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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 410 -
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Habsburg — Leopold Periode des Kampfes, der sich damals um die deutsche Krone entspann, ist in der Biographie Friedrich's (S. 238 und 239) erzählt. Nachdem Leopold seinen Einfall in Bayern ausgeführt und' das Land verwüstet hatte, wendete er sich gegen die Schweiz, wo die Cantone Uri,' Schwyz und Unterwalden, von dem Geg- ner der zwei österreichischen Herzoge, Lud- wig von B a y e r n, unterstützt, sich wei« gerten, Leopold's-Oberherrlichkeit an- zuerkennen. Es kam zur blutigen Schlacht bei Morgarten (16. November 1313), in welcher Leopold's Heer von den durch die Natur begünstigten Eidgenossen eine furchtbare Niederlage erlitt, und nament» lich viele Ritter auf dem Wahlplatze geblieben waren. Nach einem dreijährigen Waffenstillstände mit den Eidgenossen be- gann der Kampf von Neuem und im Jahre 13!8 belagerte Leopold die Stadt Solothurn. Er ließ über die Aar eine Brücke schlagen. Von heftigen und anhaltenden Regengüssen war der Fluß angewachsen, und da Leopold besorgte, die Gewalt des Waffers könnte die ledige Brücke mit fortreißen, ließ er sie von seinen Truppen besetzen; aber die Gewalt des Stromes behielt den Sieg und riß die Brücke mitsammt den Truppen fort. Als dieß die Sotothumer gewahr wurden, eilten sie auf Schiffen mit Seilen und Stangen rettend herbei. Diese edle That bewog den Herzog, die fernere Belagerung Solothurns aufzuheben und mit ihren Bewohnern einen fünfjährigen Waffen» stillstand zu schließen. Indessen rückte der Moment heran, in welchem es zwischen seinem Bruder Friedrich und Ludwig dem Bayer zur Entscheidung kommen sollte. Leopold eilte herbei, um seinen Bruder mit seinen Truppen zu unter- stützen. Aber Friedrich in seiner Ruhe- losigkeit konnte den Augenblick des An» Haösburg — Leopold griffes nicht erwarten; die unglückliche Schlacht bei Mühldorf (23. September 1322) wurde geschlagen und Friedrich mit seinem Bruder Heinrich gefangen, ehe Leopold mit seinen Hilfstruppen angelangt war. Als Leopold die Nach- richt von diesem Unfälle erhielt, verfiel er in tiefe Betrübniß, und man will ihn seit' her nie mehr lachen gesehen haben. Alle seine Versuche, Friedrich auszulösen, blieben erfolglos. Dieß steigerte seinen Zorn gegen Ludwig, und selbst dann, als Friedrich von Ludwig bedin« gungsweise die Freiheit erhielt, blieb er des Letztern entschiedener Gegner und unterhandelte unablässig mit dem Papst, den Königen von Frankreich und Neapel, um Ludwig's Macht zu stürzen. So lange Leopold lebte, war er seines Bruders Friedrich wirksamste Stütze. Ludwig hatte keinen größern Gegner, als Leopold. Eben im Begriffe, die Hilfe mehrerer Städte aufzurufen und den Kampf gegen seinen Feind von Neuem zu beginnen, gab er doch endlich dem Andringen seiner Aerzte nach, sich nach Straßburg zu begeben, um sich — da er der Ruhe bedürfe — daselbst zu erholen. Leopold, diesem Rathe Folge leistend, war kaum in Straßburg ange- langt, als er in Folge der großen Auf« regung, in der er seit Friedrich's Haft sich befunden, in ein heftiges Fieber ver- fiel, das ihn schon nach wenigen Tagen, in der Vollkraft des Lebens, im Alter von 39 Jahren dahinraffte. Sein Leichnam wurde später in das Kloster Königsfelden gebracht und neben jenem seiner Mutter Elisabeth beigesetzt. Lichnowsky (E. M. Fürst). Geschichte des Hau- ses Habsburg, Vd. I I I , auch unter dem Titel: Geschichte der Söhne König Albrecht's nach seinem Tode. S. i—ist. — Mai läth (Ioh. Graf), Geschichte des österreichischen Kaiserstaates (Hamburg 1830. Perthes). Vd.I, S.13—15.8l,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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