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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 373 -
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Seite - 373 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Saksburg — Karl 373 Habsdurg — Aarl. Bonaparte in Italien über die öster» reichische Armee erfochten, machten eine Aenderung im Oberbefehle nöthig. Kar l erhielt denselben, konnte aber den Fehler seiner Vorgänger in der Frist bis zum Frieden von Campo Formio nicht gut machen. Als 1799 der Krieg von Neuem ausbrach, übernahm er neuerdings den Oberbefehl, gewann die Schlachten von Ostrach und Stockach, legte aber aus Gesundheitsrücksichten, und mehr noch aus Unmuth über die rusfischen Generale und die Politik, 4800 das Commando nieder. Das Heer, dessen Wohlthäter Kar l gewesen, sah ihn weinend scheiden. Ein Grenadierlied aus jenen Tagen lautet: Gin weinend Heer! Wie groß, wie schön Für unsern Kar l den Guten! Das sah kein Friedrich, kein Eugen, Sie sah'n nur Heere bluten. Nach dem Frieden von Luneville wurde Erzherzog Kar l Feldmarschall und Prä» sident des HofkriegSrathes. I n dieser Stellung entwickelte er große reforma« torische Thätigkeit. Indessen hatte N ap o» leon Stück um Stück des europäischen Staatencomple.res an sich gerissen, bis Oesterreich, seiner alten Mission getreu, für das Recht sein Schwert in die Wag» schale warf. Kar l hielt in Italien gegen Masse na Stand, bis ihn Ulms Fall nach Deutschland rief. Die Schlacht von Austerlih hatte aber Oesterreichs Hoff» nungen vernichtet und Kaiser Franz schloß Frieden zu Preßburg (16. Decem- ber l803). Preußen hatte dem Kampfe — das Schwert in der Scheide — zuge- schen. Von 1803—1809 war Erzherzog Kar l Generalissimus der Armee, und Kriegsminister. Die Reorganisation der Armee, wie nicht minder des übrigen Staatswesens, beschäftigte ihn ernstlich. Die napoleonische Politik aber verlaugnete sich auch jetzt nicht' mit jedem Tage griff sie weiter um sich und wieder, doch gegen Karl 's Willen, war es Oesterreich, das ihm Widerstand entgegensetzte. Schon war Napoleon bis Wien vorgedrungen, da wurde Erzherzog Kar l der Retter deut- scher Waffenehre und bei Aspern der „Ueberwinder des Unüberwindlichen". Da hat er die bis zu diesem Tage für gefeit gehaltenen „eisernen Männer" NaPo- leon's vernichtet und den Wahn an dessen Unbesiegbarkeit ein für alle Mal gebrochen. Das bei Aspern vergossene Blut war das Morgenroth besserer Tage. Die Befreiungskämpfe brachen herein; aber Kar l , der wenige Wochen nach dem Tage von Aspern, am 31. Juli 1809, seine Entlassung genommen, blieb an den ferneren Kämpfen unbetheiligt und hatte sich in's Privatleben zurückgezogen. Seit 1813 vermalt, fanden die Tage des Hel- den eine schöne Fortsetzung in den Tagen stillen Familienglückes, gewürzt durch Studien und Erinnerungen an eine glor- reiche Vergangenheit. Nach vierzehnjäh' riger Ehe entriß ihm der Tod die geliebte Gattin, welche ihm 3 Söhne und 2 Töch' ter geschenkt hatte. Im Jahre 1830 feierte Karl zu Krems das 30jährige Jubelfest als Inhaber seines Regiments Nr. 3; im Jahre 1837 vermalte er zu Trient seine Tochter Theresia an den König beider Smlien, Ferdinand I I . ; im Jahre 1840 hatte er die seltene Vaterfreude, seinen Sohn, den Erzherzog Friedrich ssiehe d. Nr, 10i>). den tapferen Helden von Scnda, für seine erste glorreiche Waffenthat mit demselben Ehrenzeichen geschmückt zu sehen, für dessen 30jährigen Besitz er drei Jahre später das 30jährige Jubelfest feierte. Nach kurzer Krankheit -- sie dauerte nur eine Woche — hauchte er seinen Geist aus; er war 76 Jahre alt geworden. Von dem Glänze des kriegerischen und literarischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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