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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 216 -
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Seite - 216 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7

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Harmerl 216 Haimerl. 28. September 1833), vermalt seit 27. April l857 mit Richürd Zawadzki, Kreisgerichtsrath zu Tarnopol; Ivl ie (geb. 8. Mai 1834); Johann (geb. 14. Mai 1836). Doctor der Rechte, und Maria (geb. 20. August 1840). Haimerl, Franz (Professor der Rechte, geb. im Dorfe Gröna in Bör> men 43. Februar 1806). Seine Eltern besaßen eine kleine Bauernwirthschaft; seinen ersten dürftigen Elewentarunter« richt erhielt er in der Dorfschule zu O t te n« reith, welchen jedoch der dortige Pfar- rer, Wenzel Zit ta, später in solcher Weise vervollständigte, daß er nach bestan« dener Prüfung in das Gymnasium zu Eger eintreten konnte. Nach beendetem Gymnasium begab sich H. nach Wien und setzte da die philosophischen und die juri« ftischenStudienunterDolliner, Egger, Kudler, Springer, Wagner,Wini- warter fort. Bereits, als H. in Wien die Logik hörte, war er so glücklich, von Professor Dr. Wagner zuerst zur Besor« gung. von Schreibereien und Correcturen, sodann für den Unterricht seiner Kinder aufgenommen zu werden. Dadurch war er nicht nur der dringenden Nahrungs» sorgen überhoben, sondern wurde durch die Art seiner Beschäftigung und den Umgang mit dem ausgezeichneten Rechts- gelehrten, welcher Wagner war, von seinem Vorhaben, Theologie zu studieren, abgezogen. Nach zurückgelegten juristischen Studien trat H. in der Absicht, sich dem Richterstande zu widmen, in die Civil» Praxis ein; da er jedoch seines Unter« Haltes wegen an Wien gefesselt war, daselbst aber nicht sogleich angestellt wer» den konnte, entschloß er sich auf Wag- ner's Rath, die strengen Prüfungen zur Erlangung der Doctorwürde zu machen, und sich für eine Professur aus den Rech. ten oder die Advocatur vorzubereiten. Ende 1831 nahm ihn Wagner zu seinem Supplenten und als er im Jahre 1833 starb, wurde ihm die felbstständige Supplirung seiner'Lehrkanzel übertragen. Inzwischen wurde er auch Privatdocent für die juridischen politischen Lehrfächer, Mitglied der juridischen Facultät und der damit verbundenen Societät und nahm Antheil an den commissionellen Berathun- gen, die bei der niederösterreichischen Re- gierung über den Entwurf zu einer Wech. selordnung gepflogen wurden. Im Jahre 1836 Merh. Entschließung vom 8. März 1836^ > wurde H. zum ordentlichen öffent- lichen Professor des Lehen«, Handels- und Wechselrechtes, dann des civilgericht- lichen Verfahrens in und außer Streit- sachen an der k. k. Karl Ferdinand«Uni« versität in Prag ernannt. Im Jahre 1848 begründete er in Prag einen juri« dischen Leseverein, dessen Vorstand er wurde. Als die Wirren des Jahres 1848 begannen, und die Regierung sich nach vertrauenswürdigen und gediegenen Män- nern zur Anbahnung der Reformen umsah, wurde H. von dem damaligen Gubernial« Präsidenten in Prag, Grafen Stadion, in jene Commission berufen, die er sich zur Berathung der drängenden Zeit» fragen an die Seite stellte, und durch die dem Grafen von dem öechischen Agitator Faster und der Swornost aufgedrungenen Verschmelzung dieser Gubernialcommission mit dem von sechischer Seite gewählten. St. Wenzels» comitä wurde er Mitglied jenes Natio» nalcomit6's, welches den ersten böh- mischen Landtag vorbereiten sollte, dessen Arbeiten aber, von den Zeitereignissen überholt, nicht zum Abschlüsse kamen. Die in jener Zeit auf ihn gefallene Wahl zum Frankfurter Parlament schlug H. aus, weil sich seiner das allgemeine Beste bezwecken« den Thätigkeit imVaterlande genug Spiel« räum darbot, und auch nahm er die Wahl
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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