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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 399 -
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Dabsburg — KaroUna Maria 399 Habsburg — KaroUna Maria befunden und verhaftet wurde. Im Jahre 4793 erklärte Neapel der französischen Republik den Krieg. Der österreichische General Mack, der auf den Wunsch des Kaisers Franz den Oberbefehl der nea> politanischen Armee übernommen hatte, fand aber den Geist derselben nicht so geartet, um damit einem Feinde, wie die siegestrunkenen Franzosen, die Spitze bieten zu können. Hier wieder zeigte Acton seine ganze Nichtswürdigkeit; vorerst ließ er die gerechten Bitten Mack's, die Festungswerke von Capua nur einigermaßen herzustellen, ganz un berücksichtiget; und als schon der König und die Königin zur Flucht auf die englische Flotte sich begeben und Mack wie alle seine Gefährten aufgefordert hatten, sich mit ihnen nach Sicilien ein- zuschiffen, da ohnehin bei dem Zustande des Heeres keine Rettung möglich war, widersetzte sich Acton diesem Vorha« ben und nöthigte den General, sich und den Rest seiner Truppen preiszugeben. Wirklich mußte auch Mack, nachdem seine Soldatm mit den Insurgenten gemeinschaftliche Sache machten, sich an den General Championet ergeben, und wurde darauf verrätherischer Weise als' Gefangener behandelt, bis es ihm später gelang, mit seinen Gefährten sich nach England zu retten. Die Königin mit ihrem Gemale, auS ihrem Lande flüchtig, begab fich nun unter Englands Schutz; aber schon im folgenden Jahre gelang es ihr, in ihr Königreich wieder zurück« zukehren. Nun wurde über die Empörer strenges Gericht gehalten. Im Jahre 1803 trat die Königin — denn der König war völlig willenlos — in Wien der Coalition bei, die sich gegen Napoleon gebildet hatte; aber ungeachtet der Unter» stützung Rußlands ward sie zum andern Male gezwungen, mit ihrem Gemale aus ihrem Königreiche zu fliehen. Erst fand sie bei den Engländern Schutz gegen Murat, als sie sich aber mit Lord Ben« tinck entzweite, begab sie sich auf einem Umwege — über Conftantinopel — nach Wien 1314. Auf dieser Flucht berührte sie Zante und brachte dort längere Zeit zu, von den Griechen vielfache Zeichen der Liebe und Achtung empfangend. Endlich gelangte sie nach Wien, wo sie im kaiserlichen Schlosse Schönbrunn ihren Aufenthalt nahm, abor bald, im Alter von 62 Jahren, starb, ohne die Wieder« einsetzung ihres Gemals auf den Thron beider Sicilien zu erleben. Karolina hatte ein inhaltreiches Leben gelebt; während Napoleon in seinem 37. Bul« letin sie auf eine soldatisch-rohe Weise beschimpfte und sie den unversöhnlichen Haß, den sie gegen ihn und Frankreich fühlte, schwer empfinden ließ, nennt sie Coletia Königin Karo lina war durch Gaben ihres Geistes und als Tochter der großen Maria Therefia berechtigt, eine glän« zende Rolle zu spielen, aber dem blut« rothen Phantom der Revolution, deffen wachsende Gräuel vor ihrm Augen vor» übergingen, war sie, ob auch willensstark, Trotz zu bieten unvermögend, sie hatte den Kampf mit ihr aufgenommen und mußte unterliegen. Zeitung für die elegante Welt, Jahrg. 1823. S. 1233: „Die Konigin Earoline uon Neapel in Zante" a^us Puuqueu ille's Werk über Griechenlands Wiedergeburt, Nd. I I I , S.212) Ilookvi- (l?Hi-iä, «".) 'I'oino VIII, 89. 307. — Schl 0 sser (F. C.), Geschichte des achtzehn» ten Jahrhunderts und des neunzehnten bis zum
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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