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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 131 -
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Habsdurg —Nudolph 131 Habsburg —Nudolph und sein Ausspruch: Italien gleiche dei Höhle des Löwen, zu welcher die Fuß stapfen wohl hinein, aber nimmer heraus führten, hat sich in der Reihe der Jahr- hunderte leider als wahr und treffend bewahrt. So erhielt er sich die Gunst de Papstes Nicolaus III., weil er ihm di, Hoffnung erweckte, sich von ihm krönen zu lassen, der wieder seinerseits allen Einfluß auf Karl von Anjou, König von Neapel, geltend machte und diesen zur Nachgiebigkeit in entscheidenden Fal> len beredete. Als dann später Papst Honorius Rudolph's Hilft in Betreff Toscana's ansprach, schickte er den G fen PercivalFiesco von 3 avagna als Reichsverweser nach Toscana ab, es jedoch wohlweislich unterlassend, ihn mit einem Heere dahin zu entsenden. Rudolph's Wirken in Deutschland hat aber seinem Namen ein gesegnetes Anden ken bewahrt. I n allen Reichsprovinzen saß er selbst zu Gerichte, ernannte bewährte unbescholtene Männer zu Friedensrich tern; zerstörte selbst mehrere Raubburgen und war unerbittlich strenge und gerecht gegen seine 3andvögte. Seine Bemühun» gen zur Herstellung deS allgemeinen Land« fviedens, wozu die Vorbereitungen schon auf den Reichstagen zu Nürnberg (23. Juli) und zu Mainz (13. December 1281) getroffen worden, wurden von glänzen« den Erfolgen gekrönt; die 3andfrieden wurden zu Würzburg (am 24. März 1287) und zu Speyer (am 8. April i N i ) feier- lich bestätigt und von Städten und Ständen in Franken, Schwaben und am Rhein beschworen. Seine Absicht, das alte Königreich Burgund wieder herzu» stellen, scheiterte an dem Tode seines Sohnes Hartmann, den er als König über Burgund zu setzen gedachte, der aber im Rheine sein Grab gefunden. Rudolph's. Bestreben, seinem Sohne Albrecht die Nachfolge auf dem deut- schen Throne zu sichern, ein Vorgang, wie wir ihn ähnlich bei den sächsischen, fränkischen und schwäbischen Kaisern fin- den, wurde durch die Gegenbemühungen des Churfürsten von Mainz, Gerhard von Eppenstein, vereitelt, der sich an Rudolph dafür rächte, daß er früher seiner- Wahl entgegen gewesen. Ru- dolph's Alterschwäche nahm sichtlich zu, in Germersheim beim Bretspiel verkün- deten ihm die Aerzte sein naheg Ende. Seiner Absicht, nach Speyer sterben zu gehen, um dort an der Seite seiner glor- reichen Vorfahren den langen Schlaf zu schlafen, kam der Tod zuvor; im Alter von 74 Jahren, im 18. seiner Regierung, 'chloß der edle Fürst seine Augen, die für Deutschlands Wohl und Größe ununter« brochen gewacht hatten. Wenn man sich aber frägt, wie es Rudolph gelungen, n so drohender sturmbewegter Zeit das zu leisten, was er geleistet, im Besitze so großer Gewalt sein Herz unbefleckt zu erhalten, so gedenkt man unwillkürlich der Abschiedsworte seines Vaters Al- brecht, als dieser bei seinem Zuge in's gelobte Land, seine Familie segnend, sprach, und denen gemäß Rudolph sein Thun und Handeln eingerichtet: „Gott fürchtet vor Allem, aber keine menschliche Kraft; Treue und Glauben ehret als die sicherste Bürgschaft eurer Macht. Verschließet Herz und Ohr den Räthen, die euren Begierden schmeicheln und unter den Augen dienen. Fan« e^t keinen Krieg an, außer ihr werdet azu gezwungen, aber ist er angefangen, 'o darf er nicht anders endigen, als zu Ruhm und Nutzen. Nie erschüttere das Unglück eueren Muth, ungewisses zau« derndes Zagen ist das größte Uebel, Uebermuth und kleinliche Selbstsucht die sichersten Vorboten nahm Falles." Diesen 9«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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