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Haider 206 Bardinger
erst am 20. wurden beide von einem
Militärarzte übernommen und — her«
gestellt. Im Jahre 1799 zog Peter
wieder gegen die Franzosen, einmal in's
Engadein, das andere Mal in's Ober-
innthal. 1809 stand er unter Straub's
Commando und zeichnete sich in verschie-
denen Gefechten als einer der eifrigsten
Landesvertheidiger aus. Später diente
er auch als Jäger unter dem Grafen
Fieger auf Friedberg. Ungeachtet seiner
schweren Verwundungen lebte P e t er noch
37Jahre und P ankraznoch viel länger.
Die unten bezeichneten Quellen geben
eine ausfĂĽhrliche Darstellung der Drang-
sale dieser beiden Landesvertheidiger.
Sartor i (Franz). Phanieon denkwĂĽrdiger
Wundcrthaten volksthĂĽmlicher Heroen und
furchtbarer Empörer des österreichischen Reiches
(Wien 18l6, 8".). — Staf f ier (Johann
Jakob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg,
topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen
(Innsbruck 1547, Fel. Rauch). Bd. I, S. 624.
Hllidinger, Franz, siehe: Haydinger,
Franz.
Haidinger, Karl (Mineralog und
Geolog, geb. zu Wien 10. Juli 1736,
gest. ebenda 16. März 1797). Sein
Vater Georg Cornelius war in dem
damals an der Stelle des gegenwärtigen
allgemeinen Krankenhauses in der Alser«
Vorstadt bestandenen groĂźen Armenhause
Obervater in der weiblichen Abtheilung.
Seine Mutter Mar ia Ursula war
eine geborne Kaiser. Nach den zurück«
gelegten unteren Schulstudien machte er
als k. k. Pensionär (1777) den ganzen
Curs der höhern Mathematik, verwendete
sich auch (1778) bei den Arbeiten der
k. k. Universltats-Sternwcirte in Wien
und wurde dann (1. März 1780) Direc«
tions-Adjuuct an dem k. k. Naturalien-
cabinete. Bei der Aufstellung der auf
Befehl der Kaiserin Mar ia Theresia durch Hofrath von Born ss. d. Bd.I I ,
S. 71 j^ bewerkstelligten Aufsammlung der
inländischen Producte des Mineralreiches,
sowie jener, welche sich in dem von Kaiser
Franz I. angekauften Cabinete des Rit«
ters von Vai l lou befanden, war H. mit
dem Detail der Arbeit beschäftigt; aus
diesem Anlasse gab er auch die Schrift:
„Mittheilung der Kais. Kon. NlltnralirnZlimmlnng
in Mm" (Wien 1782, Chr. Fr. Wappler,
8"<), und in lateinischer Bearbeitung:
heraus. Als B o rn im Jahre 1777 nach
Wien ĂĽbersiedelt war, nahm H. neben
den wissenschaftlichen Beschäftigungen am
k. k. Naturaliencabinete auch thatigen
Antheil an dm technischen Arbeiten,
welche fĂĽr die von Born angefĂĽhrte
verbesserte Amalgamationsmethode unter«
nommen wurden, und zugleich mit dem
damaligenBergrathAntonvon Ruprecht
besorgte H.imSommer 1783 zuSchemmtz
die Einleitung des Amalgamationsproces.
ses und die Einrichtung der ersten Llmalga«
mirhüttm in den niederungarischen Berg»
städten. An den von Born damals
herausgegebenen „Physikalischen Arbeiten
der einträchtigen Freunde in Wien" hat
H. auch mitgewirkt; seine Beiträge sind:
„Neächrcibnng einer seltenen Versteinerung an5
dem Geschlechte der OirnmnHeln" (I. Jahrg.,
3. Quart., S. 87, mit 9 Taf.); — „3er-
e^ichniss nllrr in dem Meliczkncr SalMrltt, im
Königreiche ißalizicn einbrechen den Salz- nnd
stnnnrten" (I. Jahrg., 4 Quart., S. 1);
— „Gntmurk einer systematischen Gintlieilnng
der Gebirgsartcn" (II. Jahrg., 2. Quart.),
als Beantwortung der von der kais. Peters«
burger Akademie der Wissenschaften fĂĽr
das Jahr 1783 aufgegebenen Preisfrage.
Die Akademie erkannte dem Verfasser den
Preis zu; diese Schrift erschien auch beson«
ders gedruckt (Wien 1737). Die neueren
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon