Seite. Mit der Politik Oesterreichs übereinstimmend, ergriff er die Waffen gegen seinen Schwager, den König Ludwig XIV. Aber die Vertheidigungsmittel Spaniens waren tief gesunken. Die Franzosen über« schwemmten das Land (1694), waren schon bis Barcelona vorgedrungen und erst der Frieden von Ryswick (1697) beseitigte die weiteren Gefahren, die dem Könige und seinem Lande drohten. Da Karl'S Gesundheit.wankend war, und er weder von der ersten noch von der zweiten Gemalin einen Erben besaß, ver« siel er auf den Gedanken, sein Reich zu theilen. Spanien und Indien sollte der älteste Sohn des Churfürsten von Bayern, beide Sicilien und die übrigen Beschun» gen Spaniens in Italien — das Herzog« thum Mailand ausgenommen — Louis Dauphin von Frankreich, und Mai. land der zweite Sohn des deutschen Kaisers erhalten. Dieses Project schien ohne Wissen deS Königs von dem Mini' ster Torcy entworfen und zu Haag von der Diplomatie zurecht gelegt worden zu lein. Es zerschlug sich, weil der eine der dabei bedachten, und zugleich der Haupt- erbe, der Prinz Leopold von Bayern, gestorben war (24. Mai 1689). Ein zweiter Plan, zufolge welchem der öster- reichische Erzherzog Spanien und Indien erhalten, der Antheil des Dauphin's um Lothringen vermehrt und dessen Her- zog für Lothringen mit Mailand entschä- digt werden sollte, scheiterte, weil weder Oesterreich noch Frankreich damit zuftie^ den waren, da jedes die ganze spanische Erbschaft für sich beanspruchte. Karl näherte sich dcm Grabe, ohne daß die Erbschaftsangelegenheit zu einem gedeih«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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