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Hadsburg — Leopold 423 Habsburg — Leopold
ging die Flucht nach Linz; nur durch ein
Wunder entkam Leopold dem Grimme
der nachsetzenden Tataren, denen unga»
rische Rebellen zu Wegweisern dienten.
Leopold wandte sich nun nach Paffau.
Vom 14. Juli bis zum 12. September
standen die Türken vor Wien. Am 12.
September war der verhängnißvolle Tag,
an welchem ihre Macht den furchtbarm,
Deutschland rettenden Schlag erlitt. Um
6 Uhr Abends hielt die christliche Armee
ihren Einzug in'S.türkische Lager. Mit
dem Könige von Polen, Johann III.
Sobieski, theilten
sich
Bayern, Sachsen,
die Herzoge von Lothringen, Eisenach,
Lauenburg, Holstein, Württemberg,
Braunschweig'Lüneburg, Pfalz-Neuburg,
die Markgrasen von Baden und Bay«
reuths der Landgraf von Hessen, die
Fürsten von Waldeck, Hohmzollem,
Anhalt und Salm und die beiden später
so berühmt gewordenen Helden Ludwig
von Bad en und Eugen vonSavoyen
in die Lorbeeren des Tages. Am 14. Sep-
tember traf Kaiser Leopold auf der
Donau in Wien ein, hielt seinen Einzug
durch das Stubenthor und begab sich
alsdann nach Schwechat in das Lager
des Königs von Polen. Von nun an
behielten die kaiserlichen Waffen — Dank
sei es den Helden Karl Leopold
von Lothringen und Eugen von
Savoyen — über die türkischen fast
ununterbrochen die Oberhand. Es folgten
unter Commando Karl Leopold's
von Lothringen die siegreiche Schlacht
bei Barkan (9.October1683); im Jahre
1684 die Einnahme von Viffegrad, die
Siege bei Waitzen, bei Ofen und im
Jahre 1683 bei Gran. Caraffa nahm
Neuhäusel und Patak, Schulz Eperies
und Kaschau, Erdödy, Ban Croatiens,
Dubitza, Leslie Essegg, wo er die
große Brücke in Brand steckte. Im fol- genden Feldzuge (1686) erfocht Loth-
ringen zwei Siege vor Ofen und nahm
diese Stadt, welche 146 Jahre unter
osmanischer Herrschaft schmachtete, am
2. September 1686 mit Sturm. Nach
einander sielen nun Simontomya, Fünf.
kirchen, Sziklos, Dorda und Szegedin.
Caraffa erzwang von dem Fürsten
Apafy Winterquartiere in einem Theile
Siebenbürgens. Dieses wurde als freier
Wahlstaat anerkannt und sollte demselben
Alles einverleibt werden, was es den
Türken aberobern könnte. Zum Unter»
pfände der Treue verlangte jedoch der
Kaiser in Deva und Klausenburg Be«
satzungen zu legen. Apafy hielt diese
Bedingungen nicht ein und als der Her«
zog von Lothringen Truppen nach
diesen Waffenplatzen abordnete, leistete
Apafy Widerstand. Nun brauchten die
Kaiserlichen Gewalt, bemächtigten sich
dieser Plätze und der Herzog von Loth«
ringen erklärte Siebenbürgen für erober»
tes Land. Im folgenden Jahre erfochten
Lothringen und Ludwig von Ba«
den einen herrlichen Sieg bei Mohacs
(11. August 1687), wo vor 161 Jahren
der Letzte derIagelloniden, Ludwig II .
von Nngarn, als Opfer des Verrathes
Zapolya's und Verböezens (29.
August 1326) gefallen war s^iehe über
den Krieg in Ungarn die Biographie des
Herzogs Karl Leopold von Lothrin-
gen Nr. 145^. Nachdem nun der
größte Theil Ungarns'wieder im Besitze
der Kaiserlichen war, schrieb Leopold
einen Reichstag nach Preßburg (1687)
aus. Auf demselben wurde Ungarn als
Erbreich erklärt, was es ja übrigens
längst schon war, nämlich seit 1422,
d. i. seit der Vermälung des Kaisers
Albrecht I I . mit Elisabeth, Tochter
des Kaisers Sigismund und Erbin
von Ungarn und Böhmen. Die Erbfolge
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Band 6
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Guadagni-Habsburg
- Band
- 6
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1860
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 502
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon