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Saller 243 Hauer
die Modelle zu den „Karyatiden" und
„Mturien" im Hoftheater. Diese führte
er zweimal aus, zuerst 1818 und im
Jahre 1823 zum andern Male, als sie
im Brande des Theaters zu Grunde
gegangen waren; — eine „Victoria",
colossale Statue fĂĽr den Grafen von
Schönborn; außerdem vollendete H.
mehrere Porträtbüsten, als: „MdinlirZch
Mrede"; — „Nirertar Wanger", ersterer in
Marmor, letzterer in Gyps; — „Ml-
Helm III. von Gngland", in Marmor, fĂĽr
die Walhalla; — „König Unwig", nach
Thorwaldsen; — „GrnkMrz", Colos-
salbüste; — „OlMphrn5tnI Pnra5rl5U5"; —
„Onpellnm3tn Minter"; — „Frnrmchütn";
— „Mstmrieder"; — „Klenft"; — „Garne-
liu5"; — „Mmr Fchmid". Haller's
Arbeiten sind von dem Geiste der Antike
durchweht; das Studium derselben in
ihrer Reinheit und Schönheit offenbart
sich in allen seinen Werken. Der in das
Gewaltige gehende Charakter seinerBĂĽstm
beurkundet sein hervorragendes Talent
für das Heroische, obgleich, wie sein „Kind
mit dem Delphin" und „die um ihre Kinder
trauernde Gea" auf dem Basrelief „der
Sturz der Giganten" es beweisen, ihm
auch der Ausdruck des Zarten gelang.
GlĂĽckliche Auffassung des Individuellen,
Fleiß in der Ausführung, Ausprägung
seiner eigenthĂĽmlichen Ideen und die
Wahl groĂźer streng durchdachter Stoffe
charakterisiren die Arbeiten Haller's,
der gewiĂź noch GroĂźes geschaffen haben
wĂĽrde, wenn nicht die Parze, nachdem er
erst die kleinere Hälfte seiner Künstler«
laufbahn zurĂĽckgelegt hatte, vor der Zeit
seinen Lebensfaden entzwei geschnitten
hätte.
Iahres«Berichtdes Kunstvereins von München
1828. — Staffle r(Ioh.Iakob), Das deutsche
Tirol und Vorarlberg topographisch mit geschicht-
lichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Fel.
Nauch). Vd.I, S.469. — Tschischka (Franz). Kunst und Alterthum in dem österreichischen
Kaiserstaate (Wien 1836, Fr. Beck, gr. 8°.)
S. 140. 363. — Nagler (G. K. Dr.).
Neues allgemeines Künstler«Lexikon (München
1837, E. A. Fleischmann, 80.) Bd. V, S. 525.
— Tirolisches Künstler-Lerikon (Inns-
bruck 1830, Felician Nauch, 8".) S. 84. —
Oesterreichische National« Encyklopä-
die, herausg. uon Gräffer und Czikann
(Wien 1833. 8°.) Bd. I I , S.483. — Pierer's
Universal-Lexikon (Altenburg 1857, gr. 8».)
Vierte umgearb. und
stark verm. Aufl. Bd. VI I ,
S. 881, Nr. 5 Dnit der Angabe des falschen
Todesjahres 1323). — Müller (Fr.), Die
Künstler aller Zeiten und Völker (Stuttgart 1860.
Ebner und Seubert. gr. 8".) Bd. I I , S. 336
l^ mit der falschen Angabe, daĂź er im Jahre 1823
gestorben). — Meyer (I.), Das große Conver-
sations-Lerikon für die gebildeten Stände (Hild-
burghausen 1849, Bibliogr. Institut, -gr. 8".)
Bd. XIV, S. 804.
Haller, Philipp Maler, geb. zu
InnsbruckimIahre1698, gest. ebenda
1772). Lernte die Malerkunst anfänglich
bei Niklas Au er lgeb. 5690, gest. 1733),
einem geschickten Maler in Pafseier, der
sich in MĂĽnchen gebildet und ebenso
selbst mehrere gute Arbeiten, darunter
Altarblätter, geliefert, als auch einige
später vorteilhaft bekannt gewordene
KĂĽnstler, wie Johann Holz er, SieĂź
von Sterzing und unsern Haller in
seiner Kunst unterrichtet hat. Nachdem
Haller einige Jahre bei Auer gear»
beitet, begab er sich nach Venedig und
nahm Unterricht bei Giovanni Piazetta
(geb. 1682, gest. 1734), einem zwar guten,
aber sehr manierirten Maler, der nament-
lich durch
starken Gegensatz von Licht und
Schatten zu ĂĽberraschen sucht und mit
Bildern, deren Gegenstand etwas Grau»
siges hat, seine Wirkung selten verfehlt.
Haller hat Piazetta's Manier ange-
nommen und beibehalten. Er malte Por-
träte und Altarblätter, und führte seine
Arbeiten sowohl in Oel als in Pastell
aus. Seine Porträte werden gelobt, und
zur Zeit, als die gefangenen preuĂźischen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon