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Haidinger 207 Haidinger
Abhandlungen der kön. böhmischen Gesell^
schaft der Wissenschaften enthalten von
H.: „Gimns über den Durchgang der Vüitter
Im Fo^ilien; über Saphir, Nnbin nnd Spinell
(1793, 2 Bde. S. 93). Im Jahre 1786
hatte Haidinger auch den Bau des
Amalgamirwerkes in Ioachimsthal gelei-
tet, und seine Adjunctenstelle am k. k. Hof-
Naturaliencabinete wurde in den Jahren
1786 und 1787 durch einen Stellvertreter
versehen. Am 9. Mai 1788 wurde H.
als Bergrath und Professor der Mathe-
matik und Mechanik an die Bergakademie
nach Schemnitz gesandt; aber schon im
Herbste 1790 wieder nach Wien berufen,
wo er ein Referat in der k. k. Hofkammer
für Münz- und Bergwesen übernahm.
Born's Tod (1791). das durch die Zeit-
Verhältnisse eingetretene Stocken wissen»
schasilicher Thatigkeit und Haidiuger's
'Aufgehen in seinem amtlichen Berufe
hatte einen augenblicklichen Stillstand
zur Folge; da gab die große Entwicke-
lung der wissenschaftlichen Technik in
England Veranlassung zu einer Reise,
welche Haidinger in Gesellschaft der
Herren Hofrath v. Mail lard, v. Dür-
fe ld, v. Tschoffen und eines Zeich-
ners Swoboda im August 1793 im
Interesse der neu gebildeten Canal- und
Bergbau-Gesellschaft unternahm, um die
Fortschritte, namentlich für die Zwecke
des Canalbaues, der Anwendung der
Steinkohlenfeuerung, des Eisenwesens,
der Geschirrfabrikation und anderer indu-
strieller Zweige näher kennen zu lernen.
London. Oxford, Birmingham, Derby,
Sheffield, Newcastle upon Tyne, Edin»
burgh, Liverpool, Manchester waren die
Stationspuncte seiner Reise. Nach der
Rückkehr im April 1796 wurden Berichte
über das Geschehene verfaßt, Plane
für großartige Anwendungen so mancher
neu erworbenen Kenntnisse zum Besten des Landes entworfen, als der Tod
in Folge eines nervösen Fiebers die
zu erwartenden Erfolge vereitelte. Hai-
dinger starb im schönsten Mannes«
alter von erst 41 Jahren. Aus seiner
Ehe mit Iosepha Schwab, einer
Tochter des k. k. Regierungsrathes Phi«
lipp Anton Schwab, und Antoniens,
einer gebornen Freiin von Tonne mann
aus Westphalen, hinterließ er vier Söhne,
MorizKarl, Eugen Karl, Nudolph Karl,
Wilhelm Karl, und eine To/Hter, Maria
Clara Sitwnia. Moriz (geb. 23. Sep-
tember 1788, gest. 1809) trat 1809
erst zum 8. Wiener Landwehr-Bataillon,
dann zum Carneville'schen Iagercorps,
wurde Oberlieutenant, im April bei
Landshut verwundet, und starb bald
darauf an seinen Wunden. — Die zwei
Söhne Eugen (geb. 13. Mai 1790,
gest. 29. März 1861) und Nudolph
(geb. 26. März 1792), gründeten im
Jahre 1813 die Porzellanfabrik in Elbo-
gen,' und trugen nicht wenig zu dem
Aufschwünge der inländischen Industrie
in ihrem Fache bei. — Der jüngste
Sohn Wilhelm ist k. k. Hofrath und
Director der k. k. geologischen Reichs«
anstalt in Wien j^s. d. Folgenden .^ Die
Tochter Sidonia (nachgeb. 9. August
1797, gest. am 16. März 1343) war
seit 1820 mit Ferdinand Edlem Herrn
von Thinnfeld, nachmaligem Minister
für Landeskultur und Bergwesen und
Freiherrn, vermalt. Haid'inger war
Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaf'
reu, unter anderen auch der im Jahre
1786 durch v. Born gemeinschaftlich mit
von Trebra, Ferber, v. Charpentier,
d'Elhuyar zu Glashütte bei Schem-
nitz gegründeten Bergwerks-Societat, die
sich über die ganze bergbautreibende Welt
ausdehnen sollte, und bereits Directionen
in Preußen, Oesterreich, Sachsen, amHarz,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon