Seite - 242 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
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Hauer 242 H aller
das allen jenen, die sich diesem heiligen
Stande widmen, nicht genug zur Nach«
ahmung empfohlen werden kann.
Mitterrutzner ( I . C.), Kurze Lcbenöbeschrw
bung des hochwürd. Herrn Alois Haller, apo-
stolischen Missionärs zu Chartum in Central'
Afrika (Innsbruck l855, Wagner, kl. 8°.). —
Katholische Blätter aus Tirol. Redig, von
M.Hub er. Jahrg. 1833. 2. Bd. (Innsbruck,
Wagner). Nr. 44. S. 1183 (Beilage).
Haller, Johann Neponmk (Bild-
Hauer, geb. zu Innsbruck 1. März
1792, gest.zu München 23.Juli 1826).
Der Sohn armer Eltern, zeigte früh
Talent für diö Kunst und lernte zuerst bei
seinem Vetter Joseph Wipper in Imst
das Holzschnitzen, dann bei Renn ebenda
die Bildhauerei, bei dem er einige Jahre
arbeitete und dann nach München ging,
um sich an der dortigen Kunstakademie
vollends auszubilden. H. war 18 Jahre
alt, als er 1810 zu Schopfin München
kam. Indem er nun zugleich Unterricht
im Zeichnen nahm, erregte sein schönes
Talent für die Plastik bald Aufsehen und
H. fand an dem damaligen Kronprinzen
Ludwig alsbald einen hochherzigen
Macen. Nach drei Jahren erhielt er den
ersten Preis mit seinem „Clie3cn5", welcher
den Felsen aufhebt, um die Sandalen
seines Vaters zu finden. Nun erhielt H.
von demKönigeMarimilian Joseph
mehrere Bestellungen; unter anderen den
Auftrag, die Figuren für den Krönungs»
wagen anzufertigen, den er bestens aus«
führte. Im Jahre 1817 wurde H. von
dem Kronprinzen Ludwig, mit dem in
Bayerns Hauptstadt eine neue Aera der
deutschen Kunst anhebt, mit mehreren
Arbeiten betraut, als: mitder Ausführung
der colossalen Statuen an den Nischen
der Vorderseite der Glyptothek, derKarya«
tiden an der Königsloge im Hoftheater,
im folgenden Jahre mit der Bilder-
gruppe für das Giebelfeld der Glyptothek; diese letztere Arbeit sollte er aber in Rom
zu Stande bringen, um durch Betrachtung
und Studium der Meisterwerke der alten
Plastik seinen eigenen Geschmack zu läu-
tern. Im März 1319 traf H.m Rom ein
und arbeitete da bis 1823. Kränklichkeit
halber kehrte er im lehgenannten Jahre
nach München zurück, wo er aber schon
1826, im Alter von 34 Jahren, seinen
Leiden erlag. Obgleich H. so jung starb,
hinterließ er doch eine beträchtliche Anzahl
von Werken, welche seinen Ruhm der
Nachwelt überliefern werden und feinen
frühzeitigen Verlust schwer beklagen lassen.
Seine Werke sind: „Wluktet", wie er am
Natterbisse leidet, colossale Statue, jetzt im
Ferdinandeum zu Innsbruck aufgestellt;
— die Statuen: „HeplMllZ", — „Pwine-
tzens", — „MdnlV5", — „Phidins", —
„Perikles", — „Hadrian", für die Nischen
der Fa?ade der Glyptothek, wovon er die
ersten vier in München, die zwei letzten
in Nom ausführte; — „Pallas Organe",
für das Giebelfeld der Glyptothek; die
nach Klenze's Angabe von Wagner
entworfenen Figuren der Minerva als
Beschützerin der Sculptur, der Model»
lirung, Toreutik, Ornamentik, Poly«
chromie, Erzgießerei, Stein- und Holz-
bildnerei und Vasentöpferei hat Hal l er
modellirt, wurden aber bei deren Aus'
führung in Marmor von Schwan»
thaler, Bondel, Mayer und Leeb
zum Theile umgearbeitet; — „Nrr Uampt
der Dapittirn und Grntanren", Basrelief nach
dem Modell von M. Wagner, für den
linken Theil des Bogens über dem Haupt»
thore der Reitschule, Lazzarini hat den
rechten ausgeführt; — „Ner Sieg Inpiterg
über die Giganten", Basrelief in Gyps nach
der Zeichnung von Cornel ius, für
den Göttersaal der Glyptothek; — das
„Kind mit dem Delphin", aus Sandstein,
im kön. Hofgarten zu Nymphenburg; —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon