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Babsburg — Karl Leopold 394 Habsburg — Karl Leopold
Coadjutor zu Trier (24. September
4710) und Churfürst zu Trier (6. Jänner
4711); Ferdinand Joseph Phi-
lipp (geb. 17. August 1683), stand
in Diensten deS Kaisers; Joseph
Innocenz Tmanuel (geb. 20.Octo«
ber 1683, gest. 1706), diente in der
Armee des Kaisers und erlag einer bei
Casano in der Nähe BreScia'S erhaltenen
Wunde; endlich Franz Joseph (geb.
11.December 1689, gest. 27. Juli 1713),
welcher Abt zu Stablo und Malmedy
war. Karl Leopold war einer der
größten Feldherm seiner Zeit, dem
Deutschland die Rettung von den Türken
und die Beseitigung oder wenigstens
wesentliche Schmälerung der französischen
Macht in Deutschland verdankt. Kar l
Leopold galt in Deutschland für den
redlichsten Mann seines Zeitalters, und
Ludwig des Vierzehnten Worte auf
ihn: „Er sei der größte, weiseste und
großmüthigste unter allen seinen Feinden
gewesen", verdienen in Gold auf den
Sockel des Monuments gesetzt zu wer»
den, das ihm noch fehlt, und das i h m
zunächst, gegenüber jenem des Helden
von Aspern, ja selbst vor dem großen
Eugen, gebührt, dessen Lehrmeister er
ja gewesen und der sich unter ihm bei
Mohacs gegen die Türken die ersten
Lorbeeren geholt.
I.i, rounian. <iy In, I^oi-inins a Ia I'rance.
lomo 1—3 (?ari8 1857, 8".). Der 3. Theil
dieses Werkes behandelt die Regierungsporiode
Karl 's IV., von seinen Zeitgenossen auch
Oikdlo ä'Nnkor genannt, und Karl'S V.,
seines Neffen (des Obigen) — () Cahi l l ,
Geschichte der größten Heerführer neuerer
Zeiten (Frankfurt und Leipzig N84 u. f). sö
Cahi l l entwirft folgende Charakteristik des
Helden.- „ . . . er war ein gelehrter und sehr
belesener Prinz, der die deutsche, italienische,
lateinische, französische und holländische Sprache
vollkommen verstand und selbige sehr zierlich
redete. Er sprach wenig, was er aber sprach, das war von Wichtigkeit; gegen Fremde, ehe er sie
kannte, war er zurückhaltend, gegen Bekannte aber
war er überaus freundlich, gütig und scherzte oft
mit ihnen. In Ansehung seiner Frömmigkeit
sagte man von ihm, er sei der Allerehrlichste und
Rechtschaffenste im ganzen römischen Reiche, er
hielt auch sehr viel auf die OfficierS und Sol-
daten, welche Religion besaßen. I n allen seinen
Handlungen war er ganz Soldat; wenn er
gleich gemeiniglich offene Tafel hielt und vielen
Ofstciers zu cffen gab, war.er dennoch im Essen
und Trinken so mäßig, als wie in der Kleidung
einfach, denn sein Anzug war stets militärisch
und ohne alle Pracht. Sein Gemüth war im
Unglück als Glück stets gleich heiter, beständig,
großmüthig und gelassen, erbesaß keinen anderen
als denjenigen Fehler, welcher den mehresten
Menschen so eigen und zur Gewohnheit gewor«
den ist, nämlich er war etwas rachgierig, welches
er vorzüglich gegen dem Hause Baden (sio),
weil er mit dem Markgrafen Hermann und
Ludwig beständig in Uneinigkeit lebte, zeigte.
Er hielt, als ein großer General, ohne tyrannisch
zu sein, auf echte Mannszucht und liebte den»
noch die Ofstciere und Soldaten, von denen er
nicht nur wieder geliebt wurde, sondern diese
setzten ihr ganzes Vertrauen auf ihn; indem er
als Vater für sie sorgte, fochten sie gern unter
ihm. Er war sehr freigebig, ließ keine schöne
That unbelohnt, beförderte geschickte Officiers
und indem er den Markgraf Ludwig von
Baden, den Prinzen Eugen, Prinzen von
Commercy, die, Grafen Häusler, von
Styrum und von Thüngen durch seine
großen Beispiele und militärischen Kenntnisse
als große Generals bildete, hinterließ er nicht
nur einen unvergeßlichen Ruhm in der kaiser-
lichen Armee, sondern er ward nach seinem
Tode, als ein großer Heerführer, von dem Kaiser
selbst beweint und von Officiers und Soldaten
der ganzen Armee sehr lange betrauert."^ —
Mai läth ( I . Graf), Geschichte des österrei-
chischen Kaiserstaates (Hamburg 1830, Perthes,
8o.) Bd. IV, S. 5l (vor Philippöburg), l73
(Karl , Leopold, und Caprara), 475 und
188, 189, 198 (vor Ofen), 199 (Sieg bei
Hanseg), 200 (bei Ncuhäusel). 202, 203, 208
(vor Ofen). 2l7 (bei Essegg), 218, 228 (bei
Harkany), 272 (gegen Frankreich), 273 (Tod).
— Nllgem. historisches Lexikon (Leipzig, Thom.
Fritschens sel. Erben, l?30, Fol.) Thl. I, S. 862
s>ut Angabe mehrerer Quellen), — Thaten
und Charakterzüge berühmter österreichischer
Feldherren (Wien 1808, Degen'sche Buchhand'
lung. 8°.) Bd. I, Abthlg. l . S. 30l. — Oester<
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon