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Habsburg — Ladislaus 496 Habsburg — Ladislaus
Nach Albrecht's Tode verfügte sich
Kunigunde in das Franziscanerkloster
zu München, und nur durch die Sorge
für das Glück ihrer Kinder hing sie noch
mit der Welt zusammen. Zwölf Jahre
brachte sie in klösterlicher Einsamkeit zu;
sie hatte bei ihrem Eintritte alle Hofdamen
entlassen und wollte in Kost und Kleidung
den übrigen Nonnen gleich gehalten sein.
, Ihre Frömmigkeit war rein und nicht
etwa auf Aberglauben gestützt. Wie sehr
sie Gleißnerei verabscheute, beweist eine
Thatsache. Eine gewisse Anna La im in»
tel galt in Augsburg für eine Heilige,
weil sie sich leiblicher Speise enthielt.
Kunigunde gab Verehrung vor, lockte
sie in ihr Kloster und entlarvte die Heuch-
lerin, die nun das Land meiden mußte.
Diese edle Fürstin starb im Alter von
33 Jahren und ist in der Stiftskirche Unse-
rer Lieben Frauen zu München beigesetzt.
Heyrenbach (Ios. Ben.), Kaiser Friedrich's
Tochter Kunigunde, ein Fragment aus der
österreichisch'bayerischen Geschichte, sammt einem
Ooäsx xi-akktioiiuin (Wien 1778, 8".). —
Hormayr's Archiv. IX. Jahrgang (1818),
Nr. ?3, 74. S. 283 und wiedergedruckt in der
„Oesterreichischen Zeitschrift für Geschichte und
Staatenkunde", von I . P. Kalten bäck. I I .
Jahrg. (1836), Nr. 50, 51. 32.- „Kunigunde,
Kaiser Friedrich's IV. Tochter", von Ioh.
Mayrhofer. — Museal-Blatt der Zeit»
schrift für Oocrüsterreich l840, Nr. 5: „Kuni<
gu nd e von Oesterreich" (1492). Vaterländische
Ballade von I . I Reiserbauer. — Fug'
ger (Ioh. Iac.), Spiegel der Ehren des Erz»
Hauses Oesterreich (Nürnberg 1668, kl, Qu. Fol.)
S. 87S, 928, 931. 962, 964, 130«.
164. Kabislaus Vl. PüsthumuSi König
von Ungarn und Böhmen (geb.zuKomorn
22. Februar 1440, gest. zu Prag 23. No»
uember 1437)' Sohn des Kaisers Al-
brecht II. 15 Nr. 41^ aus dessen Ehe
mit Elisabeth j^s. d. Nr. 6^, Erbtoch-
ter S i g i s mu n d 's, Königs von Ungarn
und Böhmen. Vermalt war Ladislaus nicht, nur verlobt mit Magdalena,
Tochter Karl's VII. von Frankreich.
Wahlsprnch: Um einen heidnischen Fluß-
gott, der den stuthenquellenden
Krug
unter dem Arme, das Füllhorn auf den
Schultern trägt, die Umschrift: „I^atst
altius". Leöensnwlmnte. Da Ladis laus
mehrere Monate nach seines Vaters Al«
brecht's Tode geboren wurde, erhielt
er den Beinamen der Nachgeborne,
PostHumus. Seine Mutter Elisabeth
hatte, Witwe geworden, und von den
ungarischen Ständen gedrängt, sich be>
reden lassen, ihre Hand dem Könige
Wladislaw III. von Polen zuzusagen.
Da sie aber
sich
Mutter fühlte, knüpfte sie
an ihre Zusage die Bedingung, daß alle
Verhandlungen wegen einer neuen Gar»
tenwahl als aufgelöst zu betrachten seien,
wenn sie einen Sohn zu Welt brächte.
Und dieser Sohn war Ladislaus,
dieses Opfer kampflustiger Parteien, die,
um eine Krone zu erlangen, alle Mittel,
auch die verworfensten, anzuwenden sich
nicht scheuten. Elisabeth, sich ihres
Wortes entbunden betrachtend, floh mit
ihrem Knaben nach Wiener Neustadt, von
ihrem Vetter Friedrich ss. d. Nr. 104),
der am 23. April 1440 5ie deutsche Kaiser-
kröne angenommen hatte, Schutz erstehend.
Friedrich übergab sie die heimlich ent-
wendete ungarische Krone und ihren
Sohn Ladislaus. Graf Ulrich von
Cilly, Ban Slawoniens und ein ebenso
mächtiger als schlauer und rankesüchtiger
Magnat, erhob Ansprüche auf die Vor«
mundschaft über den verwaisten Ladis-
laus. In Böhmen, wo Elisabeth
auch die Stände zusammenberufen hatte,
um auch die Krone Böhmens ihrem
Sohne zu erhalten, hatte die Utraquisten-
partei das Obergewicht behalten und es
durchgesetzt, daß sie in Anbetracht der
unruhevollen Zeit wahrend der Minder-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon