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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 226 -
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Seite - 226 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7

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Sahingcr 226 Zahinger schmähend, wenn sie nur Gelegenheit bot, ihren edlen Hang zu befriedigen." 3lm Morgen dcs Festes wurde sie von Sr. Majestät dem Kaiser durch Verleihung der goldenen Verdienst- medaille, am Abend durch die Neberreichung einer goldenen Medaille mit dem Bilde des Prinzregenten von Preußen überrascht, welche in Berlin eigens zu diesem Tage geprägt und durch die preußische Hofschauspielcrin Maria Ki rsch n cr nach Wien gesendet worden war. Neben zahllosen Ehrengaben ihrer Verehrer wurde sie am Abend dieses Tages durch ein Fest in den Räumen des Künstlerpaares Rettich erfreut, an welchem ihrcKunstl.'ollegen Theil nahmen und Geist, Geschmack und Froh- sinn einander zu überbieten suchten. Auch mehrere auswärtige Vühnen, darunter die k. Hoftheatcr zu Berlin, zu Dresden, das Wallner-Theatcr, Charlotte Birchpfeiffer aus Berlin und mehrere Andere entboten der Jubilarin aus ocr Ferne ihre Glückwünsche. Die Presse dieses Tages, der vorhergehenden und nächstfolgenden war voll von Biographien, Festbeschreibungen, Gedichten u. dgl. m., die ;ur Ehre der Künstlerin geschrieben wurden. Hltizinger, Anton (Sänger, geb. zu Wi l fersdorf im Erzherzogthume Niederösterreich 1796). Sein Vater war Schullehrer und ertheilte ihm den ersten Unterricht im Gesang und Clavierspiele. Früher wurde er bei Kirchenfesten als Sangerknabe verwendet, und da seine schöne Stimme allgemein gefiel, leitete der Vater mit aller Sorgfalt seine musika« tische Ausbildung. Jedoch mußte stch H., dem Wunsche seines Vaters zufolge, dem Schulfache widmen, ging zu diesem Zwecke nach Korneuburg, wo er nach vollendetem Curse als Lehramtscandidat bei seinem Vater Dienste that, bis er als Lehrer an einer öffentlichen Schule in Wien angestellt wurde. Neben seinem Berufe trieb H. fleißig Musik und nahm bei dem Organisten Volkert Unterricht im Generalbasse. Da er in einigen Sing- vereinen mitwirkte, wurde seine schöne klangvolle Stimme alsbald bekannt, und um sich im Gesänge zu vervollkommnen, nahm er Unterricht bei Mozat t i , dem Lehrer der berühmten Schröder - Devrient. Zu gleicher Zeit leistete er mehreren Aufforderungen, in Concerten mitzuwirken, Folge; der Beifall blieb nicht aus und als einst dem singenden Schullehrer der von seinem Gesänge ent- zückte Graf Pa lffy ein Engagement bei dem Theater an der Wien, dessen Director der Graf war, antrug, wurde das Schul- amt aufgegeben und Haizing er gehörte der Bühne an. Im Jahre 1821 betrat er dieselbe zum ersten Male und bald erntete seine Kunst allseitig Triumphe. I n Kürze wurde sein Name bekannt und der jugendliche Sänger so gesucht, daß, als die deutsche Oper in Wien von der italienischen verdrängt wurde, er die Hauptstadt verließ, an mehreren Bühnen, als in Frankfurt. Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe Gastrollen gab und in letzterer Stadt ein ihm angetragenes lebenslang' liches Engagement als großherz, badcn'- scher Hofopern- und Kammersänger an- nahm. Dort lernte er auch die verwit- wete Amalie Neu mann kennen und wurde ihr zweiter Gemal. Von Karls- ruhe aus unternahm H. mehrere Kunst« reisen, zu wiederholten Malen nach Paris 1829 und 1830, dann nach London 1832, nach Petersburg 183t>, wo er mit seinem Gesänge überall glänzende Erfolge feierte. H. besaß eine gut geschulte vollklingende umfangreiche biegsame Tenorstimme und einen Vortrag voll Feuer und Leiden- schaft. Seit einigen Jahren bereits zog er sich von der Bühne zurück und lebt in Karlsruhe. Gaßner (F. S.), Univcrsal-Lerikon der Ton- kunst. Neue Handausgabe in Einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, schm. kl. 4".) S. 30«. — Brockhaus' Conversations» Lexikon (10. Aufl.) Bd. V I I , S. 376 ^im Artikel über Amalia H aizing er^. — Meyer (I.), Das große Conuersations-Lexikon (Hilo«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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