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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 130 -
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Habswrg—Nudolph 130 Habsöurg — Nudolph zu brechen und Rudolph anzugreifen. Er sammelte nun ein mächtiges Heer und war bereits mit demselben durch Mähren bis vor Drosendorf vorgedrungen, als Rudolph erst den Verrath erkannte und kaum noch Zeit gewann, bei Marcheck ein verschanztes Lager zu beziehen. Ottocar aber, welcher einen Vernich' tungskampf gegen seinen Gegner beschlos. sen, wollte nichts übereilen und sicher gehen, wodurch wieder Rudolph Zeit gewann, die streitbaren Völker der Ungarn, Steirer, Kärnthner, Krainer und Salz> burger an sich zu ziehen und mit den Mannen aus den habsburgischen Stamm gutem zu vereinen. Am 23. August 4278 schlug Rudolph sein Lager beim Flecken Stillfried auf und am 26. Früh rückten beide Heere in Schlachtordnung einander entgegen. Lange wahrte der Kampf und es wurde auf beiden Seiten mit Muth und Erbitterung gefochten. Rudolph gerieth wiederholt in Lebens- gefahr'^ioch immer blieb der Kampf unentschieden, da erschallte aus dem Munde des Markgrafen von Hoch- berg, der in der dritten von Rudolph und seinem Sohne Albrecht befehligten Heersäule den Reichsadler trug, der Ruf: „Die Feinde stiehen"; die Seinigen riefen ihm die Worte nach und wie von einem Zauberworte ergriffen, wendeten" sich Ottocar's Böhmen die ersten zur Flucht. Alles Zurufen, Ermähnen, Bit- ten ihres Königs blieb erfolglos. Otto» car sprengte den Fliehenden nach, stürzte aber mit dem Rosse und wurde von Sei f r ied von Merenberg und Berchtold Schenk von Emerverg, beide selbst und in ihren Anverwandten vom Könige gekrankt, nach grimmigem Widerstände erschlagen. Mit 18 Wunden bedeckt, lag Ottocar todt auf dem Wahlplatze. Die Schlacht zu Gunsten Rudolph's war entschieden. Mit getheiltem Heere drang er nun nach Böhmen und Mähren ein; die ihm von dem Adel Böhmens angebotene Krone nahm Rudolph nicht an, sich begnü« gend, das alte Freund schafts- und Ehe« bündniß zu erneuern, welches seinem Hause dereinst im Wege des Frie. dens und Rechtes die Nachfolge in Böh- men und dessen Nebenlanden sicherte. Nun begab sich Rudolph auf den Reichstag nach Nürnberg, der insbeson- dere dadurch wichtig ist, daß Rudolph auf demselben alle von den vier Zwischen- königen.' Heinrich Raspo, Landgraf von Thüringen (gewählt 1246, gest. 1284), Wilhelm, Grafen von Hol- land (gewählt 1248, von den Friesen erschlagen 1236), Richard von Corn- wallis (gewählt 1237), und Alphons von Castilien (gewählt im nämlichen Jahre), vorgenommenen Vergleichungen und Veräußerungen für ungiltig erklärte. Auf dem folgenden Reichstage zu Augs« bürg (am 27. December 1282) belehnte Rudolph mit Einwilligung des ganzen Reiches seine Söhne Albreckt und Rudolph mit Oesterreich ob und unter der Enns, Steier, Karnthm, Kram und der windischen Mark. Kärnthen erhielt 31. Jänner 1286 Graf Meinhard von Görz und Tirol, auf welche Lande das Haus Habsburg durch die Ehe von Meinhard's Tochter Elisabeth mit Rudolph's Sohn Albrecht Anwart« schaft erhielt. Als im folgenden Jahre Heinrich, Markgraf von Burgau, der letzte seines Geschlechtes, starb, belehnte Rudolph seinen Sohn auch mit dieser Grafschaft, und so waren die ersten Grund- steine zu der achtunggebietenden Haus» macht der Habsburger gelegt. Nach außen, namentlich Italien gegenüber, bewährte Rudolph seine große Regentenweisheit,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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