Seite - 174 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Hafner 174 Hähnel
auf eine Festung. Sieben Monate saß
er auf derselben; nach seiner Entlassung
sollte er sich in die Heimat begeben.
H. schlug aber den Weg ms Ausland
ein und verschaffte sich in Dresden einen
Auswanderungspaß. Dort wurde er
nach den Maitagen (1849) verhaftet,
konnte aber einer Theilnahme am
Aufruhre (3. Mai), deren er beschul-
digt ward, nicht überwiesen werden.
Der Auswanderungspaß schützte ihn
vor der Auslieferung nach Oesterreich.
Mittelst Escorte wurde er noch nach
Leipzig in's Stockhaus gebracht, und
von dort nach Hamburg, um sich dort
nach Amerika einzuschiffen. Das Letz-
tere scheint er jedoch unterlassen zu
haben und in Europa geblieben zu sein;
denn spater verlautete es, anfänglich wie
ein Geheimniß, dann als eine mehr
oder weniger bekannte Thatsache, daß er
sich in Paris befinde und daselbst einem
unheimlichen Geschäfte mit allem Eifer
obliege, welches mit den von ihm im
Journal „Constitution", dessen Seele er
war, ausgesprochenen Grundsätzen im
entschiedensten Widersprüche steht.
Dresdener Journal (l849, Fol.) 22. Juli.-
„Notizen über den Wiener Wühlhuber 3. H äf>
ner. Aus der Mappe eines durchgebrannten
Literaten". — Allgemeine Theater.Zeituna
von Ad. Bäuerle (Wien. Folio) i848,
Nr. l22. 2 . 49t: „Wahrhafte Darstellung der
Arretirungsart des Hafner". — Austriaoder
österreichischer Universal-Kalender (Wien. Klang,
gr. 8<>.) für daö Jahr l849 (x. Jahrg.) S. 336,
344.
Hiigelin, Franz Karl (Regierungs-
rath. geb. (wann?), gest. 48. Juni
1809). War niederösterreichischer Regie«
rungsrath, Beisitzer der Bücher-Hofcom«
Mission in Wien und k. k. Theatercensor.
Von ihm erschien die deutsche Uebersetzung
des Werkes von Dos Nai i is: „Die auS
der h. Schrift erwiesene Wahrheit der katholischen Religion" (Wien 1768. Graf.
fer sauch Wolf in Augsburg). 8".).
(DeLuca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch
(Wien 1776. Ghelen'sche Schriften, 8«.) i . Bds.
i. Stück, S. 165. — Annalen der Literatur und
Kunst in dem österreichischen Kaiserthume. Jahr«
gang l809 (Wien. 5l. Doll. 4«) Intelligenzblatt
October, Sp. l60.
Hilhnel, Amalie (Opernsängerin,
geboren in Wien 1807, gestorben in
Berl in um 4843). Bildete sich unter
Sal ier i und Cicimara aus, und
trat zuerst (1823) in Concerten auf, wo
ihre herrliche Altstimme allgemein bewun-
dert wurde. 1829 betrat fie unter der
Direction des Grafen Gallenberg im
Kärnthnerthor-Theater als Rosine in
Rossini's „Barbier von Sevilla" zum
ersten Male die Bühne. In den musi-
kalischen Soireen des Fürsten Metter-
nich, in welchen damals die Koryphäen
dec italienischen Oper, eine Pasta, ein
Rubini , Lab lache, glänzten, wirkte
auch Amalie H. mit, die überdieß unter
der speciellen Anleitung der großen Pasta
den Grund zu jener vortrefflichen Gesangs»
methode legte, welche ihr auf ihren fol>
genden Künstlerfahrten allgemeine und
gerechte Bewunderung erwarb. Im Jahre
1830 gastirte sie in Prag und Dresden,
dann auf dem königlichen Theater in
Potsdam, und nahm 1831 ein festes En«
gagement im königstädtischen Theater in
Berlin an, wo sie eine Zierde der Oper
war. I n dieser Stellung verblieb
sie bis
um das Jahr 1840. Dann verließ sie
die Bühne und starb schon wenige Jahre
darnach. Ihre Altstimme besaß einen
wunderbaren Wohlklang, hatte einen
Umfang von zwei vollen Octaven, von
tiL bis zum zweigestrichenen Ks' ihre
Coloratür war fast tadellos, ihr Recitativ
vollendet. Im Vortrage elegischer Stellen
entzückte
sie
jederzeit Alles. Ihre Altstimme
befähigte
sie vorzüglich für Männerrollen,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon