Seite - 197 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Bild der Seite - 197 -
Text der Seite - 197 -
197
sisches Wörterbuch unter allen Umständen
ist, herumtrug, und nun nach Hager's
Ankündigung der günstige Moment zur
längstersehnten Verwirklichung dieser Idee
zu nahen schien. Hager arbeitete bereits
vier Jahre, ohne daß jedoch die Arbeit
vorwärts schritt, vielmehr hatten mehrere
seiner in der Zwischenzeit veröffentlichten
Abhandlungen heftige Angriffe erfahren
und diese hatten zur Folge, daß man
Hager's Arbeit vor ihrer Veröffent»
lichung einer sorgfältigen Prüfung com-
petenter Gelehrten zu unterziehen beschloß.
Das Resultat der Prüfung war, daß man
die Herausgabe des chinesischen Wörter»
buches bis auf Weiteres vertagte. Hager,
über diesen Vorgang wenig erfreut, ver-
ließ Frankreich und machte wieder Reisen.
Zunächst setzte er sich in Oxford fest, wo
er 1806 als Professor der deutschen
Sprache und Literatur wirkte; 1800
erhielt er die Professur der orientalischen
Sprachen an der Universität zu Pavia,
bald darauf die Stelle eines Conser-
vators an der Brera zu Mailand, welche
er bis an seinen Tod, der im Alter von
62 Jahren erfolgte, bekleidete. Hager's
literarische Wirksamkeit war sehr groß,,
er schrieb m mehreren Sprachen und
über verschiedene Fächer, u. z. Reisewerke,
über das Chinesische, über Archäologie,
über Sprachen im Allgemeinen u. s. w.;
am zahlreichsten sind seine Arbeiten über
China und seine Sprache, welche hier in
chronologischer Ordnung folgen:
I^oi.); mit dieser Schrift, die jedoch keine
Sprachlehre, sondern vielmehr eine Art
Einleitung zu einem
chinesischen Wörter«
buche,ist, eröffnete Hager die Reihe
seiner über das Chinesische erschienenen Werke; — „
1802, ,
F1-. ?o1., mit K. K.); die einzige getreue
Copie dieses sprachlichen Denkmales befin-
det sich in der kais. Bibliothek zu Paris;
Missionar Amyot hat sie aus China
mitgebracht und bei der Herausgabe war
man sorgfältig bedacht, die Charaktere
in ihrer ursprünglichen Form und Größe
wiederzugeben. Klaproth beurtheilte
dieses Werk in der Jenaer allgem. Lite-
ratur-Zeitung ft804, Nr. 43^>, und in
einer besonderen Schrift: „8o1i6im-'^ü-
Voi-O8(?Iienn.^« (Halle 1314) brachte
er dessen Uebersetzung; — „^-osFse^s
^A,ri81803);
1805, i'rQuttei 65^ Vürt-, Fr. 40.); der
Anhang in diesem Werke, der im Titel
angedeutet ist, erschien deutsch unt. d.Tit.:
„Vebrr die Ueknnntöchalt der alten Griechen
mit Ahmn nntl über bcn ^ng einer Anrannne in
das Mnü der Zem", in den „allgemeinen
geographischen Ephemeriden" vom Jahre
1809 IZuntheft, S. 283-291^; —
1806); —
i'iö 1806) I?. viäot
mit K. K.); —
?aviÄ 1806, l'ol.) mit K. K.);
H. legt in dieser Schrift den Chinesen die
Erfindung des Compafses bei, wurde
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon