Seite - 154 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Babsburg — Stephan 184 Habsburg — Stephan
Rhein und die Lahn hinaufgeführt und
dann in dem eigens gebauten Palmen
hause des Schaumburger Schlosses auf-
gestellt. Aber neben diesen Sammlungen,
welche nur den Geschmack, Kunstsinn und
die Liebe zur Natur seines erlauchten
Besitzers beurkunden, beherbergt das
Schloß Schaumburg auch Anstalten,
welche von dem humanen hochherzigen
Streben desselben, in dauernder Weise
zum Frommen der nächsten Bewohner
seines Schlosses zu wirken, ein laut reden
des Zeugniß geben. I n der Schloßschule
werden von zwei reichbesoldeten Lehrern
an 40 Kinder unterrichtet und der Unter«
richt von dem erlauchten Schloßherrn
nicht nur überwacht, sondern geleitet und
mit allen den reichen Mitteln, die zu
Gebote stehen, unterstützt. Eine um viele
Tausend Gulden hergestellte Schwimm-
schule nebst kalten Bädern, in einem
tiefen einsamgelegenen Bergkessel errich»
tet, dessen Benützung den Schloßbewoh'
nern und der nächsten Umgebung freige-
geben ist, verbreitet nach anderer Seite
ihre segensvollenWirkungen. SeitIahren
berichten die deutschen Journale von den
Weihnachtsbäumen in Schaumburg, wie
von denselben die sinnigsten und reichsten
Geschenke für die Kinder der Schloß»
bewohner und der Umgebung herunter»
hangen und der erlauchte Prinz mitten
im Kreise der Jugend sich mit derselben
freut und diese Feste durch seine Gegenwart
verherrlicht. So dem Lärm und Getüm-
mel eines in Revolutionswehen sich
win-
denden Landes entflohen, wurde der rit»
terliche Sproße des erlauchten Geschlech-
teS der Habsburger ein Wohlthäter aller
Bewohner der Standesherrschaft, hoch-
verehrt und geliebt wegen seiner Leutselig-
keit und seiner Sitteneinfalt von Allen, die
ihm nahe kommen. Die hohen Eigenschaf-
ten des Herzens, des Geistes, Charakters und der Intelligenz, einst in weiten und
maßgebenden Kreisen zu wirken berufen,
haben in Schaumburg ein beschränkteres,
aber ungleich lohnenderes und segens-
reicheres Feld der Wirksamkeit. Der Erz-
herzog ist unvermält; schon im Jahre
1846 verlautete es von einem Projecte,
dem zufolge die anmuthige Großfürstin
Olga von Rußland den Glanz ihrer
Jugend und den Einfluß ihrer Geburt
dem ebenbürtigen Erzherzoge darbringen
sollte, jedoch wurde dasselbe nicht ver-
wirklicht und die Großfürstin die Gema-
lin des Kronprinzen Kar l von Würt»
temberg. Seit dem Jahre 4848 besuchte
der Erzherzog nur Einmal die öster-
reichischen Staaten und zwar anläßlich
der Geburt des Kronprinzen Rudolph
Franz. im Jahre 4838. I n neuester
Zeit, besonders seit die kaiserlichen Ver»
fügungen des 20. October 4860 erlassen
worden, wird bei Festhaltung an die
Gesetze des ungarischen Landtages 4847/48
der Name des Erzherzogs als damaliger
Palatin in den öffentlichen Blättern wie»
der häufiger genannt und die nächste
Zukunft mag es uns lehren, ob die ver-
schiedenen Combinationen, die man hieran
knüpft, sich auch bewahrheiten sollen.
Lanasdorff (V. v.), Erzherzog Stephan,
Palatin von Ungarn, und über die Verflcch«
tung der Geschicke Ungarns mit den Geschicken
Deutschlands (Stuttgart 1848, 8«.). — Gal-
lerie denkwürdiger Persönlichkeiten der Ge»
genwart. Nach Originalzeichnungen, Gcmäl<
den», Statuen und Medaillen (Leipzig, I . I .
Weber, Fol.) S. 7. — Männer der Zeit.
Biographisches Lexikon der Gegenwart (Leip-
zig 1830, Carl 33. Lorck, 4».) S. 633. —
Wigand's Conversations-Lexikon für alle
Stände (Leipzig 1846—1882, ar. 8".) Bd. XV,
S. 723. — Die Geißel (ein Wiener Blatt)
1848, Nr. 2—ä: „Erzherzog Stephan, Pa<
latin von Ungarn" ^nach der Nsvuo äo äoux
inoiiäs^. — Sonntagsblät ter , heraus-
gegeben von L. A. Frank! (Wien, gr. 8".)
Jahrg. I I (1843), S. 937 ^Nachricht über des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon