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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 419 -
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Seite - 419 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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Habsburg — Leopold 419 Hllbsburg — Leopold welches Pommern, Bremen und ande« res deutsches Gebiet an sich gerissen, in der deutschen Frage entscheidend mit- sprach und staunten, wenn Oesterreich seine ganze Macht aufbot, Mailand, Bur gund und alle durch seine Heirathen erworbenen Reichslehen gegen französische Gewalt zu retten und dem blutsverwand- ten Polenkönige Johann Kasimir Hilfe zu leisten. Die Umtriebe der genann- ten zwei Mächte, Frankreichs und Schwe- dens, überschritten alle Grenzen. Die ein« zelnen Churfürsten wurden theils durch Geld, theils durch Versprechungen, selbst Zeopold's Oheim, der Erzherzog Leo- pold Wi lhe lm, durch den Antrag der Kaiserkrone zu gewinnen gesucht.^ Aber das Verhalten Chursachsens, welches von allem Anbeginn gut österreichisch sich zeigte, und das entscheidende Auftreten des „großen Churfürsten", wie seine und die spätere Zeit Friedrich Wi lhelm von Brandenburg mit Recht nennt, ver» eitelten alle Ränke, Leopold wurde zum Kaiser gewählt, nur enthielt die Wahlcapitulation einige wichtige Ein- schränkungen , welche im Wesentlichen sich darauf bezogen, daß das Reich in keinem Falle in die österreichischen Auri» liarkriege für Spanien und für Polen wider Frankreich und Schweden ver« wickelt werde. Zu gleichen Zwecken und insbesondere zur Erhaltung des west- phalischen Friedens, des Besitzstandes und der innern Ruhe wurde drei Tage nach Leopold's Krönung zu Mainz der rheinische Bund (13. August 1637) geschlossen. Nur der schwedisch-polnische Krieg, von Kar l Gustav mit allem Nachdrucke und einer Rafchheit in den Bewegungen geführt, die Alles staunen machte, dauerte fort. Kopenhagen fiel in die Gewalt der Schweden, und mit großen Verlusten schloß Dänemark den Frieden bei Roschild (26. Februar 1638). Aber diese Verluste eben ließen den Frieden nicht von Dauer sein. Oesterreich, Polen und Brandenburg hielten fest zusammen und verhinderten, namentlich Kaiser Leo- po ld , den von Kar l Gustav schon damals (1638) gestellten Antrag einer Theilung Polens, Kar l Gustav, erbit- tert über das Mißlingen seines Planes, begann den Krieg von Neuem und bela- gerte wieder Kopenhagen, welches König Friedrich mit fürstlichem Heldenmuthe so lange vertheidigte, bis der batavische Seeheld Adr ian Ruyter erschien, die schwedische Flotte angriff, zum Theil nahm, zum Theil zerstörte. Alle Versuche Kar l Gustav's, die drei nordischen Königreiche zu vereinigen und des Nordens Alleinherrscher zu werden, scheiterten, und voll des bittersten Unmuthes über sein sinkendes Glück erlag der ländersüchtige Schwedenkonig einem schleichenden Fieber (23. Februar 1660). Zwei Monate nach seinem Tode (3. Mai 1660) kam zu Oliva — einem Kloster bei Danzig — der Friede zu Stande, in welchem Kar l Gustav's fünfjähriger Sohn Kar l XI. als König anerkannt wurde, Polen allen Ansprüchen auf die Krone Schwedens entsagte, dafür aber Liefland, Marienburg, Elbingen und andere schwedische Occupationen zurück- erhielt , der Kaiser und der große Chur» fürst aber alle über die Schweden gemack- ten Eroberungen herausgaben. Während die Angelegenheiten nach außen so zu einem Ende gelangt waren, verwickelten sich die Zustände im Innern des Kaiser- staates und insbesondere wurde die Lage in Ungarn und Siebenbürgen eine immer bedenklichere. Rakoczy hatte sich gegen den Willen der Pforte mit Schweden verbündet und wurde deßhalb von der Pforte abgesetzt. Rakoczy versuchte nun einen Schlag gegen die Pforte zu führen, 27 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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