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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 142 -
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Habsburg — Nudolph 142 Habsburg — Rudolf h niffen endlich völlige Zerrüttung herbei- geführt. Daß der Kaiser diesem unheil- vollen Zustande ein Ende zu machen bedacht sein mußte, ist leicht begreiflich, und durch völlige Gleichstellung der Evangelischen mit den Katholischen suchte er die Ausbreitung der neuen Lehre zu verhindern. Die Protestanten sahen aber darin die versteckte Absicht, sie völlig aus- zurotten, was den Zwiespalt, statt zu heben, nur größer machte. In Deutsch« land gab der Religionswechsel des Chur- fürsten und Erzbischofs von Cöln, Geb- hard's von Waldburg. Anlaß zu erbitterten Kämpfen. Gebhardwar aus Liebe zu AgneS, Gräsin von Maus» feld, zu diesem für ihn so verhangniß« vollen Schritte bewogen worden. Der Bannfluch des Papstes (23. Mai 1383) blieb nicht aus. Gebhard wurde trotz aller Einsprache der Churfürsten seiner Würden entsetzt und Ernst von Bayern, Albrecht's V. Sohn, an seine Stelle ernannt. Spanien und Bayern brachen in Gebhard's Land ein, der sich nach England flüchtete und zuletzt in Straß» bürg als Domdecan (21. Mai 1601) starb. In Ungarn, wo die unaufhörlichen Rüstungen den Staatsschatz auch sehr in Anspruch nahmen, wußten die Türken die Verlegenheiten des Kaisers auszubeuten. Hassan Pascha von Bosnien brach in Croatien ein und schlug den Ban Thomas von Erdödy (17. Septem« ber 1392). Wohl wurde er schon im folgenden Jahre von Andreas von Auersberg und Nupprecht von Eggenberg (12. Juni 1393) bei seinem Uebergange über die Kulpa ganz auf's Haupt geschlagen und verlor dabei sein Leben, doch aber gelang es den Türken, neue Vortheile zu erringen und den Kaiserlichen Siffek, Vesprim und Palota wegzunehmen. Erst Ferdinand Gras Hardegg entsetzte Stuhlweiffenburg (24. October d. I.) und Feldmarschall Christoph von Tieffenbach eroberte Sabolka und Filek. Der darauf folgende Feldzug, in welchem Erzherzog Mathias die Armee befehligte, war wieder sehr unglücklich, die Belagerung von Gran mußte aufgehoben werden, Tata und Raab ergaben sich den Türken. Mit wechselndem Glücke dauerten so die Kampfe in Ungarn bis 1398 fort. Die Vereinigung Siebenbürgens mit Ungarn, indem Sigmund Bathory das Land an Rudolph gegen einen Iahresgehalt abtrat, war die Ursache neuer und blu- tiger Kampfe. Vorerst nahm Sigmund den Vertrag, Nichterfüllung der Bedin. gungen kaiserlicher Seits vorschützend, zurück; aber ein glänzender Sieg. den der General GeorgBasta über dessen Feld» Herrn Moses Szekely bei Garoszla (3. August 1601) erfocht, brachte das Land wieder an Oesterreich. Basta hatte aber wohl zu siegen, das besiegte Land jedoch nicht zu erhalten verstanden. Die Unzufriedenheit über die Nichtberücksich. tigung der Wünsche des Landes hatte neue Unruhen zur Folge. Sigmund's Mutter-Bruder, Stephan Bocskay, wurde zum Fürsten Siebenbürgens aus. gerufen (10. August 1603) und vom Sultan sogar zum Könige von Ungarn ernannt. Bocskay'S Tod erfolgte zwar bald (28. December 1606). aber anstatt daß das Land nunmehr den bestehenden Verträgen gemäß dem Kaiser heimsiel, wurde Sigmund Rakoczy zum Für» sten desselben gewählt, und als dieser 1608 abdankte, an seine Stelle durch Wahl Gabriel Bathory gesetzt. Die- sesMißgeschick in den Angelegenheiten im Innern des Reiches wurde durch dieZwie» tracht Rudolph's mit seinem Bruder Mathias ss. d. Nr. 23H, und somit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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