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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 366 -
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Habsburg — Karl. 366 Habsburg — Karl Spanien ausgenommen-^-hergestellt. Die Kaiserin und Guido Starhemberg's Truppen waren in Catalonien zurückge- blieben. Barcelona wollte unter keiner Bedingung den verhaften Phi l ipp V. als König anerkennen, und im Frühjahre 1714 begann die Belagerung dieser Stadt, deren Vertheidigung nur im Alterthume in jenen von Sagunt. Numantia. Kar- thago und Metullum ihres Gleichen hat. Der Fall dieser in Noth und Tod getreuen Stadt (11. September 1714) — der übrigens Frankreich seine Kern- truppen gekostet hatte — betrübte so sehr Kar l 's Gemüth, daß man seit dieser Zeit fast nie mehr ein Lächeln von ihm gewahrte. I n den Erbstaatm waren mittlerweile auch Unruhen ausgebrochen. Die Türken, zwar durch Eugen's Sieg bei Zentha eingeschüchtert, hatten in vier Jahren schon diese Schlappe vergessen und mit der Republik Venedig, welcher sie Morea wegnahmen, neuen Krieg be- gonnen. Der Kaiser war Venedigs Bun- desgenosse. Eu gen führte den Krieg und brachte ihn bald zu Ende. Am 5. August 1746 erfocht er bei Peterwardein einen glänzenden Sieg über den Großvezier, eroberte das Temesvärer Banat, die ganze Walachei, ganz Serbien und zwang die Türkei zum Pafsarowitzer Frieden (21. Juli 1718), in welchem Oesterreich das Banat, Belgrad, den größten Theil Serbiens und einen Theil Bosniens und der Walachei erhielt; Venedig aber für Morea, welches die Türken behielten, mit allen in Dal- matim und Albanien eroberten Platzen entschädigt wurde. Kaum war diese Ange- legenheit zu Ende geführt, als die Umtriebe des spanischen Ministers Albe- roni den politischen Horizont auf ande» rer Seite verdüsterten. Erst der Sturz Alberoni 's (1720) machte den Feind« seligkeiten, die mitunter zu sehr ernsten Conflicten geführt hatten, ein Ende. Nun richtete Kar l sein Augenmerk auf die Befestigung der Ruhe im Innern seines Reiches, wozu er sich, da er keinen männ- lichen Thronerben besaß, nur um so mehr gedrungen fühlte. Er schuf das unter dem Namen der pragmatischen Sanction bekannte Grundgesetz, welches am 6. De- cember 1724 öffentlich kundgemacht, von den Ständen aller seiner Königreiche und Lande anerkannt und beschworen und von den ersten Mächten Europa's garan- tirt wurde. Nach diesem Grundgesetze fiel in Ermangelung männlicher Erben die Nachfolge auf die weibliche Descendenz, es wurden also nach demselben auch die Erzherzoginen in das Recht der Erstgeburt einbezogen. Noch sielen in Kar l ' s Regierungsepoche die Erledi» gung Parma's und Piacenza's durch den Tod des letzten Herzogs Anton aus dem Hause Farnese und die neue pol» nische Königswahl, da nach 36jähriger Regierung König Friedrich August (4.Februar 1733) gestorben war. Parma und Piacenza wollte Kar l als oberster Lehensherr in Besitz nehmen. Aber neue Tractate zu Wien (16. März, 6. Juni und 22. Juli 1731) stellten andere Bestim- mungen fest; indem England und die Generalstaaten die pragmatische Sanction anerkannten, erhielt Don Carlos, Sohn Phi l ipp 's V. und El isabeth's, aus dem Hause Farnest, Parma und Piacenza und wurde auch von dem Großherzog von Toscana, Johann Gaston von Medicis, zum Erbm eingesetzt. Die pol- nische Königswahl hatte aber ernste Ver« Wickelungen im Gefolge. Während die von Frankreich unterstützte Partei den Schwiegervater des französischen Königs, S t a n i s l a u s Lescz insky , zum Könige ausrief (12. September 1733), wählte eine zweite unter Oesterreichs
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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