Seite - 168 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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168 Hadik.
Kaisers blieb nicht ohne Einwirkung auf
seinen treuen Diener, den selbst leidenden
Greis. Als er aber am Sterbebette seines
geliebten Monarchen gestanden und dieser
von dem erprobten Helden, mit dem er
vor seinem Hinscheiden bei verschlossenen
ThĂĽren
sich
besprochen und ihm das Lebe
wohl an die Armee aufgetragen hatte
rĂĽhrenden Abschied genommen, war es
auch um ihn geschehen. Am 20. Februar
hatte Joseph seine Augen geschloffen,
am 12. März war ihm Hadik im Alter
von 80 Jahren gefolgt. Hadik 's Leiche
wurde zu Futak in Ungarn beigeseht.
H. war nicht nur ein tapferer Soldat —
treffend wird er der österreichische
Ziethengenannt -derin21 Schlachten
Proben ritterlicher Tapferkeit und strate-
gischer Umsicht gegeben, sondern auch
ein ausgezeichneter Mensch, dessen sitt-
liches Verhalten und hervorragenden
geistigen Eigenschaften ihm die Achtung
und Liebe von Hoch und Nieder erworben
hatten. Ein von ihm, als er Rittmeister
wär, begonnenes und bis zum Ableben
fortgesetztes Tagebuch, enthalt nicht nur
einen treuen Bericht seines Lebens und
Wirkens, sondern auch wichtige und vor»
treffliche Lehren und Grundsätze der
Kriegskunst; jedoch ist von demselben
bisher nichts veröffentlicht worden. Ueber
seine Familie'siehe unten in den Quellen
die Genealogie.
1''6l5Ü 2l2,F?2.r 0lL2äFi Niuoi'vg. (d. i.
Oberungarische Minerva), Icchrg. 1823, IV.
Heft: „Biographie" von Grf. I . D(esewssy).
Daselbst befindet sich auch sein Brustbild. —
ölaF^Nr neplax (ein ungarisches illustr.
Journal, 4".) 1836, Nr. 20, S. 166: „6i-6k
Haäik ^uära5" ^mt dem Porträte des
Grafen). — Hirtenfeld ( I . Vi-.). Der
Militär»Maria Theresien<Orden und seine Mit<
glieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4".) S. 39.
— Reil ly (Franz Ioh. Ios. von). Skizzirte
Biographien der berĂĽhmtesten Feldherrn Oester-
reichsvon Mar imi l ianl . bis aufFranz I I . (Wien 1813. 4<>.) S. 413. — Rittersberg
(Johann Ritter von), Historischer Militär»
Almanach des 16.. 17., 18. und 19. Jahrhun-
derts (Prag 1825, C. W. Endrrs, 3".) S. 99.
— Oesterreich. M il i tär »Konversation s-
Lexikon (Wien 1852, 8".) Bd. I I I , S. 6. ^
Oesterreich. National «Encyklopädie von
Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8<>.)
Bd. I I , S. 468. - Meyer (I.), Das groĂźe
Conversations'Iexikon (Hildburghausen, Biblio«
graphisches Institut, 8".) Bd. XIV, S. r.82. ^
1) 1 et ionnairo t»ioFra,^ >ni<iuo ot diLtori^ue
äoL nominos marynan.«; äs In. tw äu, äix
wiitiümo 8iö«lL (I.onäi-os 1800, 8<>.) i>om<.
I I , p. 171. —.Nouvolle Kiotz'1'n.xkio 36.
nui^Io . . . Vuli^i^o Zaus la, 6ir6etion äs U.
1o Dr. I i 0 L ts i' (I'aris, firmln Oiäot lr<)l68,
8".) liä. XXII I , p. 33. — Porträte. 1)
Vinazer 5eo., I . Adam 80. 1781 (8«.); —
2) Löschenkohl so«. (40.); — 3) nach
Weickert. I . E. Mansfeld 8c. (Fol.); —
4) Weickert i>.. I . M. Wi l l 20. (Fol..
Schwarzk.), Hüftbild; — 5) ohne Angabe
des Zeichners und Stechers in Rittersberg's
„Almanach". — Veueulogie und der gegen-
wärtige Stand der Familie. Die Vorfahren der
Had ik's lassen sich in die Mitte des 16. Jahr«
Hunderts zurĂĽckfĂĽhren. Bekannt bereits ist
Balthasar Hadik, auch genannt H adi-
kius, böhmischer Prediger zu Tothprona in
der Thuroczer Gespanschaft. Einen berĂĽhmten
Namen erwarb sich
Johann (I.)H. (geb. 1383,
gest, 22. Februar 1642), ein Sohn B altha»
sar's, zuerst Rector zu Schintau, dann zu
Bitsche, Schulmann an mehreren Orten, 16l4
Prediger zu Trentschin und auf der Synode
zu Trentschin einstimmig zum Superintenden«
ten daselbst gewählt (27. Jänner 1619). Später
vertauschte er Trentschin mit Bitschc. Dort
gab eine religiöse Disputation mit dem Iesui»
ten Mathias Hainal AnlaĂź zu seiner Ver-
treibung, worauf er sich wieder nach Trent-
schin zurĂĽck begab. Er war ein energischer
Vertheidiger der evangelischen Lehre und schrieb
mehrere theologische Werke und Leichenreden,
welche seine Gelehrsamkeit beurkunden. ^Ver»
gleiche über ihn: Schmal (Andreas), „Lebens»
beschreibungen evangelischer Superintendenten
in Nngarn",'S. 23; — Desselben: „8/1lH0U8
ĂĽttorktorĂĽin ikuroosonLluni", 8. 21 (beide
Werke Handschrift); — //o,-a>^i ^sV.^,
„HIsnioria. IIuQFn.roruin st I>l0vinciaUum
LCliMs säitiö notoruin" (Vionnao 1776,
I.asno, t><>.) Lci. I I , I. 66; — ^a^« , ^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon