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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 139 -
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Seite - 139 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7

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Habsburg — Nudolph 139 Habsburg —Nudolph Weltliche hörte gleichfalls auf; alle mußten gleich den Bürgern die Steuern entrichten. Das Asylrecht vollständig aufzuheben konnte er nicht unternehmen, jedoch schränkte er es auf die Burg, bei St. Stephan und bei den Schotten und nur innerhalb der Ringmauern ein. Ein Decrei von 1364 setzte fest, daß er kein gesprochenes Urtheil in seinem Zuge auf» falten, keinen letzten Willen beirren, Bürgerskinder durch seine Empfehlung zu keiner Heirath zwingen und überhaupt alle Rechte der Stadt aufrecht halten wolle. Mehrere Anordnungen betreffs des Weinbaues wirkten fördernd für den- selben. Unter seiner weisen Regierung machte der Adel in Wien sich seßhaft, es entstanden große Bauten daselbst, viele Klöster suchten zur Abwickelung ihrer Geschäfte den Aufenthalt in der Residenz und aus jener Zeit datiren der Zwettelhof, der St. Pöltnerhof, Heiligen. Kreuzerhof, Neuftädterhof, KremSmün« sterhof. Die bisherige Uebung, wornach Bürger Wiens, welche auf fremdem Grunde Häuser gebaut oder gekauft hat« tm, nie die eigentlichen Bescher dieser Gebäude waren und immer dem Grund» Herrn dienstbar sein und Steuer zahlen mußten, hob er auf, erklärte jedes erkaufte Grundstück oder Gebäude für des Kaufers unantastbares Eigenthum und gestattete den eigentlichen Grundherren nur mehr den Grunddienst und die Gebühren bei Besitzesveränderung. Das Zimmer in der Burg, wo er geboren worden, verwart» delte er in eine Capelle, seines Geburts» tageS am 1< November wegen Aller» heiligencapelle genannt; begründete 1339 dabei eine Collegiatkirche mit 1 Propst, 24 Chorherren und 26 Hilfsprieftern, welche er später ob Mangel an Räum- lichkeit auf die alte Pfarrkirche zu St. Stephan übersetzte; erhob diese Pfarrei zur Propstei, enthob sie mit Urkunde vom 21. December 1339 der Metro- politangewalt des Erzbischofs von Salz» bürg und des Ordinariats von Pas« sau und verlieh dem Propst Inful und Stab. Vier Jahre spater schenkte er dieser Kirche die kostbaren Reliquien, welche er von seinen Vorfahren ererbt hatte. Sie wurden in dem an der Kirche angebauten unter dem Namen „Heil» thumstuhl" bekannten und 1700 abge» tragenen Gebäude aufbewahrt, alsdann aber in die Schatzkammer von St. Stephan feierlich übertragen. Am 8. August 1364 wurde die St. Stephans« kirche zur gefürsteten Propstei erhoben, mit welcher Würde mannigfache Ehren verbunden waren. Am 12. März 1365 erließ Rudolph zugleich mit seinen Brüdern Albrecht und Leopold die Stiftungsurkunde der Wiener Hochschule, an welcher nun die Naturkunde, Arznei» Wissenschaft, das bürgerliche und cano» nische Recht und die freien Künste gelehrt wurden. Sie feiert 1863 ihr fünftes Säcularftst. Nur die Theologie blieb noch der älteren Universität zu Prag vorbehalten, und kam erst unter Ru- dolph's Bruder Albrecht mit dem Zopfe s1380) auch hiezu. Schon das erste Jahrhundert.dieser Hochschule weist Namen von europäischer Berühmtheit, als z. B. einen Albrecht von Sach- sen, nachherigen Bischof von Halber- stadt, den Dichter Conrad Celtes, die Geschichtschreiber Avent in , Hasel- bach, die Astronomen Peuerbach und Regiomontanus, ferner einen Cuspinian, Hiero-nymus Balbus, Ursinius Velius, Heinrich von Hef- en, Heinrich von Oyta, Thomas von Straßburg, Papst Pius III., vieler Anderen nicht zu gedenken. In Folge eineS mit Albrecht, Grafen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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