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Hafner Hafner
kannte Literarhistoriker Karl Goedeke
in seinem „Grundriß zur Geschichte der
deutschen Dichtung aus den Quellen"
(Hannover 4839, Ehlemann) gegen
Hafner dadurch begeht, daĂź er seiner
nicht mit einer Silbe gedenkt. S< 1060—
1073, Nummer 631—681 werden alle
Oesterreicher, die in jener Zeit und spater
fĂĽr das Theater geschrieben, genannt,
nur Hafner nicht, der weit ĂĽber allen
sieht, und von mehreren benĂĽtzt, ja
geplĂĽndert wurde.
Wiener Theater-Zeitung, herausg. von
Adolph B äu erle (Wien,4«.) i.Iahrg.(18<)6),
Nr. 7, S. 100: „Skizze". — Fran kl (L. A.),
Sonntagsblätter (Wien, gr. 8<>.) i. Jahrg.
(1842), S. 798: „Das ertemporirte Theater
in Wien" lS. 803 Hafner's Biographie). —
Mensel (Ioh. Georg), Lexikon der vom Jahre
1730 bis 1800 verstorbenen teutschen Schrift«
steller (Leipzig 1805, Fleischer). Bd. V, S. 37.
— Oesterr. National« Ency klopä die,
herausg. uon G räffer und C zikann(Wien
1633. 8".) Bd. I I , S. 4?2. — Eos. Zeit-
schriftaus Bayern (München, 4«.) 1«26, Nr
21. S. 80: „Philipp Hafner".
Hafner, Sigmund (BĂĽrgermeister
von Sahburg und Großhändler, geb.
zu Imbach in Tirol im Jahre 1699,
gest. zu Salzburg 12. Jänner 4772).
Im Jahre 1733 wurde Sigmund H.
unter die BĂĽrger Salzburgs aufgenom-
men und hat nicht nur durch tĂĽchtige
Geschäftskmntniß und echt kaufmännischen
Geist sein Geschäft in große Blüthe
gebracht, sondern auch dem Erzstifte unter
seinem letzten regierenden Erzbischofe
Sigmund III., Grafen von Schratten»
bach (1733—1771). wichtige Dienste
geleistet, namentlich, wenn die Landschaft
in Verlegenheit war, groĂźe Summen
ohne Zinsen vorgeschossen. Im Jahre
1734 verlieh ihm sein LandesfĂĽrst sogar
das Recht, auf eigene Rechnung MĂĽnzen
prägen lassen zu dürfen. Die sogenannten
Hafner. Halbpahen , eine 2 Kreuzer« Landmünze, liefen von 1734—5760.
Die ausgeprägte Münze belief sich auf
80.000 st. Hafner war der einzige
BĂĽrger Salzburgs, der sich
dieses Rechtes
zu erfreuen hatte. Bei der im Jahre 1770
eingetretenen unvermutheten Theuerung
kaufte H., nachdem alle Vorräthe der
Landschaft erschöpft waren, alles aus
Italien einlangende Getreide und bezahlte
es, um dem Wucher vorzubeugen, sogleich
baar; die Landschaft erstattete ihm nach
und nach das verausgabte Capital. Im
Jahre 1768 wurde H. zum BĂĽrgermeister
gewählt, welche Stelle er nur vier Jahre,
bis an seinen Tod, zum Besten der Stadt
bekleidete. Von seinen Kindern brachte
sein Sohn Sigmund den Namen des
Vaters zu noch höheren Ehren ssiehe
den Folgenden .^
Chronik uon Salzburg. Von Oi-. Judas
Tkaddäus Zauner, fortges. von Corbinian
Gärtner (Salzburg 1796u. f.. L".) XI.Bds.
t. Theil. S. 308—314. — Süß (Maria Vin«
cmz), Die BĂĽrgermeister in Salzburg uon
l483 bis l84<) (Salzburg i840, Ios. Oberer,
80.) S. !l2. — Porträt. Lithogr. von Se-
bastian Stief. Unterschrift: Sigmund Haf-
ner, Bürgermeister zu Salzburg von 1768—
l772.
Hafuer Edler von Imbachhausen,
Sigmund (Humanist, geb. zu Salz»
bĂĽrg 30.September 1736, gest.24.Iuni
1787). Sohn des Vorigen. Erbe des
ungeheueren Vermögens, welches er im
Leben und nach dem Tode zu einer Reihe
von wohlthätigen Handlungen und Stif.
tungen verwendete, die seinem Namen
— er ist der Letzte seiner Familie — so
lange Salzburg steht, eine heilige Vrin«
nerung
sichern.
Nach seines Vaters Tode
übernahm er deffen Handelsgeschäfte,
war aber im Stillen ein Helfer aller
Nothleidenden, ein Tröster der Witwen,
ein Vater der Waisen, ein Retter der
Bedrängten, ein Ermunterer verborgenen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon