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Habsburg — Karl. 372 — Karl
137. Karl Ludwig Johann Joseph
Laurenz, Erzherzog von Oesterreich (geb.
3. September 1771, gest. 30. April 1847).
Dritter Sohn des Kaisers Leopold I I .
und Ma r i a Ludovica 's , Tochter
Kar l 's I I I . , Königs von Spanien.
Gemalin: Henriette, Prinzessin von
Nassau-Weilburg (geb. 30. October
1797, gest. 29. December 1829). Tochter
des souveränen Fürsten Friedrich Wil-
helm von Naffau-Weilburg, ihm vermalt
zu Wellburg am 17. September 1813.
Ainder: M a r i a Theresia (geb.
31. Juli 1816), vermalt dem Könige
Ferdinand I I . von Neapel, Witwe seit
22. Mai 1839; Albrecht ss. Nr. 1
Karl Ferdinand (geb. 29. Juli 1818);
Friedrich ss. Nr. 103^j; Rudolph
Franz (geb. 23. September, gest.
11.October1822); Maria Karolina
(geb. 10. September 1823), vermalt
seit 21. Februar 1832 an Erzherzog
Rainer Ferdinand; und Wilhelm
(geb. 21. April 1827), Coadjutor des
Hoch« und Deutschmeisterthums des deut»
schen Lebens»
Momentes Seine Jugend verlebte der
iTrzherzog in Toscana, wo die liberale
Regierung seines Vaters im Lande Segen
schuf und die Liebe des Volkes für die
regierende Familie sich unzweideutig in
allgemeiner Verehrung aussprach. Der
in frühester Jugend kränkliche und schäch»
terne Prinz zeigte alsbald große Lust für
die Studien. General Sp anocchi leitete
des Prinzen Erziehung, später beeinflußten
dieselbe Graf Hohen wart, nachmaliger
Erzbischof von Wien, und Erzherzogin
Christine Maria, diese hochherzige
Fürstin, deren Andenken unvergänglich
lebt in den Herzen der Bewohner Wiens
ss. Nr. 4^ . Cäsar, Taciws, Mathematik
und Kriegsgeschichte waren des Prinzen
Lieblingsstudien. Nach dem Tode des Kaisers Franz I. Stephan kam Kar l
mit seinen Brüdern nach Wien, und ging
bald darauf nach Belgien ab, wo ihn
einePartei zum „Erbsouverain und Groß-
herzog" ausgerufen hatte. Die Haager
Convention vereitelte die Ausführung
dieses Beschlusses, Kar l blieb am Hofe
des Generalstlltthalters und widmete sich
militärischen Studien. Als er später nach
Wien zurückkehrte, setzte er sie, bereits
General geworden, mit dem Obersten
Linden au fleißig fort. Seine ersten
Waffenthaten verrichtete er in Belgien
und führte bei Iemappes eine Brigade
gegen den Feind, am nämlichen Tage,
an welchem Phil ipp Eg alitö — nach«
mals König Ludwig Phil ipp —
die ersten Waffen führte. 1793 General
major, stand er im Armeecorps des Reichs«
ftldmarschall's Prinzen I o s i a s von
Sachsen - Coburg und befehligte dessen
Avantgarde. Aldenhoven, Tirlemont,
Neerwinden verherrlichen in jenen Tagen
seinen Namen. Belgien wurde durch
Karl's Siege den Oesterreichern wieder
gewonnen. DaS Großkreuz des Maria
Theresien-Ordens und die Generalstatt«
halterschaft der Niederlande waren der
Lohn für solche Thaten. Karl setzte seine
Heldenlanfbahn fort; bei Landrecies be»
fehligte er eine Division; bei Tournay
den linken Flügel; bei Fleury das Cent»
rum; 1796 übernahm er das Obercom-
mando der Armee am Niederrhein und
wurde —23 Jahre alt — Reichs-General«
Feldmarschall. Nun wurde er der in
Geschichte und Lied viel und mit Recht
gefeierte Streiter für Deutschlands Ehre,
Freiheit und Recht. Dem ersten Siege
bei Wetzlar folgten bald mehrere bei
Teilungen, Amberg, Würzburg. Iour«
dan und Moreau wurden aus dem
Herzen Deutschlands und zurück über
den Rhein gejagt. Die Siege, welche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon