Seite - 180 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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am 21. December 1791 segelten beid
Schiffe nach den Philippinen ab. Von
Manila aus, wo sie Halt gemacht, unter-
nahmen Hanke und der Entomolog
Pineda, auch Mitglied der Expedition,
Reisen in's Innere der Insel. Hanke,
der eine Strecke von 130 Meilen durch
wandert hatte, kehrte im Juli 1792
krank nach Manila zurück, Pineda war
am 21. Juni in der Provinz Illows
gestorben. Im November 1792 segelten
Malaspina und Hanke von Manila
ab. berührten die Gesellschafts-Inseln
und langten im Jänner 1794 im Hafen
la Concepcion in Chili an. Von la Con-
cepcion unternahm H. eine Reise in's
Innere Südamerika's, um Patagonien,
Buenos Ayres und Paraguay zu erfor-
schen. Anderthalb Jahre dauerte diese
kühne, mühselige und gefahrvolle Reise,
auf welche H. drei Begleiter mitgenom«
men hatte. Im Mai 17!)3 langte er in
Patasi an, wo ihn mehrere im Auftrage
der Regierung auszuführende Arbeiten
kis zum Jahre 1796 aufhielten, worauf
er sich nach Cochabamba im obern Theile
von Peru begab. Seiner Sehnsucht, in
die Heimat zurückzukehren, bot sich keine
Aussicht auf Erfüllung; er ließ sich dem-
nach in Cochabamba bleibend nieder,
und begann nun seine wissenschaftlichen
Studien, that auch Dienste als Arzt.
ja sogar als Prediger und lieferte einige
kleine Schriften in der Landessprache
über die Bereitung des Salpeters.
Schießpulvers und der Schwefelsäure.
Sein einnehmendes Wesen. wie seine
medicinischen Kenntnisse erwarben ihm
unter den wilden Eingebornen Vertrauen.
Zugleich machte er mehrere Reisen in's
Innere des öandes, im Jahre 1800 in
die Provinz de los Chiquitos; in den
Jahren 1804-1806 in den Provinzen
Sicasica, Lareca, Carabaga und besuchte, auch die alte Residenz der Inka's, Cuzco.
Ein Auftrag des Vicekönigs, die politische
und Iustizverfaffung des indianischen
Stammes der Chiriguanos von den Irr»
thümern und Mißbräuchen zu reinigen,
nöthigte ihn, sich eifrigst auf das Stu-
dium dieser Sprache zu verlegen. Im
Jahre 1809 hatte er seine Aufgabe gelöst.
Dann lebte er wieder auf seinem Land«
gute Buxacaxei in der Provinz Cocha»
bamba. Der mittlerweile im spanischen
Amerika ausgebrochene Krieg unterbrach
seine Verbindung mit Europa, wohin
1811 sein letzter Brief gelangt war,
worin er auch die Besorgniß, sein gelieb»
tes Vaterland nicht wieder zu sehen,
ahnend ausspricht. Da meldeten im Jahre
1817 aus Amerika in Europa einlan-
gende Zeitungen und Briefe seinen Tod,
der durch ein schreckliches Versehen seiner
Magd erfolgt war; diese nämlich hatte
eine falsche Phiole ergriffen, und ihm ein
tödtmdes Korrosiv zu trinken gegeben.
Hanke zahlte, als er starb. 36 Jahre;
sein Vermögen hinterließ er seiner Fami»
lie. seine Sammlungen dem Vaterlande.
Davon waren nur sieben Kisten nach
Europa gekommen, deren Inhalt zum
großen Theile verdorben war. Das, was
>lch erhalten hatte, wurde im böhmischen
Museum aufgestellt, welches das Anden»
ken des verdienstvollen Naturforschers
durch die Herausgabe der „IlLlihuiko
i) in. insulis ^ i i i ^
Z 11. Hacnko...Hefte (Prag
1825, mit 48 Tafeln, Fol.) ehrte. Außer
den bereits angeführten wissenschaftlichen
Arbeiten H.'s sind von ihm erschienen:
NemrrKnngrn in Ncubnchinngrn nick
Arisrn nach drm Uirslnglbirgr" (Dresden
1791. 8o.); — Aza ra in seinem Werke:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon