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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 196 -
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Hager 196 Hager nachdem er sechs feindliche Vorposten auf- hoben hatte, mit starkem Verluste aus seiner vortheilhaften Stellung drängte, und am 24. December bei Hand erb ichl, wo er die Franzosen mit einem Verluste von 200 Todten und Verwundeten in die Flucht schlug. Hager wurde für seine Waffenthaten mit der großen landschaft- lichen silbernen Ehrenmedaille ausgezeich- net, welche Auszeichnung auch der Fahne seiner Compagnie, wie auch noch meh- reren Officieren derselben zu Theil wurde. Im Jahre 1803 befehligte H. wieder seine Schützen und als Anfangs Novem- ber die Bayern in's Zand fielen, da war es H., der beim Salzburger Paffe und am Strubbache ihnen mit seinen Schuhen ernstlichen Widerstand entgegensetzte; von den kaiserlichen Truppen kräftig unter» stützt, zwang er den Feind mit starkem Verluste — an 1300 Todten, 600 Ver- wundeten und 100 Gefangenen — zum Rückzüge. Aber all' dieser Heldenmuts) hatte nichts genützt, in wenigen Tagen schon wurde Innsbruck an die Franzosen übergeben und Hager erhielt Befehl, seine Compagnie aufzulösen. Als später Tirol gar Bayern zufiel, war es um Hager geschehen, man sah ihn seitdem nicht wieder lachen, er versank nach und nach in tiefen Trübsinn und endlich starb er, 42 Jahre alt, am gebrochenen Herzen. Noch am Todlenbette sprach er von der Vertreibung der Fremden aus Tirol und wünschte nichts so sehr, als nur noch Einen Tag unter Oesterreichs Herrschaft zu leben. Peternader (Anton), Tirols Landeö«Ver- theidigung nebst interessanten Biographien und Skizzen merkwürdiger Tiroler Landes« Vertheidiger (Innsbruck i8S3. A.Witting, 8«.) Theil I, S. 73—88. — Oesterreich. Mi l i tär- Konv er scitions-Lexikon, herausg. von Hirtenfeld und Meynert (Wien i830, gr. 8".) Bd. I I I . S. 2i. Hager, Joseph (III.) (Sinolog, geb. zu Mai land 30. April 1737, gest. zu Pavia (nach Kayser's Bücher- Lerikon) 27. Juni 4819). Entstammt einer deutschen Familie, welche in Mai- land lebte. Seine Erziehung erhielt er in Wien an der orientalischen Akademie, wo er vornehmlich orientalische Sprachen betrieb; später begab er sich nach Rom und bildete in der Congregation der Propaganda seine Sprachenkenntniß noch mehr aus. Dann wurde er der kaiserlichen Gesandtschaft in Constantinopel zugetheilt, wo erzweiIahre lebte; hierauf unternahm er Reisen nach Italien, Spanien, Frank» reich, England, Deutschland und Holland, besuchte die großen Bibliotheken und machte sich mit den wichtigsten und selten- sten Werken und Manuskripten bekannt, deren Kenntniß ihm zu den Arbeiten, die er vorhatte, nöthig schien. Im Jahre 1799 begann er in Leipzig seine chinesischen Sprachstudien mit Bayer's ,,5lu8omn sinicium", und dem chinesischen Original» werke „Z^n-tso-kinF« , welches Buch' handler Brei tkopf besaß. Von Leipzig begab sich Hager nach Berlin, setzte dort seine Studien des Chinesischen fort, gab bereits einige darauf bezüglichen Abhandlungen heraus und verkündete die Veröffentlichung eines chinesischen Ori» ginal-Lerikons, welche Nachricht von Allen, die sich mit dem Stadium des Chinesischen beschäftigten, freudig aufgenommen wurde. Ja die Theilnahme für Hager in der wissenschaftlichen Welt war so groß gewor» den, daß er einen Ruf nach Paris erhielt und ihm dort ausschließlich zur Zustande» bringung seines Vorhabens ein Iahrge» halt von 6Wl) Francs angewiesen wurde. Zur Erklärung dieser Munificenz diene der Umstand, daß man sich in Frankreich seit Ludwig XIV. mit der Ausführung dieses Sprachdenkmals, was ein chine-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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