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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7
Seite - 250 -
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Seite - 250 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Band 7

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Mer 230 Saller marschall-Lieutenant, trat am 3. Juni 1794 im Infanterie'Regimente Erzherzog Rudolph Nr. 14 als Cadet ein, wurde in wenigen Wochen Ofsicier, kam im Februar 1796 zum General- Quartiermeisterstabe, wo er 1800 zum Haupt- mann vorrückte. 1801 kam er in's Regiment zurück, wurde 4. Juni 1809 Major im Regimente, 2. Ociober l813 Oberstlieutenant im Infanterie« Regimente Froon Nr. 64, in das er schon im März 1812 übersetzt worden. Am 23. December 1820 wurde er zum Oberst im Infanterie' Regimente Graf L ato ur Nr.28 befördert, und bei seiner Ernennung zum Genercil-Major am 2«. September 1830 zum großen Generalstabe übersetzt. Schon im Jahre 1813 erhielt Baron Hal l er die Kämmererswürde. (Ueber seine Familie siehe: I. Zur Geschichte und Genealogie, zu Ende.) - 9. Joseph (1691 auf Befehl Tö« köly's erschossen), ein Sohn Johann's (I.) (siehe d. Nr. 6) aus dessen Ehe mit Katharina Kornis. Joseph begleitete seinen Vater, als dicser in obcrwähnter Landesangelcgcnheit als Gesandter nach Wien sich verfügte. Dort wagte es Joseph — die Motive der That sind noch nicht aufgeklärt — den Markgrafen Hermann von Baden vor dem Kaiser in einer erbetenen Audienz und außerdem schrift- lich zu beschuldigen, daß er, der Markgraf, und Baron Soponara, ersterer mit 30.000, letzterer mit 20.000 Ducaten bestochen worden seien, um den Türken in Ungarn ein schwaches Heer entgegenzustellen. Wieder warnte er den Markgrafen selbst, daß eine Untersuchung wegen Bestechung gegen ihn im Zuge sei. Der Markgraf, entrüstet über eine solche Zumuthung, verfügte sich in Person zum Kaiser. Wie sich's leicht begreift, kam Joseph's Schändlichkeit alsbald an den Tag. Dieß Alles geschah Anfangs Juli 1686. Joseph wurde verhaftet, wegen boshaften Verleumdungen zum Tode verur- theilt, aber vom Kaiser begnadigt, mußte jedoch für seine Schandthat öffentlich Abbitte thun, was auch am 8. August 1686 erfolgte. Zugleich aus den österreichischen Landern verwiesen, kehrte er nach Siebenbürgen zurück, wo sein Vater nachmals die höchste Staatswürde beklei» dete. Die Veranlassung, welche den Verläumder bestimmte, gegen seines Vaters Willen in das Lager Tö kö l y's, der in Siebenbürgen feindlich eingebrochen war, überzugehen, wird verschieden berichtet. Michael Cserei (siehe.- „D^obnem- 2Lti könz'-vtäi', Nisä kolMln", S.22l) erzählt: „Joseph sei zuTököly übergegangen, habe dort ähnliche Streiche (wie vordem in Wien) angefangen, wurde ertappt, und gestand, obgleich er anfangs leugnete, auch' keine Zeugen gegen ihn waren, daß er Tököly habe erschießen wollen. Dießmal fand er keinen so gnädigen Nichter, wie ehedem in Wien: Tököly ließ ihn in der ersten Aufregung niederschießen, was er nachher freilich oft, aber zu spät bereute". Aus dieser Mittheilung Cserei's scheint es fast,. Joseph habe seine frühere Unthat sühnen und sich den Kranz des politischen Märtyrers erringen wollen; unter allen Umstanden ist sein Benehmen das eines Abenteurers. ^?sst i Napio 1860, Nr. 68, enthält Joseph's Lebensskizze von Ladislaus von Szalay. SZalay bringt auf Grund von Gesandtschafts- berichten aus dem Reichskammerarchive zu Speyer die erste ausführlichere Iebensskizze über diesen Abenteurer. — Transsi lv ania. Bei« blatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, gr. 4v.) 1860, Nr. 17. — Blät ter für Geist. Gemüth und Vaterlandskunde (Kronstadt, 4".) 185?, Nr. 18. S. 113.) — 10. Ladislaus ssiehe den besonderen Artikel, S. 253). — 11. Peter (geb. 1300. gest. 1370), Sohn Nupert's, des ersten Haller, welcher das Geschlecht in Ungarn und Siebenbürgen begrün« dete. ^Baur in der „Er sch und Grub er'schen Encyklopädie", I I . Scction, 1. Theil, S. 306, schreibt: Peter Halter wäre im 18. Jahr« Hunderte von Nürnberg nach Siebenbürgen gekommen und daselbst Stammvater des frei« herrlichen Geschlechtes geworden; das soll heißen zu Anfang des 16. Jahrhunderts, auch war nicht Peter, sondern N u pcrt der Erste, der nach Ungarn kam (siehe untcn Nupert) und Peter ist crst Nupert '6 Sohn.) Peter war drei Mal Bürgermeister in Hrrmannstadt, u. z. von 1343—1347, von 1330—1333 und von 1334—1336; wurde darauf Hermannstädter Königsrichtcr und Graf der Sachsen. Unter Ferdinand, Isabel la und Johann I I . (dem Sohne des WojwodenIohannZ a p o l y a) war er auch Schatzmeister. Peter ist der eigentliche Begründer der Macht und Größe der H aller in Siebenbürgen. sErsch und Grub er, Allgemeine Encyklopädie, I I . Sect. 1. Theil. S. 306. — Blät ter für Geist, Gemüth und Vaterlandskunde (Kronstadt, 4<>.) 1837. Nr. 18, S. 114.) — 12. Richard (geb, zu Nürnberg 1340, gest. zu Madrid 22. Jänner 1612), trat 1369 in den Orden der Gesellschaft Jesu und lehrte nach abgelegtem Ordensgelübde zu Dillingen die Philosophie, später zu Ingol- stadt; 1598 wurde er Rector des Collegiums zu Gratz. Als im Jahre 1399 die Erzherzogin Margarethe Tochter des Erzherzogs Kar l
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Band 7
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Habsburg-Hartlieb
Band
7
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1861
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
472
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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