Seite - 128 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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— Mtdolph 128 Zabsburg — Nudolph
gest. 20. December 1281), welcher auf
einer mit mehreren Edelleuten unternom-
menen Lustfahrt auf dem Rhein seinen
Tod in den Wellen fand ^Bd. VI, Nr.
108); Mathilde (gest. 23. December
1304), Churfürftin in der Pfalz, 1273
mit Ludwig dem Strengen, Churfiw
sten von der Pfalz, vermalt; Agnes (gest.
11.October1322), Churfürstin zu Sach-
sen ^Bd. VI, Nr. 4); Hedwig (gest.
1303), Markgräfin von Brandenburg,
1273 vermalt an Otto, Markgrafen zu
Brandenburg; Katharina (gest.!283),
Herzogin in Bayern j^Bd. VI, Nr. 132^;
Clementia (gest. 1293). Königin von
Ungarn M . VI, Nr. 48); Iu tha (gest.
1297), Königin von Böhmen, 1286 mit
Wenzel IV., König von Böhmen, ver»
malt; Margaretha (gest. 1290), Grä-
fin von Cleve s^. d. Nr. 182); Euphe-
mia, welche Nonne geworden und im
Kloster gestorben; vier Andere, Rud olph,
Hermann, Friedrich und Karl, sind
in der Kindheit gestorben. WaMmich.
Um einen geharnischten Arm, der einen
Faustkolben und einen Oelzweig in der
Hand halt, die Devise: „Utrnm lidot".
hervorragende Leliensmomeule. Ehe Ru«
dolph Kaiser, oder richtiger deutscher
König geworden, lebte er auf seinem
Schlosse Limburg im Breiögau. Als sein
Vater Albrecht sich 1239 dem Zuge
der Kreuzritter in das gelobte Land
anschloß, zahlte Rudolph 21 Jahre.
Im folgenden Jahre, nachdem sein Vater
den Tod in Syrien gefunden, übernahm
er, als der Aelteste, das väterliche Erbe.
und hatte eine Reihe von Fehden zu
bestehen, die wesentlich dazu beitrugen,
seinem Namen jenen ehrenvollen Klang
zu verleihen, in Folge dessen sich in der
Zeit der allgemeinen Noth in Deutsch-
land Aller Augen auf ihn, als Denjenigen
richteten, von dem man Hilfe in fchwerer ^ bedrängter Zeit erwartete. Mit seinen
Oheimen Rudolph, Grafen von Habs.
burg-Lauffenburg, und Hartmann,
Grafen zuKy bürg, gerieth er in Fehde,
weil sie durch Schenkungen ihrer Güter
an Klöster und Bischöfe das Habsburgische
Stammgut verkürzten. Als endlich Hart-
mann, Graf von Kyburg (27. Decem»
ber 1264) starb, nahm Rudolph die
Huldigung der Edeln, Städte und
Gemeinden, so nach Kyburg pflichtig
waren, entgegen und die Vogtei über
viele Hochstifte und Klöster. Einer der
mächtigsten Grafen seiner Zeit, war er
weniger darauf bedacht, sich durch Bünd»
nifse mit dem Adel zu
starken, als vielmehr
den Bürger und Bauer wider den Ueber«
muth des Adels zu schirmen. Die vielen
Charakterzüge seines tiefen Gemüthes,
seine ruhmwürdige Ehrfurcht für alles'
Edle, Große und Heilige, und die
Aussprüche seiner Weisheit sind würdiger
Stoff für das Lied und die Romanze,
und mit seinem Urenkel M a r theilt
Rudolph die Ehre, in Gesängen und
Liedern gefeiert zu werden, wie kein ande«
rer Fürst ihrer und späterer Zeiten. Am
23. September 1273 hatten die Chur-
fürsten und Wähler des heiligen römischen
Reiches ihn, ohne daß er sich darum
beworben, in Anbetracht seiner erprobten
Weisheit und unerschrockenen Tugend,
zum Könige dcr Deutschen erkoren. Nun
zog er mit seiner Gemalin nach Aachen,
um dort sich die deutsche Königskrone
aufzusehen. Mit seiner Wahl war aber
der Geist der Parteiung, der am Marke
des deutschen Reiches fraß, nicht erstickt;
im Gegentheile zeigte er sich eben wieder
im entscheidenden Augenblicke, als die
Belehnung der Reichöfürsten mit dem
Scepter stattfinden sollte und der Scepter
fehlte. Die Belehnung sollte aufgeschoben
werden; anders meinte es Rudolph, der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon